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Manfred Stefes (l.) arbeitete bereits von 1998 bis 2003 als Assistent von Hans Meyer © getty

Der Trainer der Duisburger U-23 kehrt offenbar zu seinem "Lehrmeister" zurück. Zudem sind einige Hochkaräter als Zugänge im Gespräch.

Von Martin Volkmar

München/Mönchengladbach - Manfred Stefes soll Nachfolger von Christian Ziege bei Borussia Mönchengladbach werden.

Der ehemalige Bundesliga-Profi wird beim Tabellenletzten der Bundesliga aller Voraussicht nach die frei gewordene Stelle als Assistent von Cheftrainer Hans Meyer besetzen.

Zwar wollte das Bundesliga-Schlusslicht die Personalie noch nicht bestätigen.

Doch sein bisheriger Verein MSV Duisburg erteilte Stefes bereits die Freigabe für einen Wechsel nach Gladbach.

Bei den "Zebras" betreut der 41-Jährige die U-23 und war zuvor von 2005 bis 2008 als Co-Trainer der ersten Mannschaft tätig.

Von 1998 bis 2003 arbeitete Stefes schon einmal als Assistent von Meyer in Gladbach.

Meyer von Rücktritt total überrascht

Ziege war am Montag überraschend von seinem Posten zurückgetreten. Offiziell nannte der Ex-Nationalspieler private Gründe, vermutet wird aber vor allem Unzufriedenheit über die Zusammenarbeit mit Meyer.

Dem widersprach der Chefcoach allerdings. Zieges Demission "kam für mich aus heiterem Himmel", sagte Meyer der "Rheinischen Post".

"Ich habe es so empfunden, dass es eigentlich ganz gut geklappt hat. Die Spekulationen, wir hätten uns nicht verstanden, sind gegenstandslos."

Genaueres über Zieges Rücktritt wisse er aber auch nicht: "Er hat uns mitgeteilt, dass er sich aus persönlichen Gründen zurückziehen wolle. Welche das sind, weiß ich nicht. Und ich will das auch gar nicht bewerten."

Erst seit 19. Oktober Co-Trainer

Ziege hatte den Posten des Co-Trainers erst am 19. Oktober übernommen und dafür seinen Job als Sportdirektor nach eineinhalb Jahren an Max Eberl abgegeben.

Zuvor hatte er die "Fohlen" nach der Entlassung von Trainer Jos Luhukay beim VfL Bochum (2:2) selber betreut.

"Viele haben den Kopf geschüttet, weil er den prominenten Manager-Posten aufgegeben hat und Co-Trainer geworden ist. Ich fand es konsequent", erklärte Meyer.

"Ich war sofort bereit, mit ihm zu arbeiten. Und ich bin, wie gesagt, der Meinung, dass wir eine gute Zusammenarbeit hatten.?

Obwohl Meyer seinen langjährigen Co-Trainer Jürgen Raab mit nach Mönchengladbach gebracht hat, wollte er Zieges Stelle ebenfalls unbedingt nachbesetzen.

Seine Begründung: "Ein Hans Meyer mit seinen 66 Jahren und einer Kunsthüfte braucht jüngere Leute, die auf dem Platz richtig arbeiten."

"Ein paar positive Aspekte gesehen"

Auch seine zahlreichen Wechseln in der Startformation, die bisher erfolglos blieben, erklärte Meyer. "Ich habe im Versuch-und-Irrtum-Verfahren versucht, mir einen Überblick zu verschaffen. Und ich habe ein paar positive Aspekte gesehen" sagte er.

"Ich habe gesehen, dass Jantschke und Dorda Talente sind. Und, dass wir mit Marko Marin und Alexander Baumjohann zwei Jungs haben, die das Zeug zu sehr guten Fußballern haben, aber noch viel lernen müssen und werden."

Daher soll die Borussia bis zum Trainingsauftakt am 3. Januar noch mal mit mindestens drei Neuzugängen für den Abstiegskampf verstärkt werden.

Galasek, Klimowicz und Klasnic im Gespräch

Im Gespräch sind Tomas Galasek, Meyers früherer Kapitän beim 1. FC Nürnberg sowie die beiden Stürmer Diego Klimowicz (Borussia Dortmund) und Ivan Klasnic (FC Nantes).

Als weitere Kandidaten werden die Abwehrspieler Oguchi Onyewu (Standard Lüttich) und Michael Jakobsen (AalborgBK) sowie die Torhüter Logan Bailly (Genk) und Olivier Renard (KV Mechelen) genannt.

Meyers Ausblick für die Rückrunde: "Leider gibt es zu viele Probleme und Unruheherde. Aber wir haben jetzt vier Wochen Zeit, und ich hoffe, dass wir mit drei bis vier Neuen und viel Arbeit in eine Situation kommen, in der Fußball-Gladbach wieder hoffen darf."

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