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Andreas Ivanschitz (r.) verwandelte den Elfmeter zum 2:1 für Mainz © getty

Im Süd-West-Derby gegen Stuttgart besiegen die 05er ihren Heimfluch. Eine strittige Entscheidung bringt sie auf die Siegerstraße.

Mainz - Dank Doppeltorschütze Anthony Ujah hat der FSV Mainz 05 seine Talfahrt vorerst gestoppt und den ersten Heimerfolg nach 89 Tagen gefeiert:

Durch ein 3:1 (0:0) im Duell mit Angstgegner VfB Stuttgart beendeten die Rheinhessen eine Durststrecke von neun Punktspielen in Serie ohne Sieg und verschafften sich im Tabellenkeller etwas Luft.

Vor 34.000 Zuschauern besiegelten Ujah (53./64.) mit seinen ersten beiden Saisontreffern und der überragende Andreas Ivanschitz (60., Foulelfmeter) den erst dritten Saison-"Dreier" der Mainzer, die in der vergangenen Saison noch auf Platz fünf gelandet waren 478072(DIASHOW: Der 12. Spieltag).

"Die Erleichterung ist natürlich groß. Nichts fühlt sich so gut an wie ein Sieg", sagte der Mainzer Trainer Thomas Tuchel nach dem Spiel.

VfB verpasst Chance auf Platz zwei

Die zuvor so formstarken Stuttgarter verpassten die Chance, sich mit einem Sieg zumindest für eine Nacht auf den zweiten Rang der Tabelle zu schieben.

"Wir hatten einige Unachtsamkeiten. Nach der Führung hatten wir die Mainzer eigentlich da, wo wir sie haben wollten", ärgerte sich VfB-Coach Bruno Labbadia.

Cacau hatte die Schwaben zunächst in Führung gebracht (50.).

In der Schlussphase agierten die Gäste in Überzahl, nachdem Eugen Polanski in der 83. Minute wegen groben Foulspiels am eingewechselten Christoph Hemlein die Rote Karte gesehen hatte.

Nach Spielschluss sah VfB-Abwehrspieler Maza wegen Meckerns zudem Gelb-Rot (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Rassige Partie

Besonders in der zweiten Halbzeit einer rassigen Partie überschlugen sich die Ereignisse: Zunächst nutzte Nationalstürmer Cacau eine Hereingabe von Martin Harnik zu seinem vierten Saisontreffer.

Doch quasi im Gegenzug und mit dem Rücken zur Wand gaben die Mainzer die Antwort.

Umstrittener Elfmeter

Nach einer Flanke von Soto köpfte der Nigerianer Ujah zum 1:1 ein.

Danach geriet Schiedsrichter Guido Winkmann (Kerken) in die Mittelpunkt der Diskussionen, als er nach einem Schubser von VfB-Abwehrspieler Maza gegen Nicolai Müller im Strafraum überraschend auf Elfmeter entschied.

Labbadia und Bobic in Rage

"Wir haben von der ersten Minute an gegen zwölf Leute gespielt. Das muss man so deutlich sagen", übte Labbadia heftige Kritik am Unparteiischen.

Auch Fredi Bobic ging mit Winkmann hart ins Gericht. "Der Elfmeter ist eine entscheidende Szene gewesen. Das ist Wahnsinn, wirklich abenteuerlich. Ich weiß nicht, was ich da erkennen soll", regte sich der Stuttgarter Sportdirektor bei LIGA total! auf.

Ivanschitz verwandelt sicher

Ivanschitz verwandelte mit einem Flachschuss sicher. Für die Entscheidung sorgte nur wenig später Angreifer Ujah, als er nach Vorarbeit von Ivanschitz ein Missverständnis zwischen Cristian Molinaro und VfB-Keeper Sven Ulreich ausnutzte und eine Welle der Erleichterung auslöste.

FSV-Trainer Thomas Tuchel, der zuletzt durch seine Kritik an den Unparteiischen in die Negativ-Schlagzeilen geraten war, hatte seine Mannschaft gegenüber der Niederlage gegen Werder Bremen (1:3) auf vier Positionen verändert.

Unter anderem nahm der 38-Jährige die Offensivkräfte Yunus Malli und Eric Maxim Choupo-Moting aus der Startelf und setzte diesmal auf Müller und Ivanschitz als Vorbereiter für Stürmer Ujah.

Boulahrouz rettet auf der Linie

Besonders die Hereinnahme von Ivanschitz hätte sich im zweiten Heimspiel binnen sechs Tagen fast schon in der ersten Halbzeit ausgezahlt. Doch einen Flachschuss des agilen Österreichers kratzte VfB-Verteidiger Khalid Boulahrouz (37.) in höchster Not noch von der Linie.

Die Gastgeber begannen äußerst engagiert und zeigten sich keineswegs verunsichert von zuletzt neun Spielen ohne Sieg. Die erste Chance hatten aber die Stuttgarter, die zuvor nur eins von zehn Duellen gegen Mainz verloren hatten.

Wetklo pariert hervorragend

Nach einem Kopfball von Zdravko Kuzmanovic lenkte FSV-Keeper Christian Wetklo den Ball über die Latte (7.). Wetklo, der auch in der 25. Minute gegen Cacau hervorragend parierte, hatte erneut den Vorzug gegenüber dem einstigen Stammtorhüter Heinz Müller erhalten.

Auch die zunächst feldüberlegenen Mainzer kamen gefährlich vor das VfB-Gehäuse. Doch Ivanschitz (10.) und Elkin Soto (22.), der Abwehrboss Nikolce Noveski (Muskelblessur) als Kapitän vertrat, scheiterten an Stuttgarts Schlussmann Sven Ulreich.

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