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Uli Hoeneß ist ein Mann der klaren Worte. Wenn den Ex-Präsidenten des FC Bayern  jemand verärgert, dann tut er dies ungefiltert und oftmals lautstark kund. Freunde macht er sich damit eher nicht
Uli Hoeneß ist seit November 2009 Präsident des FC Bayern München © imago

Der Bayern-Präsident mahnt vor dem heiklen Derby beim FCA zur Achtsamkeit. Die Augsburger zeigen sich angriffslustig.

München/Augsburg - Das war dann doch etwas zu viel für Uli Hoeneß.

Den Schlüsselbeinbruch von Bastian Schweinsteiger hatte der Präsident von Bayern München ja noch weggesteckt, aber diese ketzerische Frage einer Radioreporterin brachte die Welt des 59-Jährigen ein Stück weit aus den Fugen.

Ob denn eine Chance bestehe, dass sich seine Bayern im Derby bei Aufsteiger FC Augsburg am Sonntag zur Nummer eins im Freistaat krönen könnten, fragte die Journalistin.

Hoeneß war zunächst irritiert, sammelte sich dann einen Augenblick und stellte schließlich süffisant fest: "Dafür brauchen wir nicht unbedingt den Sonntag."

Hoeneß warnt vor Augsburg

Dennoch mahnt der FCB-Präsident die Münchener zur Achtsamkeit: "Das Spiel wird nicht leicht. Augsburg hat zwar nicht unsere Qualität, aber sie können rennen. Und das werden sie."

"Der Sieg ist eine Frage des Schweinehundes. Der muss überwunden werden", meinte der 59-Jährige.

Aufwärtstrend jäh gestoppt

Ein Augsburger Triumph könne nur gelingen, räumte auch der wiedergenesene Abwehrspieler Paul Verhaegh ein, "wenn Bayern einen extrem schlechten Tag erwischt und wir einen extrem guten".

Zuletzt erwischte allerdings der zu Hause noch sieglose FCA einen extrem schlechten Tag.

Augsburg ging beim 1. FC Köln mit 0:3 baden und rutschte auf Tabellenplatz 17 ab. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Vorbei der zarte Aufwärtstrend nach dem ersten Bundesliga-Sieg der Vereinsgeschichte in Mainz, dem anschließenden Punktgewinn gegen Werder Bremen und dem Erreichen des Pokal-Achtelfinales durch den mühsamen 1:0-Arbeitssieg beim Viertligisten RB Leipzig.

[kaltura id="0_m9igjjam" class="full_size" title=" Schweinis Hinrunden Aus schockt Bayern"]

Augsburger plagen Personalsorgen

Zudem ging in Köln auch noch Kapitän Uwe Möhrle mit einer Adduktorenverletzung von Bord, und Stürmer Torsten Oehrl sah die Rote Karte.

Pünktlich zum "Highlight" (FCA-Innenverteidiger Sebastian Langkamp) gegen die Bayern fallen nun auch noch Stammtorhüter Simon Jentzsch (Fingerverletzung) und Mittelfeldspieler Axel Bellinghausen (Knieprobleme) aus, die beide am Freitag operiert wurden.

"Wir sind vom Glück gerade nicht so begünstigt", sagte Manager Andreas Rettig: "Aber wir dürfen nicht in das Spiel gegen die Bayern gehen und die Stimmung verbreiten, dass wir nichts zu verlieren haben."

Bayern auf Augenhöhe mit Barcelona?

Für den 35 Jahre alten Jentzsch soll am Sonntag wie schon im Pokal in Leipzig Mohamed Amsif im Tor stehen und sein Bundesliga-Debüt feiern.

"Er hat mein Vertrauen, er ist ein Torwart mit absoluter Bundesliga-Qualität", sagte Trainer Jos Luhukay.

Ob Bundesliga-Qualität allerdings reichen wird, um die treffsicherste Offensive der Liga zu stoppen, ist mehr als zweifelhaft. "Wir spielen gegen die Bayern, die mittlerweile vielleicht die beste Mannschaft in Europa sind. Sie brauchen sich auch nicht vor Barcelona zu verstecken", sagte Luhukay:

"Die Angst beiseitelegen"

"Es reicht keine normale Leistung, wir wollen am Sonntag der Schrecken der Bayern werden. Die Angst vor dem Gegner sollte man beiseitelegen", sagte der Niederländer.

Vielleicht hilft Augsburg ja die "Sprengung im Maschinenraum" des FC Bayern, wie die Süddeutsche Zeitung den Ausfall von Bayerns Mittelfeldmotor Schweinsteiger beschrieb.

Oder aber der FCA nimmt sich ein Beispiel an der SpVgg Unterhaching.

Die "gewiss nicht starken Hachinger", wie der kicker damals schrieb, schlugen "nachlässige Bayern" am 22. Spieltag der Saison 2000/2001 dank Miroslaw Spizak mit 1:0.

Manchmal kann eben auch eine normale Leistung reichen.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

FC Augsburg: Amsif - Verhaegh, Callsen-Bracker, Langkamp, Hosogai - Sinkala, Davids - Brinkmann, Baier, Bellinghausen - Mölders

FC Bayern: Neuer - Rafinha, van Buyten, Badstuber, Lahm - Timoschtschuk, Luiz Gustavo - Müller, Kroos, Ribery - Gomez

Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)

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