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Mario Götze (r.) überrascht seine Kollegen auch mit Kreativität beim Jubeln © getty

Beim Wolfsburg-Triumph gibt Dortmunds Star die Antwort auf alle Wechselgerüchte. Die Fans fiebern schon Bayern entgegen.

Von Christian Paschwitz undChristian Arias Losada

München/Dortmund - Beim ersten Treffer klatschte er ausgelassen mit den Kollegen von der Ersatzbank ab.

Nach seinem zweiten Tor bei der 5:1 (2:0)-Gala gegen den VfL Wolfsburg (Bericht) machte Borussia Dortmunds Mario Götze dann ein Tänzchen mit Mitspieler Felipe Santana.

Es wirkte so, als wollte der Nationalspieler damit wirklich jedem zeigen, dass sein Herzensverein schwarz-gelb ist. 478072(DIASHOW: Der 12. Spieltag)

"Ich fühle mich hier wohl, bin zufrieden und mehr als glücklich. Ich denke, das sieht man auch", erklärte Götze nach Abpfiff bei "Sky". ((DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Wieder Spekulationen um Arsenal

Genötigt zum sichtbaren Treuebekenntnis an den BVB ("Ich habe hier noch Vertrag bis 2014") fühlte sich der 19-Jährige womöglich auch durch die vor Anstoß erneut aufkommenden Spekulationen über einen Abgang im Sommer.

Ein schlichtes "Ja" stieß Götze deshalb aus, als er gefragt wurde, ob er noch länger in Dortmund bleiben werde.

Der "Daily Mail" hatte berichtet, der FC Arsenal buhle erneut um den Shootingstar, nachdem die Engländer bereits im Sommer 40 Millionen Euro geboten haben sollen. (News)

Zurückrudern vor Anpfiff

Götze, auch im Fokus des FC Bayern, hatte die Gerüchte mit einem Interview zudem selbst befeuert ("Grundsätzlich kann ich nichts ausschließen. Das Interesse der Bayern ehrt mich"), war dann aber wieder zurückgerudert:

"Wie oft sollen mein Berater und ich denn noch betonen, dass wir uns zurzeit keinen besseren Klub als den BVB vorstellen können?", fragte er.

Gegen Wolfsburg ließ Götze seinen Worten eindrucksvoll Taten folgen.

Beim ersten Tor (12. Minute) vollstreckte er nach sehenswertem Zusammenspiel mit Shinji Kagawa, der kurz vor der Pause auf 2:0 erhöhte (45.).

"Geniale Spieler in unserer Mannschaft"

Ebenso zum Zunge-Schnalzen war das zweite Tor von Götze (78.), neben dem zudem Sven Bender (61.) und Robert Lewandowski (67.) getroffen hatten:

Mit dem Innenrist schlenzte der Youngster den Ball unhaltbar an VfL-Keeper Diego Bengalio vorbei in die Maschen.

Das Lob wollte Götze aber nicht für sich allein in Anspruch nehmen:

"Es macht so großen Spaß, weil wir so geniale Spieler in unserer Mannschaft haben. Ijedem Spiel versuchen, an unsere Leistungsgrenze zu gehen. Jeder Spieler seinen Anteil dran."

Götze jedoch hatte ihn ganz besonders beim laut Jürgen Klopp "besten Saisonspiel". Der Trainer weiter: "Das war wieder unser Fußball."

Stimmung wie bei Meister-Party

Die Stimmung unter den 80.720 Zuschauern erinnerte fast schon an die Meister-Party im Mai.

Die euphorischen Borussen-Fans gaben den Spielern denn auch eine klare Ansage mit auf den Weg.

"Zieht den Bayern die Lederhosen aus!", dröhnte es durch die Arena mit Blick auf den Bundesliga-Hit nach der Länderspielpause bei Tabellenführer FC Bayern (19. November).

Seit sechs Begegnungen unbesiegt

Dafür gerüstet sind die Dortmunder allemal:

Seit sechs Begegnungen ist das Team inzwischen unbesiegt, holte 16 von 18 möglichen Punkten bei 19:3 Toren - und sprang nun auf Rang zwei:

"Wir sind in der Spitzengruppe dabei, da fühlen wir uns wohl", so Klopp.

"Wir spielen wieder einen richtig guten Fußball", schwärmte auch Kevin Großkreutz. Wenngleich der Mittelfeldmann ergänzte:

"Dennoch sind die Bayern in zwei Wochen Favorit, der Rest interessiert mich nicht. Wir dürfen in München jedoch nicht verlieren."

"Das Gegentor hat uns da auch nicht aus der Ruhe gebracht", nannte Sven Bender bei SPORT1 einen Grund für den aktuellen Höhenflug.

Gesichtsbruch bei Subotic

Für einen Wermutstropfen sorgte aber die schwere Verletzung von Neven Subotic:

Der Innenverteidiger erlitt durch einen Ellbogencheck von Wolfsburgs Sotirios Kyrgiakos einen Mittelgesichtsbruch, fällt für sechs Wochen aus.

Damit fehlt Subotic sowohl gegen die Bayern als auch danach im nächsten Champions-League-Duell (23. November) - ausgerechnet bei Götze-Interessent Arsenal.

Wolfsburg vorm Abstiegskampf

Viel größerer Katzenjammer herrscht dagegen bei den Wolfsburgern, bei denen Aliaksandr Hleb (60.) mit dem zwischenzeitlichen 1:2 (60.) nur kurzzeitig Hoffnung auf etwas Zählbares weckte.

Dem Meister von 2009 droht nach der siebten und zugleich höchsten Saisonniederlage und nur 13 Punkten der Abstiegskampf.

"Für uns geht es jetzt darum, uns von den Abstiegsplätzen fern zu halten", sagte Felix Magath bei Liga total!.

Richtungweisendes Niedersachsen-Derby

Und der VfL-Coach fügte an: "Das Ergebnis könnte zu Überlegungen führen, dass der eine oder andere Spieler nicht die Qualität hat, unsere Ziele zu erreichen."

In dieser Form steht den "Wölfen" im bevorstehenden Niedersachsen-Derby gegen Hannover 96 die nächste Blamage ins Haus.

Entsprechend bedient war Magath, der nach der Pressekonferenz ohne Mannschaft direkt mit seinem Wagen das Weite suchte.

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