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Daniel Brinkmann spielt seit 2009 für den FC Augsburg © imago

Im Sport1-Interview spricht Daniel Brinkmann über die Niederlage gegen Bayern, die Unterstützung der Fans und den Abstiegskampf.

Von Mathias Frohnapfel

München - Trotz ansprechender Leistung steht der FC Augsburg nach der 1:2 Niederlage gegen den Bayern mit leeren Händen da (Spielbericht).

Von den Komplimenten für die Leistungssteigerung im zweiten Durchgang kann sich der Aufsteiger nichts kaufen.

Ein Hoffnungsträger für den Tabellenletzten ist Daniel Brinkmann, der den Anschlusstreffer der Gastgeber von Hajime Hosogai vorbereitete und zuletzt die Augsburger ins Achtelfinale des DFB-Pokal schoss.

Der 25-Jährige, der bisher sieben Saisoneinsätze verzeichnen kann, ist momentan ein wichtiges Bindeglied zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen.

Im SPORT1-Interview spricht Daniel Brinkmann über die Lehren aus dem Bayern-Spiel, die Unterstützung der Fans und über die Härten des Abstiegskampfs.

SPORT1: Herr Brinkmann, ist die Enttäuschung nach der 1:2-Niederlage gegen Bayern schon verflogen?

Daniel Brinkmann: Der Ärger ist natürlich noch groß. Es gibt nicht viele Mannschaften, die diese Saison nah dran waren, den Bayern Punkte abzunehmen. Aber wir haben ein gutes Spiel gemacht, wir haben uns nicht versteckt, das war eines unserer Ziele. Dass es enorm schwer ist, gegen die Bayern zu spielen, braucht man nicht zu erwähnen.

SPORT1: Was für Lehren können Sie aus dem Spiel ziehen?

Brinkmann: Wir sollten das Positive aus dem Spiel mitnehmen. Ich denke unsere Konkurrenten haben gesehen, dass wir jede Menge Gegenwehr geleistet haben und Bayern nah an einer Punkteteilung hatten. Das ist bezeichnend.

SPORT1: Kommt die Länderspiel-Pause nach der Mut machenden Leistung da nicht eher ungelegen? Mit dem VfB Stuttgart wartet am kommenden Spieltag schließlich wieder eine schwierige Aufgabe auf Ihr Team.

Brinkmann: Das kann man so oder so sehen. Ich will das gar nicht bewerten. Wir gucken, dass wir in den zwei Wochen gut arbeiten und dass wir für das Stuttgart-Spiel top fit sind. Denn da wollen wir natürlich Punkte mitnehmen.

SPORT1:

Mit welchen Mitteln soll das in Stuttgart gelingen?

Brinkmann: Wir sollten auf uns schauen. Es bringt nichts, jetzt den Gegner zu analysieren. Wir haben gegen Bayern gesehen, dass, wenn wir den Gegner unter Druck setzen, wir durchaus Chancen bekommen. Wir sollten auf unsere eigene Spielweise schauen, dann sind gegen jeden Gegner Punkte möglich.

SPORT1:

Nach zwölf Spieltagen ist Augsburg Letzter: Wie lautet Ihr persönliches Zwischenfazit?

Brinkmann: Nach Anfangsschwierigkeiten sind wir definitiv in der Bundesliga angekommen. Wir sind auf lange Sicht gesehen besser geworden. Jetzt müssen nur noch die Punkte folgen, das ist ganz klar. Wir haben gezeigt, dass wir mithalten können. Auch gegen Topmannschaften. Gegen Bremen haben wir einen Punkt geholt, gegen Bayern waren wir nah dran.

SPORT1: Eine Umstellungsphase von der Zweiten Liga ist nicht von der Hand zu weisen: Wo liegen die größten Unterschiede?

Brinkmann: Das Balltempo ist jetzt wesentlich höher und Fehler werden gnadenlos bestraft.

SPORT1: Die Unterstützung von den Rängen gegen die Bayern war enorm, schon gegen Leverkusen wurde die Mannschaft trotz Rückstand gefeiert. Hilft dieser Rückhalt der Fans?

Brinkmann: Ja absolut. Aber man muss sagen, dass es für einen Verein wie Augsburg nicht anders geht. Wir sind ein Verein, der mit geringen Mitteln arbeitet. Da geht es nur, wenn wir zusammenhalten. Management, Präsidium, Fans, Mannschaft und Funktionsteam gehören dazu. Dieser Rückhalt ist sehr wichtig für uns, weil es von Anfang an klar war, dass es eine ganz schwierige Saison wird, wo wir unten mitspielen werden.

SPORT1: Mohamed Amsif hat gegen Bayern sein Debüt in der Bundesliga gefeiert. Trauen Sie ihm zu, den aktuellen Ausfall von Stammtorwart Simon Jentzsch zu kompensieren?

Brinkmann: Grundsätzlich freut es mich total für Mo (Mohamed, Anm. d. Red), dass er die Chance bekommt, vor so einer Kulisse zu spielen. Im Training hängt er sich immer wahnsinnig rein. Natürlich steht er hinter Simon, aber im Training macht er seine Sache super, er gibt immer Vollgas von daher ist sein Einsatz der gerechte Lohn, den er dafür bekommen hat. Meiner Meinung nach gibt er der Mannschaft eine gewisse Ruhe.

SPORT1: Wie geht die Mannschaft mit der kritischen Tabellenkonstellation um? Belastet die Situation im täglich Training?

Brinkmann: Natürlich haben wir alle gehofft, nicht in der Abstiegszone zu stehen, aber wir hatten auch im Hinterkopf, dass es passieren könnte. Trotzdem müssen wir in dieser Situation in erster Linie Ruhe bewahren und jeden Tag hart arbeiten. Es bringt nichts, jetzt aufgrund unserer Ausgangslage in Spielen hektisch zu agieren oder Hau-Ruck-Aktionen zu starten. Wir sehen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, diesen müssen wir nur weitergehen.

SPORT1: Wie reagiert Trainer Jos Luhukay? Könnte auch er unter Druck geraten?"

Brinkmann: Eine Trainerdiskussion gibt es bei uns sowieso generell nicht. Das ist ja auch öffentlich bekannt. Von daher heißt unsere einzige Devise: Ruhe bewahren und weiterarbeiten.

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