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Muss weiter kämpfen: Stefan Kuntz ist seit 2008 Vorstandsvorsitzender des FCK © getty

Der 1. FC Kaiserslautern muss trotz eines Gewinns von zwei Millionen Euro in der Bundesliga bleiben, um sich weiter zu sanieren.

Kaiserslautern - Konsolidierung führt zu Kontinuität: Die Mitglieder des 1. FC Kaiserslautern haben die gute wirtschaftliche Bilanz mit der Wiederwahl des kompletten Aufsichtsrats bei der Jahreshauptversammlung honoriert.

Der chronisch klamme FCK hat im Geschäftsjahr 2010/11 einen Gewinn von 2,002 Millionen Euro gemacht und seinen Schuldenstand auf 3,16 Millionen Euro gesenkt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Über den Berg sind die Pfälzer damit aber noch lange nicht. Der viermalige Deutsche Meister ist weiter "bilanziell überschuldet".

Keine Auswirkungen auf Lizenzvergabe

Dies hat laut Klub aber keine Auswirkungen auf die Lizenzvergabe durch die Deutsche Fußball Liga.

Das Ergebnis der Nachlizenzierung steht zwar noch aus, der Verein mit dem kleinsten Bundesliga-Etat (15 Millionen Euro) rechnet aber auch in der laufenden Saison mit einem Gewinn.

Trotz der verbesserten Lage ist man nach Klubangaben von einer "vollständigen Entspannung noch ein gutes Stück entfernt".

Um sich komplett von der Schuldenlast zu befreien, müsse der FCK, der weiter mit den Altlasten der jüngeren Vergangenheit kämpft, noch mindestens bis 2013 in der Bundesliga spielen.

"In allen Bereichen zusammenarbeiten"

"Es braucht Geduld, es braucht noch diese zwei Jahre. Lassen Sie uns weiter in allen Bereichen zusammenarbeiten. Wir sind wie das berühmte gallische Dorf. Es gibt viele, die an uns verzweifeln, weil wir mit unseren Voraussetzungen dennoch allen anderen trotzen", rief Klubchef Stefan Kuntz den Mitgliedern am Freitagabend im Fritz-Walter-Stadion zu:

"Es wird mit Bewunderung und viel Neid auf unsere FCK-Familie geschaut. Ich bin stolz, hier Vorsitzender zu sein." Der von den Klubangehörigen gefeierte Kuntz betonte zudem, dass der Stadionname "nicht verkauft wird".

"Sportlich, finanziell und organisatorisch auf sehr gutem Weg"

Nicht ganz so euphorisch wie Kuntz, aber dennoch zuversichtlich äußerte sich der Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Rombach.

"Unser Verein ist sportlich, finanziell und organisatorisch auf einem sehr guten Weg. Wenn wir auch weiterhin alle an einem Strang ziehen, sehe ich eine positive Zukunft für unseren FCK", sagte Rombach, der die harmonische und nahezu diskussionsfreie Versammlung um 23.30 Uhr schloss.

Altes, neues Kontrollgremium

Zuvor wurde der Professor und Leiter des Frauenhofer Instituts wie seine vier Kollegen Ottmar Franger, Gerhard Steinebach, Martin Sester und Gerhard Theis von den Mitgliedern wieder in das Kontrollgremium berufen.

Als Nachrücker wurde Jürgen Kind gewählt. Schon im Vorfeld der Versammlung hatte sich Rombach dafür ausgesprochen, die Besetzung des Aufsichtsrats nicht zu verändern.

Umsatzsteigerung auf 47.727 Millionen Euro

Grund dafür waren nicht zuletzt die Finanzen: In der vergangenen Spielzeit stieg der Umsatz des mittlerweile 17.378 Mitglieder starken Klubs im Vergleich zur Vorsaison in der 2. Liga von 27,332 auf 47,727 Millionen Euro.

Dies entspricht einem Anstieg von 75 Prozent. Dazu haben vor allem die gestiegenen Erträge aus TV-Einnahmen (plus 130 Prozent) und Werbung (plus 63 Prozent) beigetragen.

Viel Beifall für Mannschaft und Trainer Kurz

Allerdings sind auch die Ausgaben des Klubs um 40 Prozent gestiegen. Hauptverantwortlich dafür waren die um 54 Prozent gestiegenen Ausgaben für die Profis, die gemeinsam mit Trainer Marco Kurz der Versammlung bis 21.30 Uhr beiwohnten.

Der Coach und seine Schützlinge wurden mit viel Beifall von den rund 750 anwesenden Mitgliedern empfangen und verabschiedet.

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