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Ralf Rangnick übernahm im Jahr 2006 das Traineramt bei Hoffenheim © imago

Hoffenheims Coach besteht darauf mehr zu verdienen als jeder seiner Spieler - damit ist er in der Liga die große Ausnahme.

München - Wer mehr zu sagen hat, der verdient auch mehr. Das ist ein Grundsatz, der fast überall in der Wirtschaft gilt.

Die Bundesliga gehört aber zu den Bereichen, wo es eben nicht so ist.

Die Starspieler verdienen fast überall mehr als die Trainer, auf deren Kommandos sie hören müssen.

Aber eben auch nur fast: Bei 1899 Hoffenheim verdient Ralf Rangnick (DATENCENTER: Trainerprofil) mehr als jeder seiner Spieler - und er plädiert dafür, dass dieses Beispiel Schule macht.

Auch Hildebrand muss zurücktreten

Rangnick verdient laut "Bild" zwei Millionen Euro im Jahr - und damit mehr als jeder seiner Spieler.

Auch Neuverpflichtung Timo Hildebrand und Sejad Salihovic, dessen Kontrakt im November verlängert wurde, müssen sich mit etwas weniger zufriedengeben.

Beide sollen um die 1,9 Millionen Euro verdienen - wie auch Stürmer Chinedu Obasi.

Größere Verantwortung, mehr Geld

Dahinter steckt System: "Derjenige, der die größte Verantwortung trägt, muss auch am meisten verdienen", erklärte Rangnick im "Spiegel": "In großen Unternehmen wie Daimler, Siemens oder SAP ist das nicht anders."

Ein Vergleich, der aber nicht 1:1 auf Fußball-Klubs passt, wo Spitzenspieler einen weit größeren Einfluss auf den Marktwert ihres Unternehmens haben als gewöhnliche Angestellte.

Das Tageswerk eines Autobauers bei Daimler lockt schließlich nicht zehntausende zahlende Zuschauer an - und keiner kauft sich Trikots mit Namen und Rückennummer eines Software-Entwicklers von SAP.

Friedrich bekommt viermal so viel...

Weil Fußballer die "Cash Cows" der Branche sind, verdienen sie auch fast überall in der Bundesliga mehr als ihre Kuh-Hüter.

Bei Bremen bekommt Spitzenverdiener Torsten Frings mit geschätzten 4,2 Millionen Euro pro Jahr fast dreimal so viel wie sein Trainer Thomas Schaaf (1,5 Millionen).

Noch größer ist das Gefälle bei Hertha BSC Berlin, wo Arne Friedrich mit aktuell noch 3,5 Millionen Euro mehr als viermal so viel einstreicht wie Lucien Favre (800.000).

... Lehmann sechsmal

Und beim VfB Stuttgart landet Keeper Jens Lehmann mit 3,5 Millionen fast sechsmal so viel auf dem Konto wie bei Teamchef Markus Babbel (600.000).

Selbst beim nicht direkt starbesetzten Energie Cottbus muss sich Coach Bojan Prasnikar (300.000) mit weniger begnügen als der in Ungnade gefallene Igor Mitreski (450.000).

Klinsmann fürstlich entlohnt

Nicht ganz klar ist, wie es beim Meister aussieht: Sicher ist, dass sich Trainer Jürgen Klinsmann seine Dienste dort einiges Kosten lässt.

Von acht Millionen Euro Jahresverdienst war kurz nach seiner Verpflichtung die Rede.

Das Gehalt von Bayerns Top-Verdiener auf dem Platz - Stürmer Luca Toni - wird auf 5,7 Millionen Euro netto taxiert. Superstar Franck Ribery verdient geschätzte vier Millionen Euro netto.

Topverdiener Daum in Gefahr

Die einzig sichere zweite Ausnahme von der Regel, dass der Topspieler genauso viel oder mehr verdient als der Trainer, ist Köln.

Dort ist Christoph Daum (DATENCENTER: Trainerprofil) aber auch Trainer und größter Star in Personalunion. Mit 2,2 Millionen Euro ist er Spitzenverdiener.

Aber der Status wäre in ernsthafter Gefahr, sollte es mit dem Wechsel von Lukas Podolski zurück an den Rhein klappen.

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