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Dieter Hoeneß ist seit 1997 Manager bei Hertha BSC Berlin © getty

Im Interview mit Sport1.de spricht Hertha-Manager Dieter Hoeneß über die gute Vorrunde der Hertha und Trainer Lucien Favre.

Von Martin Volkmar

München - Für Hertha BSC Berlin verlief die Hinrunde der Bundesliga blendend.

Die Hertha steht mit 33 Punkten auf Platz drei und hat auf Spitzenreiter Hoffenheim und den FC Bayern nur drei Punkte Rückstand.

"Ja, wir wollen dann nach oben", erklärt Manager Dieter Hoeneß im Sport1.de-Interview, räumt aber auch ein: "nicht ganz nach oben, die Meisterschaft ist kein Thema."

Der Manager spricht über die gute Arbeit von Trainer Lucien Favre und die Entwicklung der Hertha.

Sport1.de: In der Bundesliga hat Hertha BSC die beste Hinrunde der Vereinsgeschichte gespielt. Wie zufrieden sind Sie?

Hoeneß: Ich kann Trainer und Mannschaft nur ein Riesenkompliment machen. Wir stehen verdient dort, wo wir im Moment stehen. Wir haben das nicht geschenkt bekommen. Das müssen wir in der Rückrunde bestätigen. Wenn wir am Ende unter die ersten Fünf kommen würden, wäre das super.

Sport1.de: Haben Sie nach der schwachen letzten Saison damit gerechnet?

Hoeneß: Ich habe schon mehrfach gesagt, dass die Entwicklung für mich grundsätzlich keine Überraschung ist. Einen Platz unter den ersten sechs habe ich schon vor eineinhalb Jahren als Zielsetzung ausgegeben. Zumal ich wusste, dass wir in Lucien Favre einen Trainer verpflichtet haben, der der Mannschaft eine erkennbare Handschrift verleihen kann.

Sport1.de: Ihr Team steht aber sogar auf einem Champions-League-Platz und hat nur zwei Punkte Rückstand auf Herbstmeister Hoffenheim.(Datencenter: Ergebnisse)

Hoeneß: Ich gebe zu: Platz drei hatte ich nicht erwartet, wobei der Vorsprung auf Platz sechs ja auch nur vier Punkte beträgt. Aber es ist natürlich schön, wenn der eigene Optimismus bestätigt wird.

Sport1.de: In Berliner Boulevardmedien wird schon über die Meisterfeier am Brandenburger Tor berichtet. Offizielles Ziel bleibt aber der UEFA-Cup?

Hoeneß: Auf jeden Fall. Es ist bei uns ein Stück das Problem, dass sich die Medien sowohl im Positiven als auch im Negativen gerne überbieten. Wenn wir zwei Spiele hintereinander gewinnen, dann wird sehr schnell der prozentuale Anteil der Meisterschale abgebildet. Und wenn wir zwei Spiele verlieren, dann wird sofort auch der Untergang beschrieben. Darunter leidet Hertha, dass zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit eine enorme Kluft entsteht.

Sport1.de: Und wie ist die Wirklichkeit?

Hoeneß: Ich kann nur ganz klar sagen: An unserer Zielsetzung hat sich nichts geändert, wir streben nach wie vor einen UEFA-Cup-Platz an und wissen auch, dass das schwer genug wird bis zum Saisonende. Es gibt da zehn Mannschaften, die um die vorderen fünf Plätze kämpfen. Aber wir sind nach den letzten Wochen natürlich selbstbewusst genug, um zu glauben, dass wir es schaffen können.

Sport1.de: Aber in der nächsten Saison wollen Sie um den Titel spielen?

Hoeneß: Ja, wir wollen dann nach oben - nicht ganz nach oben, die Meisterschaft ist kein Thema. Aber wenn wir unsere Entwicklung konsequent fortsetzen, ist die Champions-League-Teilnahme unsere Zielsetzung. Im Moment zählt für mich allerdings nur diese Saison.

Sport1.de: Hat Lucien Favre den Haupt-Anteil am Erfolg?

Hoeneß: Das ist einer der Gründe - ein sehr, sehr wichtiger natürlich. Lucien Favre macht einen Super-Job. Aber ein Trainer funktioniert ohne eine gute Mannschaft nicht. Und wir haben die richtigen Spieler gehalten und gute Spieler dazugeholt. Für diesen Umbruch im Kader haben wir den richtigen Trainer gesucht und gefunden.

Sport1.de: Deshalb haben Sie Eigengewächse wie Dejagah und die Boateng-Brüder verkauft?

Hoeneß: Es war wichtig, den Charakter der Mannschaft zu ändern. Genau das ist im Moment unser großes Plus: Der Teamgeist. Wir haben eine Mannschaft mit einem starken Charakter, hoher Leistungsbereitschaft und großem Potenzial, das übrigens noch nicht zu 100 Prozent ausgeschöpft ist.

Sport1.de: Unklar ist die Zukunft von Marko Pantelic. Bleibt er oder geht er?

Hoeneß: Das ist völlig offen. Wir sind mit seinem Berater so verblieben, dass wir uns in nächster Zeit mal in Ruhe zusammensetzen. Das kann noch vor Weihnachten sein, aber auch erst im Januar. Dann sehen wir weiter.

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