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Manuel Neuer wurde in seiner letzten Saison mit Schalke Pokalsieger © getty

Bayerns Keeper sieht sich nach der Augsburg-Partie für weitere Heldenstücke gerüstet. Auch im Team wächst die Anerkennung.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Sein Transfer sprengte im Sommer alle Rekorde: Für 25 Millionen Euro Ablöse ging Manuel Neuer von Schalke 04 zum FC Bayern.

Vorausgegangen waren Monate harten Feilschens, ehe der teuerste Torwartwechsel der Bundesliga besiegelt war. Sogar Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin wollte den Deal verhindern, wie S04-Boss Clemens Tönnies verriet.

Doch Neuer ließ sich von seinem Weg nicht abbringen. In München hat sich der 25-Jährige in wenigen Monaten ein enormes Standing erarbeitet, ist bereits Mitglied des Mannschaftsrats.

Und mittlerweile mehren sich auch die Gelegenheiten, in denen sich Neuer auch sportlich auszeichnet. Beim 0:0 in Hoffenheim genauso wie beim 3:2-Sieg über Neapel sicherte er den Münchnern in Bundesliga und Champions League wichtige Zähler.

Die spektakulärste Glanztat glückte ihm aber beim 2:1-Erfolg in Augsburg (Spielbericht).

Kapllani verzweifelt

Als sieben Minuten vor Spielende Edmond Kapllani frei vor ihm auftauchte, lauerte Neuer bis zum letzten Moment, ehe er sensationell mit der rechten Hand parierte. 478072(DIASHOW: Der 12. Spieltag)

Kapllani vermochte diese Parade, Kategorie Weltklasse, kaum fassen. Der Augsburger war nämlich felsenfest überzeugt, alles richtig gemacht zu haben. "Ich war ganz ruhig vor dem Tor, habe den Ball gut mitgenommen", sagte er auf LIGA total!.

Von magischen Händen und dergleichen wollte Neuer indes nichts wissen.

Neuer: "Wir haben noch genug Spiele"

"Ich habe versucht, lange stehen zu bleiben und auf das zu reagieren, was er macht. Für mich konnte er nur in die rechte Ecke schießen", analysierte er.

Und außerdem seien das "Automatismen, die man zum Teil einstudieren kann."

Sein Wahnsinnsreflex soll natürlich nicht der letzte in dieser Saison gewesen sein. "Wir haben ja noch genug Spiele in dieser Saison", kündigte er selbstbewusst an.

Neuer hat jetzt sogar etwas Zeit, um Kraft zu schöpfen, bekommt für das Länderspiel in der Ukraine eine Pause.

Schon der Liga-Kracher gegen Borussia Dortmund in anderthalb Wochen könnte die nächste Neuer Glanzstunde bringen, zumal den Ex-Schalker mit den Schwarzgelben eine innige Abneigung verbindet.

[kaltura id="0_9k5q9s2i" class="full_size" title="Strunz analysiert den Bayern Sieg"]

BVB als Lieblingsgegner

Erst im Februar brachte er im Kasten der Königsblauen den BVB beim 0:0 schier zur Verzweiflung - nicht die einzige Derby-Geschichte der Marke Neuer.

Der Nationalkeeper stellte zudem bei Bayern auch gleich Bestmarken auf, als er in zwölf Pflichtspielen in Folge ohne Gegentor blieb.

Neuer freute sich darüber, in Ekstase versetzte ihn die goldene Serie nicht, allzu selten stellten ihn die Gegner in dieser Phase auf die Probe.

Rummenigge spricht von "Königstransfer"

Doch die Bayern-Bosse waren da längst von Neuers außergewöhnlichen Fähigkeiten in der Praxis überzeugt. "Bei allem Stress, den wir bei diesem Transfer hatten, hat es sich letztlich sehr gelohnt", erklärte Karl-Heinz Rummenigge schon Mitte September im SPORT1-Interview.

"Wir wissen, welche Qualität da im Tor steht. Ich würde sagen, es war unser Königstransfer."

Bayern-Präsident Uli Hoeneß hatte schon am Sonntag über Neuers Ablöse geflachst: "Er hat jetzt eine Millionen abbezahlt."

"Manu ist der Beste"

Die Mitspieler reagierten auf die bislang spektakulärste Parade mit Komplimenten und Frotzeleien.

"Man hat gesehen, dass Manu der Beste ist", sagte Mario Gomez und ergänzte mit Augenzwinkern: "Wenn er heute abend einschläft, wird er sich freuen, dass er auch mal einen Teil dazu beigetragen hat."

Und Kapitän Philipp Lahm mäkelte scherzhaft, perfekt wäre doch gewesen, Neuer hätte Kapllanis Schuss festgehalten.

Nur Lehmann meckert

Ernsthafte Kritik kam lediglich von Jens Lehmann, der sich übers Neuer Aktion wunderte. Nicht lehrbuchmäßig fand diese der ehemalige Nationalkeeper.

Neuer sei zu früh nach unten in Lauerstellung gegangen und habe dann eben reflexartig die Hand ausgefahren. Wahrscheinlich erinnerte Lehmann Neuers Parade auch zu sehr an eine Parade, wie sie sonst eher im Handball zu sehen ist.

Allerdings kam selbst der strenge Kritiker nicht umhin, Neuers Entwicklung zu loben.

"Er hat sich bei Bayern in jedem Fall wieder verbessert. Er ist konstanter geworden. Auch reifer, weil er merkt, der Druck ist größer", sagte Lehmann.

Und er fügte an: "Er hat das größte Potenzial, weil er ein großer Athlet ist. Er wird in fünf, sechs Jahren noch besser sein als jetzt."

In diesem Punkt dürften auch die Bayern zustimmen.

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