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Heiko Westermann (l.) brachte Hamburg mit seinem Treffer zum 1:2 ins Spiel zurück © getty

Leverkusen und der HSV nehmen sich die Punkte weg. Hamburg zeigt Moral, wartet aber weiter auf den ersten Sieg unter Fink.

Leverkusen - Bayer Leverkusen tritt weiter auf der Stelle, der Hamburger SV bleibt im Tabellenkeller.

Trotzdem konnten sich die Gäste nach dem 2:2 (1:2) zumindest über einen nach 20 Minuten kaum mehr erwarteten Punkt freuen. 478072(DIASHOW: Der 12. Spieltag)

Am 75. Geburtstag von HSV-Idol Uwe Seeler machte der Bundesliga-Dino einem 0:2-Rückstand nach einer fürchterlichen ersten halben Stunde wett.

Damit bleiben die Hanseaten unter ihrem neuen Trainer und Hoffnungsträger Thorsten Fink ungeschlagen, warten aber nach vier Spielen auch weiter auf den ersten Sieg. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Fink zieht positives Fazit

Fink zog nach der Partie dennoch ein positives Fazit.

"Unsere Mannschaft hat wieder Moral bewiesen. Das zeigt, dass wir einen guten Charakter haben. Und auch spielerisch haben wir nach einer halben Stunde gezeigt, was wir drauf haben", unterstrich der Trainer der Gäste:

"Die Leistung gegen ein Team wie Leverkusen war imposant. Wir gehen mit Rückenwind aus diesem Spiel."

Dutt: "Absoluter Rückschlag"

Vizemeister Leverkusen kassierte dagegen vier Tage nach dem 1:3 in der Champions League beim FC Valencia einen weiteren Dämpfer und hinkt seinen hohen Ansprüchen in der Meisterschaft weiterhin hinterher.

"Wenn du so spielst wie wir in der ersten halben Stunde und folgerichtig 2:0 führst - eigentlich muss es ja 3:0 stehen - dann ist das Ernüchterung pur", sagte Coach Robin Dutt:

"Das war absolut ein Rückschlag. Wir haben erst in den letzten 20 Minuten wieder ins Spiel gefunden."

Auch Ballack sieht einen Rückschritt

Auch bei Michael Ballack, der nach der Auswechslung von Simon Rolfes die Kapitänsbinde übernahm, war die Enttäuschung groß.

"Wir haben hervorragend begonnen und verdient 2:0 geführt. Dann schalten wir zwei Gänge zurück und bringen uns selbst in Schwulitäten", sagte der frühere Nationalspieler:

"Wir sind in den entscheidenden Moment nicht eng genug dran und machen uns die Spiele kaputt. Natürlich ist das ein Rückschritt."

Bei Hamburgs Torschütze Marcell Jansen überwog hingegen die Zufriedenheit darüber, das Spiel noch gedreht zu haben:

"Es freut mich besonders, dass wir nach so einer Anfangsphase noch so ein Spiel machen. Mit etwas Glück hätten wir sogar drei Punkte holen können."

Führung reicht nicht

Andre Schürrle (6.) und Nationalmannschafts-Kollege Lars Bender (20.) hatten Bayer vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena 2:0 in Führung geschossen.

Heiko Westermann (34.) machte mit dem Anschlusstreffer eine zunächst einseitige Begegnung wieder spannend, ehe Jansen in der 58. Minute der Ausgleich gelang.

Damit schaffte der HSV nach 109 Spielen wieder das Kunststück, einen 0:2-Rückstand in der Bundesliga wettzumachen.

Schürrle aus 35 Metern

Die Führung für die Werkself resultierte aus einem direkt verwandelten Freistoß von Schürrle aus rund 35 Metern, der allerdings noch von Dennies Diekmeier mit dem Kopf leicht abgefälscht wurde, so dass HSV-Torwart Jaroslav Drobny chancenlos war.

Für Schürrle, der am Montag seinen 21. Geburtstag feiert, war es der zweite Saisontreffer.

Der starke Nationalspieler bereitete dann in der 20. Minute auch den zweiten Treffer von Bender vor, der seinen ersten Saisontreffer bejubelte.

In der 31. Minute besaß der Ex-Mainzer Schürrle eine weitere Chance zur Resultatserhöhung.

Westermann leitet Wende ein

Wie aus dem Nichts gelang Westermann das 1:2, wonach sich der HSV wie verwandelt präsentierte.

Denn zuvor hatten die Gäste Bayer, das offensichtlich auch um attraktiven Fußball bemüht war, nicht viel entgegensetzen.

Lediglich der frühere Leverkusener Gökhan Töre mühte sich, fand aber bei seinen Kollegen im Offensivspiel kaum Unterstützung, sodass die Hamburger Angriffe zumeist früh unterbunden wurden.

Leverkusen hatte seinerseits vor dem 2:0 durch Stefan Kießling und Schürrle weitere gute Möglichkeiten.

Töre (40.) vergab indes die große Chance zum 2:2 für den HSV, der sich nach dem Anschlusstreffer viel mehr zutraute.

Jansen krönt die Aufholjagd

Vor 30.000 Zuschauern machten die Gäste nach Wiederanpfiff weiter mächtig Druck und stellten die seit Wochen wackelige Bayer-Abwehr vor einige Probleme.

Bayer verlegte sich aufs Kontern und hatte durch Ballack und Kießling auch gute Möglichkeiten, ehe Jansen für die Gäste traf.

In der 61. Minute hatte der eingewechselte Eren Derdiyok noch eine gute Gelegenheit für die Hausherren, die unter dem Strich nach guten Beginn aber einmal mehr eine enttäuschende Vorstellung ablieferten.

Ballack und Schürrle verpassen

Innerhalb von zwei Minuten vergaben Ballack (73.) und Schürrle (76.) weitere gute Gelegenheiten.

Beste Leverkusener waren Schürrle, Ballack und Bender, die allerdings nur phasenweise ihr Können aufblitzen ließen.

Beim HSV konnten vor allem Guerrero und Gökhan Töre auf sich aufmerksam machen.

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