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Arjen Robben (l.) wechselte 2009 von Real Madrid nach München © imago

Bayerns Trainer ist angesichts der personellen Situation "besorgt" und spricht ein Verbot aus. Hoffnung macht ein Rückkehrer.

Von Thorsten Mesch

München - Der FC Bayern ist der Verein der Superlative in Deutschland.

Die Münchner haben das meiste Geld, die meisten Titel, und aktuell mal wieder die meisten Punkte. Natürlich tummeln sich hier auch die meisten Stars.

Aber - wer hätte es gedacht - der FC Bayern hat die wenigsten Spieler!

Nur 23 Profis stehen im Kader des Rekordmeisters, kein Bundesligaverein hat weniger.

Die Personaldecke ist dünn.

Darum schlägt Jupp Heynckes Alarm und spricht ein Wechselverbot aus.

Nur neun Spieler im Training

Er sei "ein bisschen besorgt", erklärte der Trainer, der in der Länderspielpause mit nur neun Spielern an der Säbener Straße arbeiten kann.

13 Profis sind aktuell mit ihren Nationalmannschaften unterwegs.

So stehen Ivica Olic und Daniel Pranjic mit Kroatien in den EM-Playoffs gegen die Türkei, die deutschen Nationalspieler treffen in Testspielen auf die Ukraine und die Niederlande.

Heynckes hofft auf gesunde Rückkehrer

"Ich hoffe, dass nicht jeder zwei Spiele macht und dass alle gesund zurückkommen", meinte Heynckes, der bis zum Jahresende auf Bastian Schweinsteiger (Schlüsselbeinbruch) verzichten muss.

Nicht nur die Verletzung des Führungsspielers macht dem Coach zu schaffen.

Die Rotsperren für Jerome Boateng und Anatolyi Tymoshchuk ließen seinen Kader zuletzt auf nur noch 20 Mann schrumpfen.

Weitere Ausfälle können sich die Bayern, die in der Bundesliga, im DFB-Pokal und in der Champions League Titel gewinnen wollen, nicht mehr erlauben.

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Jeder wird gebraucht

Heynckes braucht jeden Mann - und schließt deshalb auch den Verkauf von Spielern aus der zweiten Reihe aus.

"Ich möchte keinen Spieler abgeben", betonte der 66-Jährige erneut.

Er verstehe zwar "Spieler wie Pranjic, die jetzt unzufrieden sind", jedoch sei "der Kader ist nicht so üppig, deshalb möchte ich, dass alle bleiben".

Neben Pranjic sind damit auch Olic oder Diego Contento gemeint, die zuletzt nur sporadisch zum Einsatz kamen.

Weil Tymoshchuk für sein Foul beim 2:1 in Augsburg für drei Spiele gesperrt wurde und der Einspruch der Bayern kaum Aussicht auf Erfolg haben dürfte, darf zumindest Pranjic auf Einsätze im defensiven Mittelfeld hoffen.

In Augsburg wurde er immerhin bereits eingewechselt und kam zu seinem ersten Ligaspiel in dieser Saison.

Robben wieder im Mannschaftstraining

Hoffnung auf eine Entspannung der Personalsituation macht Arjen Robben.

Denn während Breno trotz zarter Fortschritte noch weit entfernt von einer Rückkehr ist, soll der Niederländer am Donnerstagnachmittag erstmals wieder mit der Mannschaft trainieren.

Der Flügelflitzer liegt einen Monat nach seiner Leistenoperation "voll im Plan", teilte der Verein mit.

Damit könnte Robben im Spitzenspiel gegen den Meister Borussia Dortmund nach der Länderspielpause zumindest als Joker eingesetzt werden.

Gerade das Duell mit dem amtierenden Meister und die Champions-League-Partie danach gegen Villarreal seien "ganz wichtig", findet Heynckes.

Einkäufe in der Winterpause?

Unabhängig davon darf man gespannt sein, ob die Münchner ihren kleinen Kader in der Winterpause noch einmal verstärken.

Ricardo Rodriguez, der mit dem FC Zürich in der Champions-League-Qualifikation gegen die Bayern spielte, wurde zuletzt von Schweizer Medien als Kandidat für die linke Abwehrseite gehandelt.

Der Gladbacher Marco Reus und Freiburgs Torjäger Pappis Demba Cisse stehen ebenfalls oben auf der Liste des Rekordmeisters, doch beide dürften frühestens im Sommer ein Thema werden.

Zumal die Bayern im Angriff momentan ohnehin keinerlei Probleme haben. Franck Ribery ist zu alter Stärke zurückgekehrt, Mario Gomez spielt in der Form seines Lebens.

"Gomez wie Messi"

Ex-Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld sieht den Stürmer sogar auf einer Stufe mit Barcelonas Lionel Messi und Real Madrids Superstar Cristiano Ronaldo.

"Grundsätzlich sind die drei natürlich schwer zu vergleichen. Messi und Ronaldo sind Individualisten, die häufig etwas alleine machen, auch mal zwei, drei Spieler ausspielen", sagte Hitzfeld der "tz".

Gomez sei "mehr der Vollstrecker. Aber: Da hat er Weltniveau".

Europas Nummer eins

Als Torjäger brauche Gomez "keinen Vergleich zu scheuen. Und damit ist er natürlich unheimlich wichtig für die Bayern. Man kann es so sagen: Gomez ist für die Bayern genauso wichtig wie Messi für den FC Barcelona".

13 Tore in elf Bundesligaspielen, eins im Pokal, dazu fünf Treffer in vier Champions-League-Partien - im internationalen Vergleich gibt es keinen Spieler, der mehr Tore geschossen hat als Gomez.

Ein Superlativ, der zum FC Bayern passt.

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