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Mario Götze (l.) absolvierte insgesamt 26 Jugend-Länderspiele für Deutschland © getty

Nach Götze wecken weitere DFB-Stars Arsenals Interesse. England-Fan Großkreutz steht hoch im Kurs. Jens Lehmann gibt einen Tipp.

Von Eric Böhm

München - Der erfolgreiche Jugendstil im deutschen Fußball weckt im Ausland immer mehr Begehrlichkeiten.

Arsenal-Coach Arsene Wenger ist mit Per Mertesacker sehr zufrieden und hat nun offenbar ein Auge auf weitere DFB-Stars geworfen.

Neben dem nach wie vor aktuellen Interesse an Mario Götze stehen offenbar auch Teamkollege Kevin Großkreutz sowie Lukas Podolski und Marco Reus auf der Wunschliste des Franzosen.

Bundestrainer Joachim Löw sieht diese Entwicklung positiv: "Grundsätzlich freue ich mich, wenn unsere Spieler im Ausland begehrt sind. Da habe ich auch schon andere Jahre erlebt."

Und Arsenal-Fan Großkreutz wäre nicht abgeneigt: "Wenn ich mir überhaupt einen Wechsel vorstellen kann, dann nach England. Ein Verein wie Arsenal ist für jeden Fußballer interessant."

Chefscout schwärmt

Der 23-Jährige steht wie Götze zwar noch bis 2014 beim BVB unter Vertrag, doch Wengers Chefscout Steve Rowley schwärmt von dem dynamischen Außen.

Die Gala des Ur-Dortmunders samt Traumtor beim Champions-League-Erfolg gegen Piräus (Bericht) beeindruckte Rowley, der live im Stadion war, um den nächsten Gegner der "Gunners" zu beobachten.

Watzke sauer

Allerdings zeigt sich BVB-Boss Hans-Joachim Watzke zunehmend genervt: "Das ist alles Quatsch, völliger Blödsinn, und wir kommentieren diese Gerüchte auch nicht mehr", schimpfte der Geschäftsführer.

"Es gibt nichts, nicht mal ansatzweise etwas Greifbares, schon gar keine offizielle Anfrage."

Doch Großkreutz-Berater Konstantin Liolis sagt etwas anderes.

"Wir wissen von dem Interesse der Engländer an Kevin. Aber bisher gibt es keinen persönlichen Kontakt zu Arsenal", erklärte er der "Bild".

[kaltura id="0_7bzqdh05" class="full_size" title="Englands Top Klubs buhlen um Reus"]

Götze bleibt Thema

Am liebsten wäre es den "Gunners" wohl, wenn Großkreutz im Doppelpack mit Götze nach London wechseln würde.

Nachdem der BVB bereits im Sommer ein 40-Millionen-Angebot für das Juwel abgelehnt hatte, ist das Interesse ungebrochen.

Angeblich soll Wenger insgesamt 60 Millionen Euro für seine Shoppingtour ausgeben können. (DATENCENTER: Premier League)

Doch für die Dortmunder ist vor allem Götze unverkäuflich. Auch der Bundestrainer rechnet nicht mit einem baldigen Wechsel.

"Mario Götze hat mir gesagt, dass er sich in Dortmund wohlfühlt", meinte Joachim Löw.

Watzke vermutet Taktik

Watzke vermutet vor Dortmunds wichtigem Champions-League-Auftritt im Emirates Stadium in zwei Wochen ohnehin ganz andere Motive hinter dem verstärkten Werben.

"Vor unserem Hinspiel gegen Arsenal kochte aus England das Götze-Thema hoch. Vor dem Rückspiel ist es jetzt Großkreutz. Vielleicht ist das ja auch Methode", sagte der 52-Jährige.

Trotzdem wappnet sich der Deutsche Meister schon für den Fall der Fälle.

Toptalent Leonardo Bittencourt soll aus Cottbus kommen (News). Außerdem besteht Interesse an Nürnbergs Verteidiger Philipp Wollscheid, der aber auch beim VfL Wolfsburg und bei Bayer Leverkusen auf dem Zettel steht.

Lehmann gibt Reus-Tipp

Vielleicht wird Wenger ja auch woanders in Nordrhein-Westfalen fündig.

So hat Mönchengladbachs Coach Lucien Favre, der mit dem Arsenal-Coach befreundet ist, verlauten lassen, dass Marco Reus ein Thema in London ist.

"Jens Lehmann hat ihm einen Tipp gegeben, Marco zu beobachten. Daraufhin hat Arsene mich angerufen", gibt Favre zu.

Löw rät Podolski zum Wechsel

Und dann gibt es ja auch noch das Interesse an Lukas Podolski, dessen Vertrag in Köln 2013 ausläuft.

Die chronisch klammen "Geißböcke" müssten ihre Identifikationsfigur also am Saisonende verkaufen, wenn sie noch einen großen Erlös erzielen wollen.

Selbst Löw hatte dem momentan auftrumpfenden "Prinz Poldi" zuletzt einen Wechsel nahegelegt.

"Vor drei, vier Jahren habe ich Lukas noch gesagt, dass es besser ist, nicht ins Ausland zu gehen. Aber er hat er die Reife, dort zu bestehen", ist sich Löw sicher.

Arschawin-Flucht nach Schalke?

Um im Kader Platz zu schaffen, könnte ein Arsenal-Star den umgekehrten Weg über den Kanal nehmen.

Der in London unzufriedene Andrej Arschawin steht beim FC Schalke 04 als möglicher Ersatz für Jefferson Farfan, der weiter um einen neuen Vertrag pokert, hoch im Kurs.

Der Stürmer könnte bereits im Winter zu den Königsblauen wechseln, Hauptsponsor Gazprom wünscht sich schon lange einen Russen auf Schalke.

Die "Neue Deutsche Welle" bei den "Gunners" könnte dem Erdgas-Riesen unverhofft diesen Wunsch erfüllen.

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