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Anatoliy Tymoshchuk wechselte 2009 von Zenit St. Petersburg zum FC Bayern München © getty

Dem FC Bayern gehen die defensiven Mittelfeldspieler aus. "Timo" muss sich die Kritik vom Trainer und Kapitän Lahm anhören.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Wie bei einem traurigen Löwen hingen die blonden Locken von Anatoliy Tymoshchuk herunter.

Ebenso traurig schlich der Ukrainer am Sonntagabend nach seinem Platzverweis (Bericht) in Richtung Bayern-Teambus.

Für drei Spiele sperrte das DFB-Sportgericht nun den übermotivierten FCB-Abräumer nach seinem Foul an Daniel Baier - eine Sanktion, die Tymoshchuk ebenso weh tut wie dem ganzen Team. 478965(DIASHOW: Tops und Flops 12. Spieltag)

"Es ist natürlich nie gut, wenn ein Spieler Rot sieht. Das ist bitter für die Mannschaft", sagte Philipp Lahm ohne größere diplomatische Verrenkungen.

Heynckes ist verärgert

Und Jupp Heynckes kritisierte bei LIGA total! das Foul "mit gestrecktem Bein. Wenn ich den Ball nicht treffe, kann ich so natürlich nicht hingehen."

Für den Trainer war die Aktion unmittelbar vor Spielende umso ärgerlicher, da er laut "Bild" schon öfter den Ukrainer ermahnt hat, in Zweikämpfen auf riskante Grätschen mit gestreckten Bein zu verzichten.

Dennoch empfanden die Bayern das Strafmaß als zu hoch und legten beim DFB Protest ein. Das Ergebnis der Beschwerde steht noch aus.

Grätschverbot auch für Boateng

Die Anweisung, nicht zu grätschen, gilt allerdings auch für Bayerns Innenverteidiger Jerome Boateng: "Ich soll möglichst gar nicht grätschen, das ist die Anweisung", sagte der dem "kicker".

Auch Boateng drohten daher schon Platzverweise, jetzt erwischte es hingegen Tymoshchuk. Und den Münchnern gehen nach dem Schlüsselbeinbruch von Bastian Schweinsteiger mit einem Mal die defensiven Mittelfeldspieler aus.

[kaltura id="0_ew84m7ie" class="full_size" title="Heynckes Schweini ist Optimist"]

"Das ist sehr schade. Das macht die Sache nicht einfacher, aber wir werden uns was einfallen lassen", versuchte Heynckes zu beruhigen.

Neues Mittelfeld-Duo?

Mitunter könnte so im Hit gegen Dortmund am 19. November erstmals das Duo David Alaba und Luiz Gustavo auf der ungemein wichtigen Position in der Spielzentrale agieren. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Ironie des Schicksals: Danijel Pranjic, lange Zeit gar nicht im Kader, ist nun erster Ersatzmann.

Toni Kroos würde dagegen lieber auf der zentralen Position hinter der Spitze weiterspielen.

Kroos wirbt für Gustavo

Das lässt ihn durch die Blume Werbung machen für die Lösung Gustavo als Sechser.

"Wir werden das hinbekommen und haben ein paar Möglichkeiten. Luiz Gustavo kann das auch", so Kroos.

Unter Umständen muss Kroos womöglich aber selbst ins defensive Mittelfeld wechseln. Ein Großumbau kommt aber wohl nur dann in Frage, falls der an der Leiste operierte Arjen Robben bis zum BVB-Spiel wieder in den Kader rücken sollte.

Nerlinger ist gewarnt

So oder so: Die Bayern müssen jetzt improvisieren, Jungspund Alaba dürfte in den nächsten Partien so den Stammplatz quasi sicher haben.

"Man sieht, wie schnell es gehen kann mit dem Kader, erst fällt Basti aus, jetzt wird uns Tymo fehlen", erklärte Christian Nerlinger auf SPORT1-Rückfrage.

Die Ausleihe von Bayern-Spielern ist daher längst kein Thema mehr. "Wir tun daher gut daran, den Kader so zu belassen, wie er ist."

Der FCB-Sportdirektor hat längst erkannt, wie delikat die Situation jetzt ist.

"In Sachen Personal darf bis dahin in der Länderspielpause nicht mehr viel passieren."

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