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Bruno Labbadia (3.v.l.) hat in der Vorsaison Stuttgart vorm Abstieg bewahrt © getty

Nach der Pleite in Mainz hadern die Stuttgarter mit dem Unparteiischen. Bruno Labbadia zweifelt sogar am Sinn von Fairplay.

Mainz - Als Matchwinner Anthony Ujah gemeinsam mit den Mainzer Fans und per Megaphon die Humba anstimmte, bekam Guido Winkmann in den Stadionkatakomben bereits den Marsch geblasen.

Die vernichtende Kritik an dem schwach pfeifenden Schiedsrichter aus Kerken brachte Trainer Bruno Labbadia vom VfB Stuttgart nach dem 1:3 (0:0) beim FSV Mainz 05 (Bericht) am deutlichsten auf den Punkt.

"Wir haben von der ersten Minute an gegen zwölf Mann gespielt", sagte Labbadia über den Polizeibeamten Winkmann, dem er unmittelbar nach dem Abpfiff schon auf dem Spielfeld persönlich die Meinung gegeigt hatte: "Jeder Mensch kann Fehler machen, aber er hat heute des öfteren welche gemacht."

Tuchel fühlt mit Labbadia

Stuttgarts Antreiber Martin Harnik forderte nach der "Ein-Mann-Show" (VfB-Torhüter Sven Ulreich) des Referees indirekt sogar den Deutschen Fußball-Bund (DFB) zum Handeln auf: "Man sollte hinterfragen, was mit dem Schiedsrichter los war", sagte der Österreicher.

Selbst FSV-Coach Thomas Tuchel, der sich zuletzt mit einigen Unparteiischen angelegt hatte, konnte den Unmut der Schwaben "zu hundert Prozent" nachvollziehen.

"Ich kann Brunos Ärger nachfühlen. Unseren Elfmeter hätte man nicht pfeifen müssen. Beim Foul an Gebhart hatten wir sogar noch einmal Glück in der 91. Minute", sagte Tuchel bei LIGA total!.

"Die Entscheidung ist Wahnsinn"

Im Mittelpunkt der Kritik stand neben den fragwürdigen Platzverweisen gegen den Mainzer Eugen Polanski (83.) und Stuttgarts Maza nach dem Schlusspfiff besonders der Elfmeterpfiff gegen die Gäste in der 59. Minute.

"Es geht nicht darum einen Sündenbock zu suchen, nur war der Elfmeter einfach eine Schlüsselstelle im Spiel. Diese Entscheidung ist der Wahnsinn", sagte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic bei LIGA total!.

Winkmann hatte einen harmlosen Rempler von Verteidiger Maza gegen FSV-Stürmer Nicolai Müller als elfmeterwürdig eingestuft 478072(DIASHOW: Der 12. Spieltag).

"Sogar Müller wollte weiterspielen und hat gar nicht mit einem Pfiff gerechnet", behauptete Harnik.

Andreas Ivanschitz verwandelte das "Geschenk" zum vorentscheidenden 2:1 für die zuvor in neun Partien sieglosen Mainzer, denen Ujah mit seinen ersten beiden Treffern (53./64.) den ersten Heimerfolg nach 89 Tagen bescherte.

Stuttgarter fühlen sich betrogen

Eine besondere Note bekam die Szene des Abends durch die Tatsache, dass Tuchel den Referees in den vergangenen Wochen immer wieder eine Benachteiligung seiner Mannschaft vorgeworfen hatte.

Ob der überraschende Elfmeterpfiff Winkmanns nun eine unbewusste Reaktion auf die Schelte war?

"Ich glaube nicht, dass das einen Einfluss hatte", sagte Tuchel - und schmunzelte verlegen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Den Stuttgartern, die Cacau (50.) sogar in Führung gebracht hatte, war auch Stunden nach der bitteren Niederlage nicht zum Lachen zumute. Zumal sie sich ihrerseits um einen Elfmeter betrogen fühlten.

"Das kann Maza gar nicht"

Nur vier Minuten vor dem Strafstoß für Mainz blieb die Pfeife von Winkmann nach einem Zusammenprall von FSV-Keeper Christian Wetklo mit Shinji Okazaki stumm.

Labbadia zweifelt deshalb sogar am Sinn von Fairplay.

"Ich sage den Spielern immer, sie sollen sich nicht fallen lassen. Aber anscheinend bekommt man erst einen Elfer, wenn man sich auch fallen lässt", sagte der einstige Bundesliga-Profi.

"Die diversen Fehlentscheidungen haben uns aus dem Rhythmus gebracht. Es ist unheimlich ärgerlich, dass uns dieses Spiel weggenommen wurde."

Labbadia hielt auch die Gelb-Rote Karte gegen Maza nach dem Abpfiff für eine krasse Fehlentscheidung. Der Mexikaner soll in Richtung des Unparteiischen gemeckert haben.

"Das kann Maza gar nicht. Außerdem stand ich daneben, er hat nichts gesagt", sagte der VfB-Coach.

Ujah "hat die Antennen draußen"

Nach seinen ersten beiden Ligatreffern fühlte sich Doppeltorschütze Ujah indes wie "in einem Traum".

Der 21-jährige Nigerianer war erst vor der Saison für 2,5 Millionen Euro vom norwegischen Erstligisten Lilleström SK, für den er in 36 Spielen 27 Treffer erzielte, nach Rheinhessen gewechselt.

"Anthony musste in den vergangenen Monaten viel lernen. Aber jetzt hat er die Antennen draußen und hat sich verdient von den Fans abfeiern lassen", lobte Tuchel seine Nummer 13.

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