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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Klaas-Jan Huntelaar (m.) wechselte 2010 vom AC Mailand zum FC Schalke 04 © getty

Auch wenn der Rekordmeister derzeit an der Spitze unbeirrt seine Kreise zieht, lassen sich die Verfolger nicht abschütteln.

Von Reinhard Franke

München - Fußballfans und Experten der Branche stellen sich in diesen Wochen nur eine Frage:

Wer kann den FC Bayern stoppen? Der Münchner Präsident Uli Hoeneß zumindest ist von seiner Mannschaft begeistert und singt die Lobeshymnen in diesen Tagen rauf und runter.

"Das ist höchste Kunst, was im Moment geboten wird", schwärmt er und genießt, "wie sie den Ball in größter Enge und Bedrängnis sauber weiterspielen." (DATENCENTER: Bundesliga)

"Da wird nicht planlos rumgekickt, da wird alles schön zelebriert", sagt Hoeneß. Und wer so schwärmt, wird schon einmal poetisch: "Da werden Linien klar wie mit dem Pinsel gezogen."

Bayern-Jäger wechseln ständig

Die nackten Fakten nach elf Spielen sprechen zudem eine mehr als deutliche Sprache: Bayern landete gegen den 1. FC Nürnberg (Nachbericht) den achten Heimsieg in Folge, auch 33:0 Tore stehen für Qualität.

Gegen den "Club" gelang zudem das siebte Tor in der Anfangsviertelstunde ? das ist Ligaspitze.

15:6 Torschüsse, 72 Prozent Ballbesitz - eine unfassbare Quote. Bei diesen Zahlen kann der Konkurrenz nur angst und bange werden. Die Bayern-Jäger wechseln sich regelmäßig ab, nur das Team von Jupp Heynckes marschiert an der Spitze.

Werder Bremen war schon einmal Bayern-Verfolger, Mönchengladbach war dem Rekordmeister wochenlang auf der Spur, Borussia Dortmund pirschte sich ran und ist aktuell als Tabellendritter in einer ordentlichen Ausgangssituation.

Strunz: "Team zusammengewachsen"

Als schärfster Verfolger gilt momentan der FC Schalke 04, unter Ralf Rangnicks Nachfolger Huub Stevens wurden die "Königsblauen" beständiger und stärker.

"Ich habe nicht das Gefühl, dass der Trainerwechsel von Ralf Rangnick zu Huub Stevens schlechte Auswirkungen gehabt hat", erklärt SPORT1-Experte Thomas Strunz. "Die Mannschaft scheint dadurch zusammengewachsen zu sein."

[kaltura id="0_2w82zyl2" class="full_size" title="Thomas Strunz Die Spieltagskolumne"]

Huntelaar trifft und trifft

Die Schalker Torfabrik ist nicht zu stoppen: Klaas-Jan Huntelaar traf in der Liga bereits zehn Mal - und will jetzt "alles gewinnen."

Die Bilanz der "Knappen" unter Stevens dürfte die Bayern noch nicht in Angst und Schrecken versetzen. Sie dürften aber zumindest mit einem Auge beobachten, was hinter ihnen in der Tabelle passiert.

Vier der letzten fünf Partien entschieden die Schalker für sich. Insgesamt stehen sieben Siege nach elf Spieltagen zu Buche. Zum Vergleich: In der letzten Saison waren es in der gesamten Hinrunde nur sechs Dreier.

Draxler lehnt Jäger-Rolle ab

Nach der laut Manager Horst Heldt "besten Saisonleistung" beim 3:1-Sieg über Hoffenheim zeigt sich Schalke absolut im Gleichgewicht - auch beim Formulieren der eigenen Ansprüche.

Nesthäkchen Julian Draxler sagt: "Wir sind kein Bayern-Jäger. Aber Platz zwei wollen wir jetzt mit aller Macht verteidigen."

Bayern-Star Thomas Müller sieht das genauso. "Man muss Schalke auf dem Zettel haben", findet er und warnt vor den Stevens-Mannen, die sich "auf leisen Sohlen" mitten ins Geschehen an der Tabellenspitze geschlichen hätten.

Beispiel Hannover

Dorthin wollen auch weiterhin Dortmund (3.), Bremen (4.) und Gladbach (5.). Der Deutsche Meister gewann vier der letzten fünf Spiele und gibt sich daher glücklich und zufrieden.

Werder hat ebenso wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden - dank Bremens heimlichem "Boss" Claudio Pizarro, der als bester Ausländer der Bundesliga Geschichte schreibt.

Die "Fohlen" haben ihren Marco Reus, mit dem sie sich konstant in der Spitzengruppe aufhalten. Ganz sicher sollte sich der FC Bayern also nicht sein.

Hannover hat zuletzt gezeigt, dass der Rekordmeister durchaus verwundbar ist.

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