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Mladen Petric (l.) und Ivica Olic haben zusammen 14 Saisontreffer erzielt © getty

In allen Wettbewerben mischen die Hanseaten noch mit. Doch ihren Stürmer werden sie kaum halten. Gibt's am Ende einen Tausch mit Podolski?

Aus Hamburg berichtet Jürgen Blöhs

Hamburg - Auch zum Abschluss der Hinrunde konnte sich beim Hamburger SV niemand über fehlende Unterstützung des Schicksals beklagen.

Die Norddeutschen strapazierten das Glück auch beim 1:0 über Eintracht Frankfurt. Und das nicht nur auf dem Rasen.

"Wir haben Geduld bewahrt und wieder mal das nötige Glück", sagte Marcell Jansen zu Sport1.de.

"Gegen Schalke haben wir klar besser gespielt, aber nur einen Punkt geholt."

Nur "Ergebnis optimal"

"Vom Ergebnis her lief es optimal, aber nur vom Ergebnis", analysierte Mladen Petric und musste überlegen, bevor er die Frage nach dem letzten überzeugenden Auftritt beantwortete.

"Unser letztes starkes Spiel war in Berlin, und das haben wir verloren. Seither haben wir aus vier Spielen zehn Punkte geholt. Darüber bin ich sehr glücklich", ergänzte Schütze des Siegtreffers.

"Petric ist ein hervorragender Stürmer. Er macht aus keiner Chance ein Tor", lobte Trainer Martin Jol den Kroaten, der zu Saisonbeginn im Tausch für Mohamed Zidan gekommen war.

Sonderlob für Petric

Mit seinen acht Saisontoren hatte Petric großen Anteil daran, dass die "Rothosen" mit nur zwei Punkten Rückstand auf Herbstmeister Hoffenheim und den Bayern die Hinrunde als Vierter abschlossen.

"Wir haben den Abstand auf die Bayern verkürzt und sind in der glücklichen Situation, im nächsten Spiel an ihnen vorbeiziehen zu können", erklärte Petric schon mit Blick auf das Duell gegen den Rekordmeister zum Rückrundenstart.

Um die Bayern zu schlagen, bedarf es jedoch einer stärkeren Leistung als gegen Frankfurt.

Bayern-Spiel schon im Visier

"Wir sind uns einig, dieser Sieg war glücklich", gab auch Jol zu. "In der Winterpause kommen zum Glück die vielen Verletzten zurück." Besonders die Defensive der Hamburger war in der Hinrunde von Verletzungen geschwächt, so dass Jol immer wieder umstellen musste.

"In der Abwehr habe ich schon überlegt, mich selbst aufzustellen", beschrieb der 52-Jährige die Personalnot. Ansonsten sei er "mit der Saison zufrieden. Wir haben jetzt schon einen Punkt mehr als vor einem Jahr mit Rafael van der Vaart".

Seit van der Vaarts Wechsel zu Real Madrid mangelt es den Hamburgern an Torgefahr aus dem Mittelfeld, befand Jol: "Wir sind zu sehr von unseren Stürmern abhängig".

"Zu sehr vom Sturm abhängig"

Van der Vaarts Nachfolger Thiago Neves sei "noch nicht so weit. Aber er kommt noch", so Jol. Und Piotr Trochowski habe zwar "bewiesen, dass er ein 'Zehner' ist, aber das muss konstanter werden."

Immerhin: Mit sechs Tor-Vorbereitungen rangiert Trochowski in der Bundesliga-Rangliste auf Platz zwei, nur der Wolfsburger Zvjezdan Misimovic ist besser.

Vor der Winterpause steht für die Hamburger noch das abschließende Gruppenspiel im UEFA-Cup an.

UEFA-Cup als Zugabe

"Natürlich wollen wir gegen Aston Villa gewinnen, da schulden wir unseren tollen Fans", so Jol. "Aber ich bin schon jetzt mit der Saison zufrieden. Wir sind im neuen Jahr noch in allen drei Wettbewerben dabei."

Gern würde der Trainer im Winter noch einmal auf Einkaufstour gehen: "Wir wollen hier eine Top-Sportkultur."

Ob er aber vschon ab Januar ohne Ivica Olic auskommen muss, dazu wollte sich weder der Coach, noch Sportchef Dietmar Beiersdorfer oder der Aufsichtsrats-Vorsitzende Horst Becker äußern.

Kein Kommentar zu Olic

Der Stürmer selbst, den der FC Bayern den Hamburgern abspenstig machen würde, schweigt ebenso beharrlich.

Trotz allen Schweigens: Ein Wechsel von Olic nach München scheint sicher, die Frage ist nur, wann. "Ich werde ihn vermissen", rutschte seinem Nationalmannschafts-Kollegen Petric heraus.

Als möglicher Ersatz wird Lukas Podolski gehandelt. Kommt der bei Bayern unglückliche Stürmer als Tausch? "Hinter den Gardinen wird fleißig gearbeitet", meinte Jol vielsagend.

Podolski als Ersatz?

Ob mit oder ohne Olic, die Meisterschaft ist für den Trainer "kein Thema". Doch insgesamt traut Jol seinem Team noch einiges zu: "Die Mannschaft hat noch viel Luft nach oben."

Und wenn Glücksgöttin Fortuna dem HSV auch 2009 treu bleibt, wer weiß, wie weit nach oben es noch geht.

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