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Doppel-Torschütze Teemu Pukki (r.) wird von Mitspielern (Chrsitian Fuchs) und Fans gefeiert © getty

Der Finne trifft bei 96 doppelt, will sich aber hinten einreihen. Stevens ist zufrieden, Slomka sucht die Schuld auch beim Keeper.

Von Björn Seitner

München/Hannover - Etwas schüchtern stand Teemu Pukki in einer dicken Daunenjacke nach dem Abpfiff vor den Schalke Fans.

Mit "Pukki! Pukki"-Sprechchören feierten die mitgereisten Anhänger den 21-Jährigen, der beim 2:2 in Hannover seine ersten beiden Tore für die Königsblauen erzielt und Schalkes Torgarant Klaas-Jan Huntelaar blendend vertreten hatte 478072(DIASHOW: Der 12. Spieltag).

Huntelaar hatte seinen Einsatz wegen eines doppelten Nasenbeinbruchs, den er sich am Donnerstag in der Europa League beim 0:0 gegen ARK Larnaka zugezogen hatte, kurz vor Beginn der Partie abgesagt. Die Schmerzen waren zu groß.

Doch 90 Minuten später war der "Hunter" fast vergessen - nur bei einem nicht.

Pukki reiht sich hinten ein

"Er ist immer noch die Nummer eins", sagte Startelf-Debütant Pukki über den Niederländer bei LIGA total!:

"Huntelaar hat schon sehr viele Tore gemacht. Ich hoffe, der Trainer wird mir in Zukunft noch einige Chancen geben." Die Grundlage dafür hat er jedenfalls geschaffen.

Denn auch Schalke-Coach Huub Stevens konnte sich ein Lachen nicht verkneifen, als der junge Finne in der 26. Minute von Christian Fuchs mustergültig bedient wurde und auch dank gütiger Mithilfe von 96-Keeper Ron-Robert Zieler unbehindert zum 1:0 einschob.

Lob von Stevens

"Wenn ein Spieler zwei Tore macht, ist man natürlich immer glücklich", sagte Stevens und lobte Pukki über den grünen Klee:

"Er hat ständig für Gefahr gesorgt und ein sehr gutes Spiel gemacht."

Als nach dem Eigentor von Kyriakos Papadopoulos (29. Minute) und dem Führungstreffer von Mohammed Abdellaoue (59.) schon alles nach einem Sieg für Hannover aussah, war es erneut Pukki, der das 200. Bundesliga-Spiel von Stevens für die "Knappen" zu einem versöhnlichen Ende brachte.

Holtby vergibt zweimal die Führung

Durch das Remis verpasste Schalke zwar den Sprung auf Rang zwei, hält aber als Fünfter mit 22 Punkten den Kontakt zur Spitze (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Im Gegensatz zum schwachen Heimspiel in der Europa League gegen Larnaka zeigten die Gelsenkirchener deutlich mehr Einsatzwillen und Offensivkraft.

Zwei Torchancen durch Lewis Holtby wurden jedoch durch Zieler vereitelt.

"Am Ende bin ich nicht ganz zufrieden, weil wir noch so viele Chancen auf das 3:2 hatten", erklärte Pukki bei "Sky".

Stevens zufrieden, Slomka nicht

Sein Trainer konnte mit dem Auftritt allerdings gut leben: "Nach dem Rückstand haben wir Moral bewiesen und das Endergebnis ist gerecht. Der große Gewinner war heute das Publikum", meinte Stevens.

Kollege Mirko Slomka auf der Gegenseite war da ganz anderer Meinung.

"Ich bin absolut nicht zufrieden, denn wir hätten das Spiel gewinnen können", sagte der 96-Coach.

96-Coach kritisiert Zieler

Sein Team hätte die Konter besser ausspielen müssen, bemängelte der 44-Jährige. Auch die vielen zugelassenen Chancen hätten Slomka "nicht gefallen".

Zieler, der bei beiden Gegentoren nicht gut aussah, kam dabei ebenfalls nicht gut weg.

"Man kann sich darüber streiten, ob er beim zweiten Gegentor so weit vor dem Kasten stehen muss. Ron hat heute in vielen Aktionen unsicher gewirkt", erklärte Slomka.

Torwart räumt Fehler ein

"Aber er ist ein junger Torhüter und wird daraus lernen", fügte er jedoch an.

Zieler räumte bei LIGA total! seine Fehler beim 0:1 ein: "Wenn man rauskommt, muss man den Ball natürlich haben. Das ist ziemlich offensichtlich, dass ich da zu spät komme."

Trotz allem bleibt Hannover nach dem Unentschieden auch im achten Heimspiel in Serie ungeschlagen und verbesserte sich in der Tabelle immerhin um einen Platz auf Rang sechs.

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