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Diego schoss in 74 Bundesliga-Spielen 34 Tore für Werder Bremen © imago

Der Bremer Regisseur hält die Meisterschaft noch für realistisch - und fühlt sich für seine Würge-Attacke zu hart bestraft.

Von Martin Hoffmann

München - Es ist ein sicheres Anzeichen dafür, dass es Winter wird: Die Wechselgerüchte um Bremens Spielmacher Diego häufen sich wieder - wie immer in den spielfreien Zeiten.

Die letzte Meldung stammte von der "Marca" aus Madrid, sorgte aber vor allem in der Türkei für Aufmerksamkeit.

Fenerbahce Istanbul ist demnach dran am Brasilianer. Luis Aragones, Spaniens Europameister-Trainer, soll von seinem jetzigen Arbeitgeber die Verpflichtung Diegos fordern.

Doch Diego wird von diesem Wirbel nicht viel mitbekommen. Er nimmt in seiner Heimat etwas Abstand von dem Trubel - und tönt von dort aus schon wieder, dass er in der Rückrunde mit Werder noch um den Titel spielen will.

"Nein, das ist realistisch"

"Wenn wir eine Serie starten, ist mindestens noch die direkte Champions-League-Qualifikation möglich. Sogar Platz eins", zeigt er sich im Interview mit der "Sport Bild" überzeugt.

Möglich sicher - aber nicht doch eher ein Wunschtraum bei neun Punkten Rückstand und sieben über Bremen stehenden Mannschaften?

"Nein, das ist realistisch. Wenn die vor uns stehenden Mannschaften zweimal in Folge nicht gewinnen, wir dagegen schon, beträgt der Rückstand dann nur noch drei Punkte."

Gut gespielt trotz Turbulenzen

Man merkt: Diegos Selbstvertrauen hat keine Kratzer erlitten - trotz all der Turbulenzen in der ersten Saisonhälfte.

Aus in der Champions League, Auf und Ab in der Liga, der Ärger um seine Würge-Attacke und weitere Disziplinlosigkeiten - und natürlich sein unfreiwilliger Aufstieg zur Boulevard-Größe.

Dabei hat Diego eine Hinrunde gespielt, die durchaus besser war als ihr Ruf.

Die Datensammler von Opta Sport haben Diego nach Auswertung von rund 90 Statistiken sogar zum besten Spieler der Saisonhälfte gekürt - vor Franck Ribery, Philipp Lahm und Vedad Ibisevic.

Die Bilder, die haften bleiben

Allein: Die schönen Zahlensätze sind nicht das, was von Diegos Hinrunde haften bleibt.

Es sind die Bilder von seinen Händen um den Hals von Karlsruhes Christian Eichner - und das mit seinen Lippen auf denen von Sarah C. aus Delmenhorst 33586(DIASHOW: Diego und Sarah) .

Diegos Ruf als Musterprofi hat schwer gelitten, er weiß das: "Ich muss lernen, meine Emotionen zu bestimmten Zeitpunkten besser unter Kontrolle zu behalten", erklärt er.

Nicht ganz einsichtig

Aber so ganz einsichtig zeigt er sich im Hinblick auf seine Würge-Attacke auch nicht.

Die vier Sperre dafür findet er "sehr hart" (Diego kommt glimpflich davon) , er habe "keinem durch ein böses Foul geschadet".

In Deutschland sei es nur leider so, "dass nicht der bestraft wird, der provoziert, sondern der, der darauf reagiert".

Sportliche Situation weckt Emotionen

Es liege vielleicht auch "an der momentanen sportlichen Situation von Werder, dass ich zuletzt noch etwas emotionaler war".

Und so ganz will Diego das auch nicht abstellen: "Ich würde der Mannschaft auch schaden, wenn ich ganz ohne Emotionen auf den Platz gehen würde."

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