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Jermaine Jones (l.) stand unter Huub Stevens zuletzt wieder in der Startelf © getty

Schalke hat den Wechsel von Ralf Rangnick zu Huub Stevens ohne Nebenwirkungen überstanden - und ist zurück in der Erfolgsspur.

Von Reinhard Franke

München - Ein großer Umbruch war befürchtet worden, als Ralf Rangnick wegen eines Erschöpfungs-Syndroms seinen Job als Schalker Trainer niederlegen musste.

Doch der Wechsel zu Nachfolger Huub Stevens ist ohne Probleme über die Bühne gegangen.

Die nackten Ergebnisse stehen für sich. Drei Siege, ein Unentschieden und nur eine Niederlage in der Liga 478072(DIASHOW: Der 12. Spieltag), dazu in der Europa League zwei Siege und ein Unentschieden.

Es hat sich einiges getan, seit die zweite Ära Stevens (nach 1996-2002, Anm. d. Red.) auf Schalke begonnen hat.

Und für die "Knappen" scheint der Niederländer wieder der Glücksgriff zu sein, den sie sich erhofften. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Denn Stevens kehrt mit eisernem Besen und hat in kürzester Zeit vieles verändert, dabei gibt es Gewinner und Verlierer.

"Jetzt scheint wieder die Sonne", sagte etwa Jermaine Jones.

Der Mittelfeldspieler darf sich unter Stevens wieder gehobener Wertschätzung erfreuen. Während er unter Rangnick noch ein Verkaufskandidat war, ist er nun Stammspieler.

Auch Teemu Pukki, Lars Unnerstall und Julian Draxler erlebten einen enormen Aufschwung.

Nach der Verletzung von Topstürmer Klaas-Jan Huntelaar (Nasenbeinbruch) bekam der Finne gegen Hannover seine Startelf-Chance und schoss direkt seinen ersten Doppelpack.

Unnerstall nutzt seine Chance

Auch Unnerstall dürfte nur in den höchsten Tönen über Stevens sprechen.

Der Trainer entschied sich nach der Knie-Verletzung von Stamm-Keeper Ralf Fährmann gegen die beiden anderen Torhüter Mathias Schober und den extra nachverpflichteten Timo Hildebrand.

Und Unnerstall dankt es Stevens mit Top-Leistungen. Auch Draxler blühte erst unter Stevens so richtig auf. Bis auf ein Spiel absolvierte der Youngster alle Partien.

Quartett muss zuschauen

Zu den Verlierern gehört gewiss Hildebrand, der lange vereinslos war und auf seine Chance gehofft hatte.

Marco Höger war unter Rangnick hinten rechts gesetzt, bei Stevens ist er raus, auf seiner Position spielt jetzt Benedikt Höwedes.

Auch Christoph Metzelder ist ein Opfer der Umstellungen. Der Ex-Nationalspieler durfte nur zwei Mal unter dem neuen Coach ran.

Der Rumäne Ciprian Marica gehört ebenfalls nicht zu den Lieblingen von Stevens, fiel in der Rangliste der Stürmer hinter Pukki zurück..

Mit harter Hand zum Erfolg

Die Schalke-Fans sind froh, dass der Trainer der legendären "Eurofighter" wieder das Sagen hat. Stevens regiert mit harter Hand und kommt doch an bei den Spielern.

Tatsächlich motzt keiner über die Entscheidungen des Holländers. Und der Erfolg gibt ihm recht.

Radfahren für Siege

Seit Stevens übernommen hat, steht nach den Spielen in der Kabine Radfahren auf dem Programm ? zur besseren Regenation. Wer nicht mitzieht, bekommt Stevens' Zorn zu spüren.

So nach dem Europa League-Spiel gegen Larnaka und vor dem 2:2 in Hannover (Bericht). Jurado, auf den Stevens sowieso nicht sonderlich gut zu sprechen ist, machte nicht mit, musste daraufhin 90 Minuten auf der Bank Platz nehmen.

Rauls Absage sorgt für Spekulationen

Auch bei Superstar Raul war spekuliert worden, ob Stevens dem Stürmer die Teilnahme an der Ehrung der spanischen Nationalspieler mit mehr als hundert Einsätzen verweigert habe.

Er müsse trainieren, hatte Raul (102 Länderspiele) mitgeteilt, die "Marca" hatte Schalke daraufhin "herzlos" genannt. Von einem Testspiel war die Rede, das auf der Schalker Homepage aber nicht vermerkt war.

Genug Raum für Spekulationen also. Die "Süddeutsche Zeitung" vermutete nun aber, dass nicht unbedingt Disziplinfanatiker Stevens für Rauls Rückzieher verantwortlich sein könnte.

Viel mehr könnte auch das Problem sein, dass Raul bei der Ehrung Ex-Trainer Luis Aragones treffen könnte, auf den er nicht sonderlich gut zu sprechen sein soll.

Talente sollen gehalten werden

Letztlich dürfte das Thema die Schalker aber nur am Rande interessieren. Der momentane Erfolg überstrahlt alles. Und Manager Horst Heldt bastelt schon an der Mannschaft der Zukunft.

Mit Joel Matip, dessen Kontrakt noch bis 2013 läuft, will Heldt verlängern. Er wäre nach Draxler (bis 2015) und Kyriakos Papadopoulos (bis 2015) das dritte Schalker Talent, das Heldt vorzeitig langfristig binden würde.

Lewis Holtby und Unnerstall, deren Verträge ebenfalls bis 2013 auslaufen, gelten als weitere Kandidaten. "Wir gehen die Dinge nach und nach an", sagt Heldt.

Es wäre ein stabiles Gerüst für die nächsten Jahre. Wenn es nach den Fans geht, am besten mit Stevens.

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