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Claudio Pizarro erzielte in bisher 315 Bundesliga-Spielen 153 Treffer © getty

Werders Torjäger sieht sich selbst in der "Form des Lebens". Seine Teamkollegen machen sich für den Verbleib des Peruaners stark.

Von Ronald Maior und Tobias Wiltschek

München - Es ist tatsächlich schon mehr als zwölf Jahre her.

Seit September 1999, als er bei Werders 7:2 gegen Wolfsburg zum ersten Mal drei Tore in einem Spiel schoss, musste Claudio Pizarro auf seinen zweiten lupenreinen Hattrick in Deutschland warten.

Am Samstag beendete der beste ausländische Torjäger der Bundesliga mit seinem insgesamt vierten Dreierpack auch diese lange Durststrecke (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Dank Gott und Claudio

Beim 3:2-Thriller-Sieg gegen den 1. FC Köln (Bericht) markierte der Peruaner alle drei Werder-Tore und demonstrierte damit eindrucksvoll, in welch blendender Verfassung er sich derzeit befindet.

"Ein phantastischer Spieler, der beste Stürmer der Bundesliga. Dank Gott und Claudio haben wir drei Punkte geholt", schwärmte Werder-Kapitän Clemens Fritz von seinem Teamkollegen.

Der 33-Jährige sorgte dafür, dass Werder schon zum fünften Mal in dieser Saison nach einem Rückstand noch gewann. 478965(DIASHOW: Tops und Flops 12 Spieltag)

"Momentan treffe ich alles!"

Nach der Wende in der Partie und dem vollendeten Hattrick, drängte sich die Frage auf: Pizarro, 2011 - der beste, denn es je gab?

"Ich glaube ja", stimmte Pizarro zu und erzählte, er fühle sich "in der Form meines Lebens. Früher habe er "vielleicht besser gespielt, aber jetzt mache ich mehr Tore. Momentan treffe ich alles - das ist unglaublich."

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Kündigungsrecht zum Saisonende

Auch für die eigenen Kollegen ist der Südamerikaner, der 1999 von Allianza Lima nach Bremen kam, unersetzlich. Ein Abschied des bis 2013 gebundenen Stürmers scheint undenkbar.

Doch nach der laufenden Saison haben sowohl Werder als auch der Profi selbst ein beidseitiges Kündigungsrecht.

"Im Winter ist er nicht zu haben", schreckt Werder Sportchef Klaus Allofs mögliche aktuelle Interessenten ab.

Teamkollegen hoffen auf Verbleib

"Dass er bleibt, ist richtig wichtig. Wir können nur hoffen, dass Claudio auch in der kommenden Saison für uns stürmt", macht sich Torhüter Tim Wiese in der "Bild" für ihn stark - und ist nicht der Einzige.

"Es wäre wichtig für die ganze Mannschaft. Er ist unser bester Stürmer, hält die Bälle, schießt die Tore", lobt Aaron Hunt seinen Offensiv-Kollegen: "Ich würde mich sehr freuen, wenn er bleibt."

Pizarro, an 14 der letzten 15 Werder-Treffer beteiligt und mit der besten Torquote seiner Karriere, erwies sich gegen Köln erneut als "Lebensversicherung" für Werder, insgesamt traf er bereits zum 27. Mal in der Bundesliga mehrfach.

Lob von Podolski

Lobeshymnen bekommt er daher längst nicht mehr nur von seinen eigenen Mitspielern.

"Werder hat eben vorne einen überragenden Pizarro. Er lauert, er hat die Nase, er macht die Tore", erklärte der Kölner Lukas Podolski, der den Stürmerstar noch aus gemeinsamen Bayern-Zeiten kennt.

Mit den Saisontoren neun bis elf bleibt Pizarro zudem Mario Gomez (13) in der Torjägerliste auf den Fersen.

Kampfansage an Gomez

Eine Kampfansage lässt sich der Peruaner allerdings erst auf Nachfrage entlocken. "Eigentlich hat mich das nicht interessiert, aber wenn es so bei mir weitergeht, ist Torschützenkönig jetzt durchaus eine Möglichkeit."

So gut wie nie, so erfolgreich wie Gomez und für Werder so wichtig wie der Fußball-Gott.

Nur Trainer Thomas Schaaf fand keine neuen Superlative, um seinen Angreifer zu beschreiben. Gewohnt trocken kommentierte der Werder-Coach: "Zu ihm fällt mir nichts Neues mehr ein. Nur: Mit dem Alter wird er immer besser." Wie ein guter Wein.

Noch mehr Pizarro-Shows

Je älter dieser Wein wird, desto wichtiger scheint er für Werder zu werden. Und die Fans können sich auf weitere Pizarro-Shows freuen, solange der Peruaner das grüne Trikot trägt.

"Claudio hat momentan die absolute Fitness, das ist ganz entscheidend", meint Allofs. "Da ist es egal, ob man 32, 33 oder 34 Jahre ist."

Nur noch Bode vor ihm

Und Pizarro ist drauf und dran, nun auch noch der beste Torschütze der Werder-Vereinsgeschichte zu werden.

Zum bisherigen Rekordinhaber Marco Bode, der 101 Treffer für die Bremer erzielte, fehlen ihm noch schlappe 19 Tore. Eine Marke, die er sicher knacken dürfte.

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