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Klaus Allofs (l.) ist seit 1999 Geschäftsführer Profifußball bei Werder © imago

Die Vertragsverlängerung von Klaus Allofs zieht sich hin, der Verkauf von Leistungsträgern scheint nicht ausgeschlossen.

Von Christian Stüwe

München - Sportlich läuft es bei Werder Bremen rund wie schon lange nicht mehr.

Die Mannschaft ist Dritter, Spitzenreiter Bayern München ist in Schlagweite.

Doch die scheinbare Idylle trügt.

Denn hinter den Kulissen des wiedererstarkten Bayern-Jägers gibt es mehr als nur eine Baustelle. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die Vertragsverlängerung von Sportchef Klaus Allofs zieht sich weiter hin.

Und nun droht offenbar auch noch der Abgang von Eckpfeilern wie Claudio Pizarro und Tim Wiese.

25 Millionen fehlen

"Uns fehlen 25 Millionen aus der Champions League", sagte Werders Finanzchef Klaus Filbry während der Mitgliederversammlung am Montag.

Die letzte Saison, in der Werder lange im Abstiegskampf steckte und das internationale Geschäft verpasste, schlägt sich nun in den Bilanzen wieder.

Auch wenn Werder einen Gewinn von 8,2 Millionen Euro vorweisen kann und mit Per Mertesacker ein Leistungsträger für 11,2 Millionen Euro an Arsenal verkauft wurde, brauchen die Bremer offenbar weitere Einnahmequellen.

Verkäufe im Winter?

Filbry verwies deshalb auf das Transferfenster im Winter, auch Allofs wollte Verkäufe in der Winterpause nicht ausschließen.

"Wir haben einen großen Kader. Wenn da zwei Unzufriedene kommen, kann es durchaus sein, dass etwas passiert", erklärte Allofs: "Es gibt bis auf Claudio Pizarro keine Tabus."

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Wieses Vertrag läuft im Sommer aus

Dies heißt im Umkehrschluss, dass selbst ein Verkauf von Tim Wiese nicht ausgeschlossen ist.

Wiese ist einer der Spieler im Kader, der eine hohe Ablösesumme einbringen könnte. Und der Vertrag des Nationaltorwarts läuft im Sommer aus, nur im Winter würde Wiese noch einen Transfererlös einbringen.

Dass Werder mit Radek Petr derzeit einen 24-jährigen tschechischen Torwart vom belgischen Klub AS Eupen im Training zu Gast hat, würde da durchaus ins Bild passen.

Wenn Pizarro will, darf er gehen

Und auch Pizarro, dessen Abgang im Winter kategorisch ausgeschlossen wird, scheint zumindest im Sommer ein Transferkandidat zu sein.

"Wenn Claudio am Ende der Saison sagt, das und das kann ich machen, dann wird es von uns kein Lamentieren geben", sagte Allofs der "Sport Bild".

Angesichts der elf Saisontore des Peruaners und der Tatsache, dass Pizarro für Werder praktisch unverzichtbar ist, verwundert diese Aussagen schon ein wenig. 478965(DIASHOW: Tops und Flops 12 Spieltag)

Auch Fischer hält Abgang für möglich

Auch Präsident Klaus-Dieter Fischer zeigte sich einem Abgang Pizarros gegenüber durchaus offen.

"Ich denke, wir werden im Falle der Champions-League-Qualifikation wohl keine Probleme haben, ihn zu halten. Sollten wir es nicht schaffen und Claudio nochmals ein Top-Angebot eines anderen Vereins bekommen, ist es denkbar, dass er zum Ende seiner Karriere nochmals wechseln würde", erklärte Fischer.

"Er ist ein sehr verdienstvoller Stürmer. Wir würden es akzeptieren, wenn er sich verändern sollte", führte Fischer weiter aus.

Auch wenn Allofs beteuerte, dass man alles versuchen werde, um Pizarro zu halten - ein neuer Zweijahresvertrag steht im Raum - gerne dürften die Werder-Fans diese Aussage nicht hören.

"Keine Wasserstandsmeldungen" bei Allofs' Verlängerung

Gerne gehört hätten hingegen wohl alle Anwesenden die Verkündung der Vertragsverlängerung von Allofs.

Doch Willi Lemke tat den Zuhörern während der Mitgliederversammlung den Gefallen nicht, der Poker dauert weiter an.

"Wir geben keine Wasserstandsmeldung ab", sagte Lemke knapp. "Wir haben die Vorgehensweise abgesprochen, dass wir über keine Tendenz reden", erklärte Allofs.

Dabei scheinen sich die beiden Verhandlungspartner nach wie vor nicht sonderlich wohl gesonnen zu sein.

Schon im Sommer stritten Allofs und Lemke öffentlich.

Nach wie vor scheint alles möglich, auch das Ende der seit 1999 andauernden Zusammenarbeit zwischen Werder und Allofs.

Sollte die Vertragsverlängerung des Managers tatsächlich scheitern, wäre dies ein Paukenschlag.

Es ist nicht der einzige, der den Bremern in den nächsten Monaten droht.

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