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Arjen Robben begann seine Profikarriere im Jahr 2000 beim FC Groningen © getty

Bayerns Dribbelkönig gibt nach dem Trainingsschock Entwarnung und hat Dortmund im Visier. Ein Volksheld denkt über Abschied nach.

Von Eric Böhm

München - Arjen Robben treibt nicht nur Gegnern regelmäßig den Angstschweiß auf die Stirn.

Die große Verletzungsanfälligkeit des dynamischen Niederländers hat die Verantwortlichen des FC Bayern München am Freitag einmal mehr Nerven gekostet.

Seine erst zweite Trainingseinheit nach der Operation an beiden Leisten musste Robben mit schmerzverzerrtem Gesicht abbrechen.

In einem Telefonat mit seinen Nationalmannschaftskollegen gab er jedoch Entwarnung und sprach von einer bloßen Vorsichtsmaßnahme, berichtet der niederländische "Telegraaf".

Gipfel bleibt das Ziel

Das langersehnte Comeback ist also weiterhin für den Bundesliga-Gipfel gegen Borussia Dortmund (Sa., 19.11., ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER) geplant.

Robben hatte Schmerzen im Narbengewebe der Leiste und ließ sich sofort von Mannschaftsarzt Müller-Wohlfahrt untersuchen, um seinen persönlichen Zeitplan nicht zu gefährden.

In dieser Saison konnte der torgefährliche Dribbler bislang nur vier Liga-Partien bestreiten, war in diesem Zeitraum aber an drei Toren beteiligt und könnte speziell gegen den spielstarken BVB zum X-Faktor werden (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Lahm freut sich auf Rückkehr

Auch die Teamkollegen beim Rekordmeister hoffen, dass die Qualitäten ihres Superstars dazu beitragen, den Meister im direkten Duell auf acht Punkte zu distanzieren.

"Man hat in den letzten Jahren gesehen, wie wichtig er für uns ist. Ihm gelingen die entscheidenden Aktionen. Wir sind sehr froh, dass er wieder zurück kommt", sagt Kapitän Philipp Lahm.

Angesichts der personellen Probleme nach Bastian Schweinsteigers Schlüsselbeinbruch und der Sperre für Anatoliy Tymoshchuk könnte Robbens Rückkehr einen Schub geben.

[kaltura id="0_ox1ujlhn" class="full_size" title="Entwarnung bei Robben"]

Kapitän verteidigt Team

Der bereits dritte Platzverweis in der laufenden Saison ist für die Bayern dagegen kein Grund zur Sorge.

"Das ist schon relativ viel. Ich glaube, wir haben kein Disziplinproblem. Es kommt vor, aber es sollte nicht passieren", meint Lahm.

Trotz aller Engpässe ist ein großer Name bei Cheftrainer Jupp Heynckes offenbar außen vor, obwohl er für sein Land brilliert.

Olic denkt an Wechsel

Ivica Olic versetzte mit seinem frühen 1:0 beim Hinspiel der EM-Playoffs in der Türkei (3:0) ganz Kroatien in Ekstase, kommt in München aber nicht auf die Beine (BERICHT: Türkei im Schockzustand).

Lediglich 62 Minuten kam der 32-Jährige in der Bundesliga bisher zum Einsatz, entsprechend unzufrieden ist der Volksheld der Balkanrepublik.

"Ich habe immer gesagt, dass ich nicht glücklich sein werde, wenn ich auf der Bank sitze. Wenn ich bei Bayern nicht spielen kann, versuche ich es woanders", bestätigt Olic.

Villarreal hat Interesse

Die spärlichen Auftritte im Trikot der Münchner gefährden seinen Stammplatz beim fast sicheren EM-Teilnehmer.

Momentan steht selbst der unerfahrene Neuzugang Nils Petersen höher im Kurs. Deshalb halten sich Wechselgerüchte hartnäckig.

Angeblich soll Bayerns Champions-League-Kontrahent Villarreal an einer Verpflichtung Olics - der Vertrag läuft nach der Saison aus - bereits im Winter interessiert sein.

Diesem Vorhaben erteilt Heynckes jedoch eine klare Absage: "Ich will keinen abgeben, wir brauchen jeden Spieler."

Kroate gibt nicht auf

Doch im Hinblick auf sein vielleicht letztes großes Turnier mit der Nationalmannschaft könnte der Musterprofi nach der Hinrunde energischer auf einen Wechsel drängen.

Denn Robbens wahrscheinliche Rückkehr verbessert Olics Chancen auf mehr Einsatzzeit nicht.

Seinem Naturell entsprechend will sich der kampfstarke Stürmer aber auf keinen Fall hängen lassen: "Ich werde hier alles versuchen."

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