vergrößernverkleinern
Ein Herz für Tore: 1899 Hoffenheim stellt Europas zweitbesten Sturm © imago

Die Rangnick-Elf übertrifft Europas Elite, ein Top-Team verliert nach jedem Rückstand. Die besten Statistiken der Hinrunde.

Von Martin Hoffmann

München - Vor zwei Jahren noch konkurrierte 1899 Hoffenheim mit Teams wie Elversberg, Pfullendorf und Pirmasens.

Jetzt kann sich die Überraschungsmannschaft schon mit den ganz Großen Europas messen.

Die Hinrundenbilanz der Bundesliga zeigt: Im internationalen Vergleich der Top-Ligen ist der Hoffenheimer Angriff der zweitbeste des Kontinents.

Mit einer Bilanz von 2,47 Treffern pro Spiel wird die Elf von Ralf Rangnick nur vom FC Barcelona geschlagen, der im Schnitt genau dreimal pro Partie einnetzt (Stand 24. Dezember).

Überhaupt müssen sie die deutschen Angriffsreihen nicht vor der europäischen Konkurrenz verstecken.

In keiner großen Liga - weder England und Spanien, noch Italien und Frankreich - fallen mehr Tore.

3,02 Mal klingelte es in der Hinrunde pro Begegnung - so oft wie seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht mehr.

Die Firma Opta Sportdaten hat noch eine Reihe von weiteren Statistiken der Hinrunde ermittelt - Sport1.de hat die interessantesten gesammelt.

- Die Breite an der Spitze?

ist dichter geworden, um es mit Berti Vogts? berühmten Worten zu sagen.

Gleich fünf Teams - Hoffenheim, Bayern, Hertha, Hamburg und Leverkusen - haben zehn Siege oder mehr gefeiert. In der vorigen Hinrunde waren es gerade mal zwei - neben Bayern nur Bremen. Entsprechend eng liegt die Spitzengruppe beisammen: Spitzenreiter Hoffenheim und den Fünften Leverkusen trennen nur drei Zähler.

- Das beste Rezept gegen Bayer

Wer Leverkusen schlagen will, muss nur eines tun: in Führung gehen. Die Werkself hat in der Hinrunde jedes Mal verloren, wenn sie in Rückstand geraten ist.

Allerdings ist Leverkusen auch die Mannschaft, die am seltensten hinten lag - fünfmal.

- Frankfurter Kampfgeist

Wesentlich besser verkraftet Eintracht Frankfurt Rückschläge: Zwar geriet keine Mannschaft öfter in Rückstand als die Hessen - zwölfmal -, aber die Elf von Friedhelm Funkel holte trotzdem noch zwölf Punkte aus diesen Spielen.

Mehr Punkte nach Rückständen ergatterten nur die Bayern. Sie sammelten noch 14 Zähler, ließen aber auch nur sechs Führungen des Gegners zu.

- Kölns 12. und 13. Mann?

sind nicht das Publikum und Geißbock Hennes, sondern der Pfosten und die Latte. Achtmal hat das Aluminium ein Kölner Gegentor verhindert. Kein anderes Team kann sich so sehr auf das Leichtmetall verlassen.

- "König Artur" mit Zwei-Drittel-Mehrheit

Artur Wichniarek ist Alleinunterhalter in seinem Team: 67 Prozent aller Tore von Arminia Bielefeld gingen auf sein Konto. Kein Team ist im Angriff dermaßen von einem Spieler abhängig.

Nur fünf andere Spieler außer Wichniarek haben für die Arminia getroffen. So wenig Torschützen finden sich bei keiner anderen Mannschaft.

- Rustikale Fohlen:

Schlusslicht Mönchengladbach hat den "Kampf" in Abstiegskampf wörtlich genommen. Die Borussia beging die meisten Fouls aller Bundesliga-Teams: 371 Stück. Sie kassierte dafür 42 Gelbe Karten - nur die punktgleichen Schicksalsgenossen aus Bochum bekamen mehr (46).

- Der VfB macht aggressiv

Die Spieler des VfB Stuttgart scheinen den anderen Mannschaften irgendwie unsympathisch zu sein.

49 Gelbe Karten kassierten die Gegner der Schwaben in den jeweiligen Duellen mit dem VfB - kein anderes Team macht die Kontrahenten derart aggressiv.

Die Stuttgarter scheinen davon wiederum ein wenig eingeschüchtert zu sein: Kein anderes Team startet weniger Dribblings (10,6 pro Spiel) und schlägt weniger Flanken aus dem Spiel (23,5).

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel