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Uli Hoeneß (l.) holte Lukas Podolski 2006 aus Köln zum FC Bayern © getty

Uli Hoeneß stichelt gegen Lukas Podolski und verdächtigt den Kölner Präsidenten, dass er den Stürmer für umsonst haben will.

Von Martin Hoffmann

München - Ob Uli Hoeneß Lukas Podolski zu Weihnachten etwas schenken will, ist nicht bekannt.

Wenige Tage vor dem Fest der Liebe kommt vom Bayern-Manager aber ein wenig liebevoller Kommentar in Richtung seines wechselwilligen Stürmers.

Stattdessen verpackt Hoeneß in einem Gespräch mit dem "kicker" in ein Lob für den potenziellen Bayern-Neuzugang Ivica Olic einen wenig verhohlenen Seitenhieb in Richtung von "Prinz Poldi" (DATENCENTER: Spielerprofil) .

"Er ist hungrig und wird sicher weniger Theater machen, wenn er draußen sitzt", sagt Hoeneß über den kroatischen HSV-Stürmer.

Weniger Theater als wer, spricht Hoeneß nicht aus. Aber es braucht keine höhere Mathematik, um sich auszurechnen, dass Podolski gemeint, der seinem Bank-Frust wiederholt öffentlich Luft gemacht hat.

Bewegung bei Köln erkannt

Aber Hoeneß stichelt nicht nur gegen Podolski, er deutet auch an, dass ein Transfer zurück in die Kölner Heimat einen Schritt näher gerückt ist - nachdem Podolski selbst schon eine baldige Entscheidung angekündigt hat (Podolski-Wechsel rückt näher) .

"Hinweise, dass die Kölner sich bewegen" hat der FCB-Manager ausgemacht.

Wo er Bewegung von den "Geißböcken" erwartet, ist bekannt: Er will eine zweistellige Ablösesumme für Podolski.

Das erste Angebot der Kölner lag darunter. Hoeneß bezeichnete es als "unsäglich".

Will Overath Podolski umsonst?

Hoeneß scheint sich aber auch nicht so ganz sicher zu sein, ob die Bewegung bei Köln dazu führt, dass der Klub ein für ihn akzeptables Angebot abgibt.

Er kann sich auch ein anderes Szenario vorstellen: Er hat den Verdacht, Köln-Präsident Wolfgang Overath wolle Podolski "2010 gratis bekommen".

Diesem Wunsch erteilt Hoeneß aber eine klare Absage: "Das macht Lukas nicht mit." Auch er habe inzwischen gemerkt, "dass der Schwarze Peter nicht bei uns, sondern beim 1. FC Köln liegt".

Wenn Köln sich nicht bewege, so Hoeneß, "dann gibt es andere Interessenten". Und bei den Angeboten anderer Vereine "könnten wir viel höhere Preise erzielen".

Beiersdorfer weicht aus

Einer der anderen Interessenten ist bekanntlich der Hamburger SV, der bei einem Abgang Olics zu den Bayern dringend Ersatz bräuchte.

Sportchef Dietmar Beiersdorfer weicht im "Hamburger Abendblatt" aber der Frage nach einem Tauschgeschäft aus.

"Unsere Priorität ist Olic, wir haben ihm ein Angebot gemacht, das muss jetzt erst einmal entschieden werden", so Beiersdorfer: "Was dann kommt, werden wir erst dann entscheiden, wenn wir wissen, wie es mit Ivica Olic weitergeht."

Olic-Wechsel wohl im Sommer

Wenn es nach Hoeneß geht, ist der Fall da klar. "Ich kann mir gut vorstellen, dass er zum 1. Juli 2009 zum FC Bayern kommt", bekräftigt er im "kicker".

Die Tendenz scheint also gegen einen Wechsel bereits im Winter zu gehen.

Im Winter wollen die Bayern allerdings noch Klarheit bei zwei anderen Personalien schaffen.

Entscheidung bei Hummels und Timoschtschuk naht

Zum einen wäre da der nach Dortmund ausgeliehene Mats Hummels, den der BVB unbedingt halten will.

"Wir werden bis Ende Januar über Mats diskutieren und dann entscheiden", erklärt Hoeneß.

Um diese Zeit sollen auch im Fall Anatoli Timoschtschuk Fakten geschaffen sein.

Der Mittelfeld-Abräumer von Zenit St. Petersburg "will unser Angebot prüfen und sich bis Mitte, Ende Januar entscheiden", so Hoeneß: "Es gibt da keine Eile."

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