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Ivica Olic (l.) holte mit dem FC Bayern 2010 das Double © getty

Die Münchner reagieren auf die Aussagen von Olic, das Wechselverbot wackelt. Und der FCB schaut sich auch nach Alternativen um.

Von Mathias Frohnapfel

München - Stopp, hier keine Ausfahrt!

So fest verriegelt erschien in dieser Saison die Tiefgarage des FC Bayern, ein Abrauschen von unzufriedenen Stars zu anderen Klubs kaum vorstellbar.

Doch mittlerweile öffnet Christian Nerlinger zumindest Ivica Olic ein Hintertürchen für einen Wechsel in der Winterpause.

"Man muss sich mit jedem Fall individuell auseinandersetzen", sagte Bayerns Sportdirektor. Sein Blick ging dabei vor allem auf den Kroaten, der mit seiner Situation als aktueller Stürmer Nummer drei überhaupt nicht zufrieden ist.

Nach Kroatiens 3:0-Sieg in den EM-Playoffs gegen die Türkei erklärte Olic gegenüber der "Süddeutschenn Zeitung": "Das Spiel bestätigt meine Meinung. Wenn sich meine Situation nicht ändert, versuche ich, im Winter zu wechseln." (BERICHT: Türkei im Schockzustand)

Olic liebäugelt mit Wechsel

Angeblich soll es für Olic, dessen Vertrag in München im Juni 2012 endet, Anfragen aus Spanien und England geben.

"Ich kann noch zwei Jahre auf hohem Niveau spielen", sagte der Kroate, der am Freitag in seinem ersten Länderspiel nach über einem Jahr den Führungstreffer für Kroatien erzielt hatte. Er habe nun gesehen, "wie schön es ist, von Anfang an zu spielen".

Beim deutschen Rekordmeister stand Olic nach langer Verletzungspause in dieser Saison noch nie in der Startelf.

Auch im DFB-Pokal, als der FCB mit zahlreichen Spielern der zweiten Reihe Ingolstadt 6:0 besiegte, fing Jungspund Nils Petersen und nicht Olic an.

Hoeneß: Wintertransfers möglich

Nerlinger schließt nach einem "guten Gespräch" einen vorzeitigen Abgang des Kroaten nicht mehr aus.

Die prinzipielle Linie des Klubs, keine Abgänge zuzulassen, dürfte damit etwas aufgeweicht werden.

"Wenn der ein oder andere gehen will und man lässt es zu, dann wird man was machen", nannte Präsident Uli Hoeneß die Konsequenzen.

Jupp Heynckes wird mit Sportchef Nerlinger und FCB-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge jede Personalie genau überdenken, da die Bayern schon jetzt mit 24 Spielern den kleinsten Profi-Kader aller Bundesliga-Teams haben.

"Ich möchte keinen Spieler abgeben", hatte Heynckes zuletzt wie ein Mantra wiederholt. "Der Kader ist nicht so üppig, deshalb möchte ich, dass alle bleiben".

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Pranjic und Usami als Wechselkandidaten

Wie Olic ist im Moment auch Danijel Pranjic ein möglicher Wechselkandidat, zeitweise schaffte es der kroatische Nationalspieler in dieser Spielzeit nicht einmal in den Kader und musste von der Tribüne die Spiele des Spitzenreiters verfolgen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Nach dem Ausfall von Bastian Schweinsteiger (Schlüsselbeinbruch) und Anatoliy Tymoshchuk (Rotsperre) sind zumindest seine Chancen auf Einsätze im defensiven Mittelfeld etwas gestiegen.

Ungeklärt ist im Moment auch, wie es mit Takashi Usami weitergeht. Der Japaner ist an den FC Bayern bis zur Winterpause ausgeliehen, die Münchner könnten dann eine Kaufoption ziehen.

Allerdings spielte Usami bisher kaum, traf aber im DFB-Pokal gegen Ingolstadt. In Münchner Medien wird bereits über eine Ausleihe nach Nürnberg oder Augsburg spekuliert.

Falls Olic geht, wer kommt?

Sollten die Bayern in der zweiten Reihe einen Umbruch ermöglichen, würde das womöglich im Team die Zufriedenheit steigern und die Neuankünfte in der Winterpause könnten die Qualität weiter steigern.

Sollte Olic gehen, wäre Papiss Demba Cisse ein Ersatzkandidat. Der Freiburger Angreifer müsste sich allerdings in der Hierarchie hinter Top-Stürmer Mario Gomez einreihen.

Montolivo als Mittelfeld-Backup

Womöglich streckt der FC Bayern auch seine Fühler Richtung Italien aus. Schon im Sommer gab es immer wieder Spekulationen um Riccardo Montolivo vom AC Florenz.

Der italienische Nationalspieler wäre eine weitere Option für die Sechserposition, sein Vertrag in der Toskana endet im Sommer.

Da Montolivo eine deutsche Mutter hat und auch deutsch spricht, würde das seine Integration ins Team deutlich erleichtern.

Und auch in der Abwehr wäre eine Blutauffrischung möglich. Back-Up Diego Contento könnte womöglich verliehen werden, um ihn bei einem anderen Klub mehr Spielpraxis zu verschaffen. Zudem läuft Contentos Vertrag aus.

Als Option für die Außenbahn wird zudem Ricardo Rodriguez vom FC Zürich gehandelt.

In der Champions-League-Qualifikation gegen die Bayern machte der 19-Jährige jedenfalls keine schlechte Figur. FCZ-Präsident Ancillo Canepa sprach vor kurzem offen vom "Interesse verschiedener Klubs" in Europa.

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