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Mario Götze (l.) und Moritz Leitner wirbeln in Dortmunds Mittelfeld © imago

Vor dem Spiel gegen Wolfsburg versichern die BVB-Bosse, dass ein Götze- Wechsel kein Thema ist. Mit Leitner steht ein Juwel bereit.

Von Matthias Becker

Dortmund - Borussia Dortmund versucht weiter mit aller Macht, die Diskussion um einen möglichen Abschied von Mario Götze einzufangen.

"Mario ist Spieler von Borussia Dortmund und wird das bleiben. Wir haben keine Schmerzgrenze und sollten den Jungen jetzt einfach mal in Ruhe Fußball spielen lassen", forderte BVB-Boss Hans Joachim Watzke in der "Bild".

Das wünscht sich auch Götze, der nach seinen heiß diskutierten Äußerungen über einen möglichen Wechsel ("Grundsätzlich kann ich nichts ausschließen", "Das Interesse der Bayern ehrt mich"), bereits zurückgerudert war.

"Wie oft sollen mein Berater und ich denn noch betonen, dass wir uns zurzeit keinen besseren Klub als den BVB vorstellen können?", hatte der Nationalspieler gefragt.

Und auch Trainer Jürgen Klopp betont nun: "Es gibt keine Überlegungen von ihm, Dortmund zu verlassen."

Starke Leistung gegen Piräus

Bei all dieser Aufregung um Götze ging fast ein wenig unter, dass bereits das nächste Mittelfeld-Juwel für Großtaten bereit steht.

Beim 1:0-Erfolg gegen Olympiakos Piräus (Bericht) gab Moritz Leitner sein Pflichtspieldebüt in der Dortmunder Startelf.

Und der 18-Jährige machte seine Sache als Vertreter von Sven Bender im defensiven Mittelfeld ausgezeichnet, bis er fünf Minuten vor Spielende mit Krämpfen in beiden Waden ausgewechselt werden musste.

Fast zwölf Kilometer war Leitner bis dahin gelaufen.

Mit 88 Prozent angekommener Pässe wies er die beste Quote aller Dortmunder Spieler auf - und das in einem Alles-oder-Nichts-Spiel auf höchster europäischer Ebene!

[kaltura id="0_1wi4vzex" class="full_size" title="Erleichterung bei Dortmund nach 1 0 gegen Pir us"]

Viel Lob von Klopp

"Seine Entwicklung ist super positiv", stellte Klopp erfreut fest und nannte auch gleich die Gründe dafür:

"Moritz hat vier Kilo an Muskelmasse zugelegt, er wirkt stabiler, er ist auf dem Weg zum Mann. Und der Spaß am Fußball fließt ihm ohnehin aus den Ohren raus."

Spaß und Muskeln sind aber sicher nicht der einzige Grund, weshalb Leitner auch beim Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) erster Kandidat für einen Platz in der Startelf ist, sollte Bender nicht rechtzeitig fit werden.

(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Ich hatte nie Zweifel"

Trotz seiner jungen Jahre weiß Leitner nämlich auch schon sehr genau, was er kann.

Mit dem FC Augsburg, an den der BVB den früheren Münchner "Löwen" vergangene Rückrunde auslieh, stieg er in die Bundesliga auf und bereitete dabei zwei Tore vor.

Die Rückkehr zum Meister stand für Leitner trotz des großen Konkurrenzkampfs im Dortmunder Kader nicht infrage.

"Ich hatte nie Zweifel", sagte er nach seinem Auftritt gegen Piräus: "Ich hänge mich im Training voll rein und zeige dem Trainer, was ich kann."

Selbstbewusst und frech

Das Gesehene hat Klopp zumindest so sehr überzeugt, dass er Leitner derzeit den Vorzug vor Neuzugang Ilkay Gündogan gibt, den die Borussia im Sommer immerhin für vier Millionen Euro aus Nürnberg holte.

"Der ist schon sehr selbstbewusst", erklärte BVB-Kapitän Sebastian Kehl mit einem Schmunzeln über seinen Partner auf der Sechser-Position.

"Der Trainer hat gesagt, ich soll so spielen wie ich bin, eben frech, und das habe ich gemacht", fasste es Leitner selbst zusammen.

"Der ist ein geiler Zocker"

Gegen Olympiakos suchte er hin und wieder auch den Weg nach vorne, wagte kurz nach der Pause zwei Fernschüsse aufs Gehäuse der Griechen.

Ob er wohl auch Götze ersetzen könnte?

Ganz so offensivstark wie der nur ein Jahr ältere Kollege ist der gebürtige Münchner sicher nicht, der Kollege sparte aber schon vor Saisonbeginn nicht mit Lob.

"Der ist schon ein geiler Zocker", sagte Götze damals über Leitner. Selbst Jürgen Klopp hätte es wohl nicht besser ausdrücken können.

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