Toni Schumacher ist zurück bei SPORT1. In seiner ersten Bundesliga-Kolumne beschäftigt er sich mit den Gründen für Leverkusens Krise.

Hallo Fußball-Fans,

nach zwei Jahren bin ich wieder zurück als Bundesliga-Kolumnist bei SPORT1. Ich freue mich auf die Aufgabe - und natürlich werde ich kein Blatt vor den Mund nehmen.

Die Personalie der vergangenen Woche war für mich die Vertragsverlängerung von Deutschlands Fußball-Ikone Rudi Völler in Leverkusen: Glückwunsch Rudi, Glückwunsch Bayer!

Rudi ist das Gesicht, das Aushängeschild, der Türöffner, die Kompetenz bei Bayer.

Da ist es logisch, dass die Bosse um Ex-Konzernchef Werner Wenning nun Völler einen neuen Vertrag bis 2017 gegeben haben.

Renten-Vertrag mit Rudi - der Werksklub hat alles richtig gemacht. Das gilt aber auch für den Sportdirektor. Denn in Deutschland gibt es für Rudi Völler keine bessere Adresse als Leverkusen!

Der FC Bayern München ist auch ohne Völler blendend aufgestellt.

Und interessante Städte wie Hamburg und Berlin mit den Vereinen HSV und Hertha BSC sind keine wirkliche Alternative zu Leverkusen mit all den Möglichkeiten durch die Bayer AG.

"Ein Titel ist der Anspruch", sagt nun Rudi Völler nach der Verlängerung.

Damit dies klappt, darf Rudi aber nicht nur das Gesicht von Bayer bleiben, sondern der Truppe auch mal ganz deutlich den Stempel aufdrücken.

Er muss die Spieler auch mal öffentlich anzählen. Wenn du Meister werden willst, darf sich im Klub nicht alles intern und in einer Komfortzone abspielen.

Und Völler muss auch dringend Robin Dutt auf den richtigen Pfad führen. Sein Vorgänger Jupp Heynckes hat bei Bayer überragende Arbeit abgeliefert.

Leverkusen war erfolgreich und spielte einen geilen Ball. Warum in aller Welt da Dutt direkt mit seinem Job-Antritt beim Vize-Meister alles anders gemacht hat, ist mir unverständlich.

Er muss doch wissen - Leverkusen ist nicht Freiburg. Bayer lebt von seiner Dominanz und Spielkultur.

Da kann man nicht wie Dutt gegen den HSV defensiv wechseln und die Taktik nach einem Abstiegskandidaten ausrichten.

Deshalb muss Rudi Völler seinem Trainer klar machen, dass er sich ändern muss. Sonst ist der Riss zwischen Trainer und Team nicht mehr zu kitten.

Vor einem anderen Trainer ziehe ich meinen Hut. Was Lucien Favre in Gladbach leistet, ist allererste Sahne. Er hat der Mannschaft Konzept, Team-Geist und Selbstbewusstsein verpasst.

Borussia hat nicht nur einen Top-Trainer, sondern auch einen Top-Torjäger. Marco Reus hat Extra-Klasse. Doch viel Freude werden die Gladbacher nicht mehr an ihrem "Knipser" haben.

Denn mit jedem Treffer steigert der Nationalspieler auch das Interesse von Spitzenklubs an ihm. Einzig guter Nebeneffekt für Borussia: Mit jedem Tor wird Reus auch teurer!

Und noch ein Stürmer ist jeden Cent wert: Claudio Pizarro (11 Saisontreffer) ist die Lebensversicherung von Werder.

Sein Hattrick gegen den 1. FC Köln waren seine Tore 151, 152, 153 - einfach Weltklasse!

Für Typen wie Völler, Favre, Reus und Pizarro wirst du Fußball-Fan, geht man ins Stadion und genießt.

Bis bald

Euer Toni Schumacher

Der frühere Weltklasse-Torhüter Toni Schumacher arbeitet ab sofort wieder als Bundesliga-Kolumnist für SPORT1 und ist zudem TV-Experte bei LIGA total! Als Profi wurde der zweifache Fußballer des Jahres Deutscher Meister mit dem 1. FC Köln und Borussia Dortmund, dreimal DFB-Pokalsieger und türkischer Meister mit Fenerbahce Istanbul. In seinen 76 Länderspielen gewann der heute 57-Jährige den EM-Titel 1980 und wurde zweimal Vize-Weltmeister.

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