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Nürnbergs Verteidiger Timm Klose wechselte 2011 vom FC Thun zum Club © getty

Der Club hadert nach der unglücklichen Pleite gegen Freiburg mit dem Referee. Klose nimmt die Niederlage auf seine Kappe.

Nürnberg - Als über dem Stadion die Sonne versank, ging auch der 1. FC Nürnberg unter.

Am Ende eines herrlichen Herbsttages herrschte bei den Franken das blanke Entsetzen.

Die Spieler lagen nach dem Last-Minute-Siegtor des SC Freiburg (Bericht) matt am Boden.

Und die Wut der Fans bekam Schiedsrichter Christian Dingert zu spüren, der in der Nachspielzeit den Foulelfmeter zum 1:2 (1:1) gegeben hatte. 478072(DIASHOW: Der 12. Spieltag)

Die Fans skandierten "Schiebung, Schiebung" und schickten das Schiedsrichtergespann mit einem minutenlangen Pfeifkonzert vom Platz.

"Ganz, ganz bitter" und "sehr enttäuschend" nannte Mittelfeldspieler Markus Feulner die Pleite gegen das bisherige Schlusslicht, die Papiss Cisse (90.+3) besiegelt hatte.

Sieben Spiele ohne Sieg

Seit sieben Spielen ist der Club nun schon ohne Sieg. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Neben dem Unparteiischen gab es aber einen weiteren "Schuldigen":

FCN-Innenverteidiger Timm Klose, der sich einen "kapitalen Bock" (Club-Trainer Dieter Hecking) leistete.

Klose den Tränen nah

"Es tut mir leid, dass ich durch so einen dummen Fehler das ganze Spiel kaputt gemacht habe", sagte Klose den Tränen nahe über seinen zu kurz geratenen Rückpass.

"Das zweite Tor darf nicht fallen. In der Szene muss man den Ball ins Aus befördern. Warum Timm einen Rückpass spielt, wird er mit mir noch enträtseln müssen", sagte Hecking.

Nicht minder in der Kritik stand aber auch Schieri Dingert, der ein Tor von Alexander Esswein in der 68. Minute nicht gegeben hatte.

Strittige Abseitsentscheidung

Angeblich war es passives Abseits.

"Der Torwart hatte klare Sicht, er wurde nicht behindert", sagte Nürnbergs Schlussmann Raphael Schäfer:

"Es war ein reguläres Tor. Aber jeder Schiedsrichter legt die Regel eben anders aus."

Die Szene dürfte der anhaltenden Diskussion um die Auslegung der passiven Abseitsregel neue Nahrung geben.

Ob sie allerdings spielentscheidend war, wollte selbst Mike Frantz, der den Club in der 32. Minute in Führung gebracht hatte, nicht beurteilen.

Frantz setzt auf Trotzreaktion

"Uns hat einfach in manchen Situationen die Entschlossenheit gefehlt", monierte der Mittelfeldspieler, der nun gegen Schalke 04 nach der Länderspielpause auf eine Trotzreaktion setzt:

"Jetzt sind wir richtig gefordert und müssen gewinnen."

Dafür muss der Pokalsieger von 2007, der seit dem 11. September auf einen Erfolg wartet (2:1 in Köln), aber die "leichten Fehler" abstellen, wie Hecking anmerkte.

"Was Einsatz und Wille angeht, kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen", so der Coach.

"Aber wir machen zu viele Fehler, und die werden gnadenlos bestraft - und das auch zu Recht."

Rosenthal sieht noch keine Wende

Freiburg machte nicht unbedingt weniger Fehler, belohnte sich aber nach den ordentlichen Leistungen der Vorwochen auch mit Punkten und stellte durch den dritten Saisonsieg den Kontakt zum unteren Mittelfeld her.

"Von der Wende kann man nicht sprechen", sagte Jan Rosenthal, der den spielentscheidenden Elfmeter gegen Nürnbergs Ersatztorwart Alexander Stephan herausgeholt hatte:

"Wir sind wieder dran, wir sind jetzt deutlich auf Augenhöhe mit dem Mittelfeld."

Dass es spielerisch kein Glanzlicht war - egal.

"Irgendwann muss man sich auch einmal so dreckige Siege erkämpfen", sagte Rosenthal, der auch das zwischenzeitliche 1:1 erzielt hatte (34.).

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