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Frings (l., mit Allofs) spielte zwischen 1997 und 2002 sowie 2005 und 2011 bei Werder Bremen © getty

Bremen verweigert seinem Ex-Kapitän, sich während der MLS-Pause bei den Profis fitzuhalten. Einem Konflikt verneint Allofs aber.

Von Christian Paschwitz und Florian Waldkötter

München - Eine solche Rückkehr zu Werder Bremen hätte sich Torsten Frings vor kurzem wohl nicht mal ansatzweise vorstellen können:

Eine gefühlte Ewigkeit hatte der inzwischen 34-Jährige bei den Hanseaten die Richtung vorgegeben, war immer Führungsfigur, ehe er zur neuen Saison in die US-Profi-Liga MLS zum FC Toronto wechselte.

Dass der ehemalige Kapitän bei Werders Profis danach gar keinen Stellenwert mehr haben würde, dass Frings sich bei den Ex-Kollegen nicht mal mehr fithalten dürfte - all das schien undenkbar.

Doch genau das widerfährt dem Ex-Nationalspieler gerade: Frings darf nur mit der U-19-Mannschaft des Bundesligisten-Vierten trainieren. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Vorgriff auf spätere Trainertätigkeit"

"Nach einem persönlichen Gespräch sind wir zu dieser einvernehmlichen Lösung gekommen", versucht Klub-Boss Klaus Allofs die bemerkenswerte Situation zwar abzuschwächen. "Es ist für Torsten auch ein Vorgriff auf seine spätere Trainertätigkeit. Nach seiner Zeit in Toronto kann er den Trainerberuf bei uns von der Pike auf lernen."

Frings Quasi-Abschiebung zu den A-Junioren wirkt für viele Beobachter jedoch vielmehr wie eine nachträgliche Degradierung.

Offenbar Grund dafür: Den Klub-Verantwortlichen missfällt, dass Frings bei seiner Rückkehr nach Deutschland gegenüber Journalisten verkündet hatte, sich während der MLS-Saisonpause bei Werders Profis fit halten zu wollen, um im Januar dann nach Toronto zurückzukehren.

Allofs: Erst gereizt, dann betont versöhnlich

Mit Allofs und Co. war das indes keineswegs vorher abgesprochen - und hatte deshalb für Grummeln gesorgt: "Ich habe gerne das Heft des Handelns in der Hand. Und der Trainer auch", reagierte Allofs in der "Bild" gereizt auf das Thema.

[kaltura id="0_s54697zp" class="full_size" title="Frings in Bremen willkommen"]

Auch wenn der Vereinschef nun relativiert: ""Es gibt keinen Zoff zwischen Torsten Frings und Werder. Wir sind alle happy miteinander."

Frings dürfte das weniger sein - zumal in der von Ex-Profi Mirko Votava betreuten U 19 nur Teenager spielen. "Wir freuen uns über jeden neuen Spieler...", kommentierte Votava die Situation durchaus süffisant.

Nur einmal Training - bei Votava

Was Frings' eigentlichem Vorhaben ebenso zuwiderläuft: Anders als bei den Profis unter Coach Thomas Schaaf wird er wohl nur einmal trainieren. Sich auf diesem Weg die gewünschte Fitness zu holen, scheint fraglich.

Zumindest in einem Punkt herrscht Einigkeit: Frings wird wie erhofft am Samstag beim Bundesliga-Heimspiel gegen Köln offiziell verabschiedet, bekommt im Weserstadion einen Blumenstrauß überreicht.

"Wir haben vereinbart, dass Torsten Frings unmittelbar vor dem Anpfiff auf dem Spielfeld verabschiedet wird", so Allofs. "Es wird nichts Außergewöhnliches, sondern so, wie wir in den letzten Jahren die anderen Spieler auch verabschiedet haben."

Keine Lust auf Kollegen beim Freimarkt

Harmonie hört sich anders an. Ins Bild passt auch, dass Frings unlängst beim traditionellen Bremer-Freimarkt es für unnötig hielt, seine alte Mannschaft und Vereinsbosse im Festzelt zu besuchen.

"Das tu' ich mir nicht an", sagte Frings seinerzeit der "Syker Kreiszeitung".

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