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Lucien Favre bejubelt den Gladbacher Sieg, Markus Babbel (hinten) geht leer aus © imago

Ganz Gladbach im Reus-Fieber! Wie schon gegen Hannover traf Marco Reus gegen Berlin doppelt und sicherte damit einen 2:1-Sieg.

Berlin - Als Lucien Favre seinen Tor-Garanten in der 90. Minute vom Feld holte, brandete sogar im Berliner Publikum Applaus auf.

Der derzeitige Alleskönner von Borussia Mönchengladbach bot beim 2:1 gegen Hertha BSC (Spielbericht) Fußball vom Feinsten, erzielte seinen dritten Doppelpack in der laufenden Saison und verschönte so nebenbei die Rückkehr seines Trainers nach Berlin.

Dort war Favre vor knapp zwei Jahren entlassen worden.

"Er ist ein Top-Spieler. Das wissen alle, in Mönchengladbach und in ganz Deutschland", sagte ein zufriedener Favre über sein Juwel 478072(DIASHOW: Der 12. Spieltag).

Zufrieden mit seinem Juwel

Mit zwei herrlichen Treffern hatte der Nationalspieler die Partie gedreht und Favre glücklich gemacht. In Berlin musste der Coach nach vielen Missverständnissen 2009 seinen Hut nehmen.

"Diese Zeit werde ich nie vergessen", sagte Favre erneut, schob aber nach: "Jetzt bin ich Trainer in Gladbach. Deshalb wollte ich in Berlin gewinnen."

Dritter Doppelpack des Youngsters

Bedanken konnte sich der Schweizer bei Reus, der im Olympiastadion vor 60.556 Besuchern Fußball zelebrierte. Höhepunkt seiner Darbietungen war die Direktabnahme zum 2:1 (55.), die das Spiel entschied.

Der Matchwinner selbst blieb bescheiden. "Na, ja", entgegnete der 22-Jährige den vielen Lobeshymnen. "Die gesamte Mannschaft hat heute ordentlich gespielt. Nur deshalb hat es auch bei mir so gut geklappt."

Gelassenheit trotz Wechselgerüchten

Gladbachs Sportdirektor Max Eberl brachte die Qualitäten auf den Punkt. "Wenn er mit seiner Schnelligkeit in den Zweikampf geht, wird es für jeden Abwehrspieler schwer."

Schwer wird es aber auch für Borussia, den Goalgetter zu halten. Wieder machte der Name Bayern München die Runde. Dort soll Reus auf der Wunschliste schon ganz oben stehen.

Angeblich kann er nach Ende der Saison für 18 Millionen Euro gehen. "Trotz der Gerüchte bleibt er erstaunlich gelassen", meinte Eberl lediglich dazu.

Neustädter schwärmt vom Teamkollegen

Reus' Mitspieler wissen, was sie an ihrem Torjäger haben. "Er gehört zu den Top-Drei unter den Offensivspielern in der Liga", sagte Mittelfeldspieler Roman Neustädter und gab zu bedenken, dass Reus anders als etwa Mario Götze und Mario Gomez nicht bei einem Top-Klub spiele.

"Er ist ein toller Spieler, der immer in den freien Raum geht und einen guten Abschluss hat", sagte der starke Patrick Herrmann, der Reus nicht nur vor dem 1:2 mustergültig bediente.

Beste Ausgangsposition für die Borussia

Dank der sieben Tore von Reus stehen die Gladbacher in der Tabelle bestens da (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle). "Wir werden uns jetzt keine neuen Ziele setzen", sagte der ebenfalls starke Martin Stranzl.

Dennoch bleibt die Entwicklung der Fohlen enorm. Im vergangenen Jahr noch Fast-Absteiger, hat Favre das Team in Rekordzeit in lange nicht gekannte Dimensionen geführt - ähnlich wie er es zu besten Hertha-Zeiten gemacht hat.

Babbel sieht intelligenten Angriffsfußball

Die geschlagenen Berliner mussten gar nicht mal sonderlich enttäuscht sein. Anders als bei den Heimspielen gegen den 1. FC Nürnberg (0:1) oder gegen Mainz 05 (0:0) zeigte die Elf von Markus Babbel über weite Strecken intelligenten Angriffsfußball.

"Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat bis zum Schluss alles gegeben", sagte Babbel.

Trainer in Berlin weiter hoch im Kurs

Am Ende reichte es jedoch für den Aufsteiger nicht mal zum Punkt. Dennoch steht Babbel in Berlin weiter hoch im Kurs. Mit 16 Punkten ist das Soll erfüllt.

Angeblich will der Klub den zum Sommer auslaufenden Vertrag verlängern. Schon in den nächsten Tagen.

Manager Michael Preetz sagte dazu allerdings nichts, wies aber zumindest darauf hin, dass er sich auf der Trainerposition Kontinuität wünsche.

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