Der Aufsteiger erhält bei den letzten Metern auf dem Weg zur verdienten Herbstmeisterschaft einen Vorgeschmack aufs nächste Jahr.

Es war zwar eine schwere Geburt, aber am Ende machten die Überflieger ihr persönliches Weihnachtsmärchen doch noch perfekt:

1899 Hoffenheim ist Herbstmeister der Bundesliga vor dem großen FC Bayern. Glückwunsch dazu!

Vor genau einem Jahr stand 1899, damals Aufsteiger in die Zweite Liga, nach 17 Spieltagen auf Platz acht im Unterhaus, hinter Wehen Wiesbaden und mit 14 Punkten Rückstand auf Tabellenführer Mönchengladbach.

Wehen ist aktuell Vorletzter der Zweiten Liga, Gladbach Schlusslicht der Bundesliga. Hoffenheim aber blickt von der Spitze herab auf die Konkurrenz.

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Trotz der Millionen, die Dietmar Hopp in sein Prestigeobjekt gepumpt hat, ist das eine kleine Sensation.

Einer der Gründe dafür ist die beachtliche Einkaufspolitik, mit der für verhältnismäßig kleines Geld Leistungsträger wie Torjäger Ibisevic, seine Sturmpartner Ba und Obasi oder die beiden Youngster Marvin Compper und - vor dieser Saison - Andreas Beck geholt wurden.

Ein anderer ist der Konzept-Fußball von Ralf Rangnick, der sein Team taktisch und körperlich hervorragend eingestellt hat.

Hoffenheim spielt keineswegs wie ein Aufsteiger, sondern steht völlig zu Recht ganz oben. Auf den prognostizierten Einbruch warten alle bislang vergebens.

Allerdings gab das letzte Spiel gegen Schalke einen Eindruck davon, dass es in der Rückrunde für den Spitzenreiter wesentlich schwerer werden wird.

Am Sonntag war erstmals zu spüren, wie schwer die Favoritenrolle wiegen kann. Die Kraichgauer retteten sich förmlich über die Ziellinie.

Und in der Rückrunde wird niemand mehr Hoffenheim unterschätzen, ganz im Gegenteil: Jeder Gegner wird gegen die Überraschungsmannschaft doppelt motiviert sein.

Nur drei Punkte beträgt der Vorsprung auf Platz fünf, der (offiziell ohnehin verbotene) Traum von der Meisterschaft oder vom Europapokal-Einzug könnte also ganz schnell zu Ende sein.

Für den Moment aber können sich Dietmar Hopp, Ralf Rangnick und seine Spieler im stillen Kämmerlein heimlich die Tabelle übers Bett hängen und fröhliche Weihnachten feiern.

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