

Jentzsch lässt Werder verzweifeln
Augsburg - Claudio Pizarro hat Werder Bremen bei Bundesliga-Neuling FC Augsburg vor einer Blamage bewahrt und den ersten Heimsieg des Aufsteigers verhindert (DIASHOW: Der 10. Spieltag).
Der Peruaner rettete der Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf zum Auftakt des 10. Spieltags nach insgesamt dürftiger Leistung ein 1:1 (0:0).
Die Bremer verpassten aber trotz Pizarros Tor in der 68. Minute die Gelegenheit, zumindest über Nacht auf den zweiten Tabellenplatz zu rücken und Boden auf Tabellenführer Bayern München gutzumachen. Der FCA bleibt auf dem Relegationsplatz.
"Nur noch in der Defensive"
"Wir müssen glücklich sein, dass wir das Spiel nicht verloren haben. Nach dem Führungstreffer standen wir nur noch in der Defensive", sagte FCA-Trainer Jos Luhukay:
"Bremen hat das Spiel in die Hand genommen und hatte viele Chancen, aber unser Torwart Simon Jentzsch hat uns den Punkt festgehalten. Wir sind froh, dass wir ihn haben."
Werder-Trainer Thomas Schaaf war erst mit der zweiten Halbzeit seiner Mannschaft zufrieden. "Aber bei den vielen klaren Torchancen, die wir dann hatten, hätten wie die Partie entscheiden müssen", kritisierte er.
Führung durch Bellinghausen
Axel Bellinghausen, der einen ausgesprochen starken Auftritt hinlegte, traf in der 49. Minute mit einem satten Linksschuss und erzielte den ersten Bundesligatreffer seiner Karriere (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).
Bremens Tim Wiese, der nach abgelaufener Rotsperre wieder ins Tor zurückkehrte, war dabei machtlos. Pizarro glich jedoch per Kopf aus, vergab danach aber gleich zweimal in aussichtsreicher Position das 2:1.
Kurz vor Schluss wurde der Peruaner von Michael Langkamp im Strafraum gefoult, der Pfiff des Unparteiischen Knut Kircher blieb jedoch aus. "Ich habe gemerkt, dass er Foul spielt. Aber es war schwierig für den Schiedsrichter zu sehen", sagte Pizarro nach dem Spiel.
Runder Geburtstag für Seinsch
Die Augsburger verpassten es durch das Remis, ihrem Präsidenten und Macher Walther Seinsch zu dessen 70. Geburtstag das wohl schönste Geschenk zu machen.
Bei Bremen versäumte es vor allem Stürmer Markus Rosenberg schon vor der Pause, die Grün-Weißen wieder in die Erfolgsspur zu schießen.
Der Schwede scheiterte zunächst an der Latte und FCA-Torhüter Simon Jentzsch, der trotz eines Fingerbruchs spielte (21.). Später setzte er den Ball freistehend aus zehn Metern über das Tor (45.).
Werder technisch besser
Insgesamt war die Schaaf-Elf zwar die technisch bessere, doch der Aufsteiger hielt mit großem Engagement und Willen dagegen. Gerade in der zweiten Halbzeit wirkten die Bremer eine ganze Weile beeindruckt vom forschen Auftritt der Elf von Trainer Jos Luhukay.
Doch bereits mit den ersten 45 Minuten war Manager Klaus Allofs alles andere als glücklich gewesen. "Unsere Leistung ist nicht sehr gut. In der Defensive machen wir teils haarsträubende Fehler. Das dürfen wir uns nicht erlauben", sagte er.
Gehört hatten die Werderaner diese Worte offenbar nicht, erst spät wachten sie auf.
FCA mit großem Engagement
Mit großem Engagement war dagegen der FCA gestartet. Nach einem scharfem Querpass von Axel Bellinghausen, den Torjäger Sascha Mölders knapp verpasste, hatten sie auch die erste verheißungsvolle Szene des Spiels (2.).
Bremen antwortete gegen die forschen Augsburger hanseatisch kühl und deutete bei Schüssen von Aleksandar Ignjovski und Rosenberg seine Offensivqualität an (8.).
Die Schaaf-Elf versuchte sehr kontrolliert zum Erfolg zu kommen, während der FCA besonders mit kraftvollen Sprints des überragenden Bellinghausen Unruhe stiftete.
Jentzsch lenkt Kopball an die Latte
Später rettete Jentzsch, als er Rosenbergs Kopfball mit seiner lädierten Hand an die Latte lenkte. "Das sind Momente, in denen man einfach nicht mehr an die Schmerzen denkt", so Jentzsch. "Man ist dann voller Adrenalin."
Bremer Feldvorteile
Insgesamt verschaffte sich Bremen zwar nach und nach mehr Feldvorteile. Doch mit Kontern blieb Augsburg gefährlich. So klärte Naldo gegen den durchgebrochenen Bellinghausen nur mit großer Mühe (27.).
Bremens Sokratis verfehlte danach mit einem Drehschuss nur knapp (32.). Gegen Bellinghausen musste Wiese erstmals seine Klasse unter Beweis stellen (34.). Nach dem Blitzstart der Schwaben in der zweiten Halbzeit hatte Werder lange Zeit Mühe, wieder zu geordnetem Spiel zu finden.
Erst nach dem Ausgleich wurden die Angriffe druckvoller, und Augsburg hatte Schwierigkeiten, sich aus der Defensive zu befreien.
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