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Thomas Kastenmaier (l.) kennt Alexander Baumjohann seit der B-Jugend © imago

Ex-Bayer und -Borusse Thomas Kastenmaier bezweifelt, dass sich Baumjohann in München durchsetzt. Vater Kroos reißt indes der Geduldsfaden.

Von Martin van de Flierdtund Thorsten Mesch

München -Alexander Baumjohann hat Bayern München seine Zusage gegeben, im Sommer ablösefrei an die Isar zu wechseln.

Das war am Donnerstag im "kicker" zu lesen.

Nicht wenige werden sich nun fragen, wie ein Spieler, der beim Tabellenletzten Borussia Mönchengladbach nicht durchweg zum Stammpersonal zählt, den Rekordmeister voranbringen kann.

Thomas Kastenmaier, selbst sowohl bei Bayern München als auch Mönchengladbach als Profi aktiv und anschließend bei der Borussia Nachwuchstrainer, hat zumindest eine Ahnung, wie die Idee entstanden sein könnte.

"Ich denke, das ist auf der Schiene zwischen Jupp Heynckes und Uli Hoeneß gelaufen", sagt Kastenmaier Sport1.de.

"Der Kontakt ist ja immer noch recht gut. Heynckes wird Hoeneß gesagt haben: ,Pass? mal auf, das ist einer. Wenn der sich weiterentwickelt, kann aus dem was werden.'"

Heynckes hat Baumjohann früh im Blick

Heynckes hatte Baumjohann auf Schalke schon früh mit den Profis mittrainieren lassen.

"Später hat er ihn wie auch Michael Delura nach Mönchengladbach geholt, weil er von ihnen überzeugt war", erinnert sich Kastenmaier. "Dass Heynckes junge Kerle gut einschätzen kann, hat er in seiner Trainerlaufbahn ja bewiesen."

Kastenmaier selbst ist Baumjohann schon während seiner Zeit als B-Jugendtrainer der Borussia erstmals über den Weg gelaufen. "Damals war er bei Schalke schon relativ weit vorne dabei", erinnert sich der ehemalige Freistoßspezialist.

Starke Auftritte gegen Bremen und Bayern

In der laufenden Bundesliga glänzte Baumjohann vor allem mit seinem Treffer gegen Werder Bremen (3:2) nach einem spektakulären Sololauf über das halbe Feld.

Auch beim 2:2 - Nachtigall, ick höre dir trapsen -gegen Bayern München war der 21-Jährige an beiden Mönchengladbacher Treffern beteiligt.

"Er ist ein Spieler, der mit seiner Antrittsschnelligkeit durchs Zentrum kommt und etwas Richtung Tor macht", urteilt Kastenmaier. "Aber diese zentrale Position gibt es bei den Bayern nicht."

Kastenmaier ist skeptisch

Deshalb ist der 42-Jährige skeptisch, was die Perspektive Baumjohanns an der Isar betrifft: "Wenn man sieht, wer in den letzten Jahren bei Bayern den Sprung nicht geschafft hat, kann ich mir nicht vorstellen, dass er es packt."

Einer derjenigen, auf die Kastenmaier anspielt, ist Toni Kroos. Das Supertalent hat in der Bundesliga-Hinrunde gerade zwei Mal von Beginn an spielen dürfen.

Ein Umstand, der Vater und Berater Roland Kroos Anfang der Woche zum Telefonhörer greifen ließ.

Keine Freigabe für Kroos

Er hatte dem "kicker" zufolge eine Absprache mit der Münchner Vereinsführung, dass in der Winterpause über das weitere Vorgehen diskutiert würde, sollte sich die Perspektive seines Sohnes bei den Bayern nicht deutlich verbessern.

Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge teilte Kroos senior nur mit, "dass es für Toni im Winter keine Freigabe gibt".

Der FC Bayern habe nur 23 Spieler und brauche - so zitiert Roland Kroos Rummenigge ? seinen Sohn "als Nummer 23, damit er einen Freistoß reinhaut, wenn es eng wird".

Klinsmann "hat keinen richtigen Plan"

Eine Ausleihe, die Toni Kroos weiterbringe, komme nicht zustande, "weil der FC Bayern nur an sich denkt. Ich bin stocksauer."

Gegen Jürgen Klinsmann fährt Vater Kroos schweres Geschütz auf: "Der Trainer hat keinen richtigen Plan, damit sich Toni weiterentwickelt."

Da seinem Filius zuletzt der lange verletzte Hamit Altintop vorgezogen wurde und auch Landon Donovan im offensiven Mittelfeld spielen kann, stehen die Vorzeichen für mehr Einsatzminuten in der Rückrunde nicht gut.

Immerhin hat Rummenigge wohl signalisiert, dass eine einjährige Ausleihe im Sommer 2009 möglich sei. Denn dann dürfte Baumjohann seinen Kaderplatz einnehmen. Mit mehr oder weniger Erfolg.

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