Nach Overaths Rücktritt ergibt sich für Köln eine völlig neue Situation. Womöglich ist aber auch ein Knoten durchschlagen.

Wolfgang Overath hat sich für einen Abgang mit Knalleffekt entschieden.

Der Präsident des 1. FC Köln verlässt nach sieben Jahren die Klubspitze.

Diesen Schritt hat der Weltmeister von 1974 mit den Gremien nicht abgestimmt, auch die Mitglieder waren völlig überrascht. Sauber war dieser Abgang daher nicht, der Klub muss sich jetzt neu sortieren.

Die Arbeit war für Overath spätestens seit der Jahreshauptversammlung 2010 alles andere als ein Vergnügen, schon damals wurden ihm und seiner Mannschaft die Entlastung verweigert.

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Es war auch die Reaktion auf Kölns damalig desolate Lage in der Liga, inklusive Platz 18, und auf einen enorm hohen Schuldenberg.

Immerhin hat sich Köln unter Overath wieder in der Bundesliga etabliert, der immer wieder angestrebte Weg nach Europa scheint aber weiterhin gewaltig.

Und auch die Zukunft von Publikumsliebling Lukas Podolski wird umso mehr davon abhängen, ob sich ein Trend nach oben erkennen lässt oder nicht.

Overath mühte sich unbestritten mit "Herzblut" für seinen Verein in einer Stadt, in der der FC-Schal einem Glaubensbekenntnis gleichkommt.

Wie sehr es im Verein rumort, zeigten die Handgreiflichkeiten zwischen Overath-Sympathisanten und -Gegnern am Sonntag.

Dennoch eröffnen die Kölner Chaostage auch eine große Chance für den Verein.

Mitglieder und Umfeld können sich über ihre Erwartungen an den Verein klar werden, die neue Spitze kann ein neues Miteinander aufbauen, ohne auf etwaige vorherige Seilschaften Rücksicht nehmen zu müssen.

Auch dank Sportdirektor Volker Finke ist Kontinuität eine erreichbare Vorgabe.

Mannschaft und Trainer Stale Solbakken sollten jetzt auf keinen Fall ihr Abschneiden mit der verworrenen Interimssituation erklären. Das tun sie bisher nicht, wie die erste kämpferische Reaktion Solbakkens zeigt. Auch das kann dem FC Mut machen.

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