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Lucien Favre (l.) mit seinem besten Stürmer Marco Reus (fünf Tore) © getty

Das Gastspiel an alter Wirkungsstätte ist für "Fohlen"-Coach Lucien Favre "ganz besonders". Unstimmigkeiten sind ad acta gelegt.

Köln/Berlin - In den letzten Tagen tat Trainer Lucien Favre das, was ihm in seiner Schweizer Heimat den Spitznamen "Super-Hirnli" eingebracht hat.

Der 54 Jahre alte Fußballlehrer tüftelte an seiner Taktik für das Bundesligaspiel von Borussia Mönchengladbach am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) bei Aufsteiger Hertha BSC in Berlin, seinem Ex-Klub.

"Das wird ein besonderes Spiel", sagte der Eidgenosse, versucht aber, zuviel persönliche Emotion aus dem Match herauszuhalten:

"Ich freue mich darauf, wieder nach Berlin zu kommen und dort viele Leute zu treffen, die ich aus meiner Zeit bei Hertha kenne. Aber davon abgesehen ist es ein normales Spiel für mich mit Borussia. Ein Spiel, das wir gewinnen wollen."

Favre: Rückkehr zum Ex-Verein

Unvergessen ist allerdings in der deutschen Hauptstadt, dass Favre 2009 mit seiner Hertha bis kurz vor dem Saisonende im Kampf um die deutsche Meisterschaft mit dabei war.

Am Ende ging der "alten Dame" ein wenig die Puste aus und musste sich mit Rang vier zufrieden geben.

"Unser Abschneiden war eine Sensation", sagte er dennoch rückblickend.

Ende September des gleichen Jahres war allerdings die Ära Favre an der Spree vorbei, Hertha gab ihm den Laufpass. Favre hatte daran schwer zu knabbern.

Rechtsstreit mit Hertha abgehakt

Er hatte selbst Anfang Oktober 2009 zu einer Pressekonferenz geladen.

Favre warf der Führung um Hertha-Präsident Werner Gegenbauer darin eine verfehlte Personalpolitik vor, der Klub habe zu spät über Neuverpflichtungen nachgedacht.

Es folgte eine Rechtsstreit um die Abfindung, der erst im Februar 2010 beigelegt wurde.

Statt 1,4 Millionen Euro musste sich der Schweizer angeblich mit knapp einer halben Million begnügen. All das hat der Coach abgehakt.

Favre: "Das ist vorbei. Ich hatte in Berlin eine tolle Zeit und werde die Stadt und die Menschen dort nie vergessen. Auch zu den Leuten bei Hertha habe ich ein gutes Verhältnis, zu allen. Ich habe zwei Jahre und drei Monate dort gearbeitet. Für Deutschland ist das eine lange Zeit, der Durchschnitt liegt bei den Trainern bei 10 bis 14 Monaten."

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Gladbach dank "Super-Hirnli" obenauf

Auch in Mönchengladbach hat er Erstaunliches geleistet.

Mit 20 Punkten rangieren die Fohlen im Vorderfeld der Tabelle, auf Tuchfühlung sogar zu den Champions-League-Plätzen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Rückblick zur vergangenen Saison: als Retter führte Favre die schon total abgeschlagenen Borussen noch auf Tabellenplatz 16 und schaffte über die Relegationsspiele gegen den VfL Bochum den Klassenerhalt.

Hertha nicht unterschätzen

In dieser Spielzeit starteten die Gladbacher unter dem Eidgenossen dann durch. Taktische Disziplin und gute Raumaufteilung zeichnet die Teams von "Super-Hirnli" aus.

Favre warnt allerdings vor dem Bundesliga-Rückkehrer.

"Hertha BSC ist kein normaler Aufsteiger, das ist ein Riesenklub mit großer Tradition, der sich wieder in der Bundesliga etablieren wird, das ist klar", sagte der Borussen-Cheftrainer.

Duelle um Platz zwei

Spannung verspricht derweil zur 12. Runde auch der Kampf zwischen den Kohlenpott-Rivalen Schalke 04 und Borussia Dortmund um Platz zwei und die Rolle als Jäger Nummer eins von Tabellenführer Bayern München, der am Sonntag ohne Spielmacher Bastian Schweinsteiger (Schlüsselbeinbruch) bei Neuling FC Augsburg gastiert.

Der BVB hat es am Samstag mit dem VfL Wolfsburg zu tun, während die Königsblauen im Duell der Europa-League-Starter am Sonntag bei Hannover 96 antreten müssen.

96-Trainer Mirko Slomka und Ex-Nationalspieler Christian Pander treffen mit den Niedersachsen auf ihren Ex-Klub.

Leverkusen unter Zugzwang

Werder Bremen will seinerseits den Aufschwung im Heimspiel gegen den 1. FC Köln fortsetzen.

Bayer Leverkusen steht gegen das Tabellenkellerkind Hamburger SV vor einer unbequemen Aufgabe.

Der Vizemeister muss unbedingt gewinnen, will der Werksklub den Anschluss an die Spitzenteams wenigstens halbwegs halten.

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