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Karl-Heinz Rummenigge setzt sich für eine WM  mir 32 Teilnehmern ein
Seit 2002 Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München: Karl-Heinz Rummenigge © Getty Images

Unzufriedene Profis wie Olic müssen sich beim FC Bayern gedulden. Im Winter sollen keine Umbauten am Kader vorgenommen werden.

Von Maik Rosner

München - Kaum hatte sich die Tür einen Spalt weit geöffnet, ist sie auch schon wieder zu.

Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge hat nun allen Abwanderungsplänen unzufriedener Profis beim FC Bayern einen Riegel vorgeschoben - jedenfalls vorerst.

"Wir werden sicher keinen Spieler verkaufen", stellte Rummenigge auf der vereinseigenen Internetseite klar.

Da waren die Hoffnungsschimmer für die Reservisten Ivica Olic und Danijel Pranjic gerade erst ein paar Stunden alt. Beide hatten einen Wechsel in der Winterpause erwogen - doch daraus wird nun wohl erst einmal nichts (BERICHT: Das Wechselverbot wackelt).

"Am unteren Limit"

"Mit 20 Feldspielern haben wir einen recht kleinen Kader. Von der Quantität her sind wir am unteren Limit", begründete Rummenigge seinen Vorstandserlass und verwies auf die Herausforderungen in Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League.

"Da brauchen wir mindestens diesen Kader", sagte er. Gespräche über auslaufende Verträge sollen erst im Januar aufgenommen werden.

Sportdirektor Christian Nerlinger und auch Präsident Uli Hoeneß hatten zuvor in Aussicht gestellt, in Härtefällen vielleicht einem Winterwechsel zuzustimmen, sofern sich mindestens gleichwertiger Ersatz finden lässt.

Kleinster Kader der Liga

Doch Rummenigge verwies auf den Wunsch des Trainers Jupp Heynckes, der in seinem ohnehin knapp bemessenen Kader keine Umbauten wünscht.

Die Sorgen des 66-Jährigen scheinen begründet. Der FC Bayern hat mit insgesamt 24 Profis den kleinsten Kader aller 18 Bundesligisten. Wolfsburg und Bremen führen 34 Spieler auf der Gehaltsliste.

[kaltura id="0_ox1ujlhn" class="full_size" title="Entwarnung bei Robben"]

"BVB drängt stabil nach vorne"

Rummenigge geht es wohl auch darum, das Thema vor dem Bundesliga-Topspiel am Samstag gegen Borussia Dortmund rasch zu beenden. Zumal der Meister der größte Konkurrent um den Titel sei, möglicherweise nicht nur in dieser Saison, wie der Vereins-Chef findet.

"Das ist ein Klub, der nach Jahren voller Probleme jetzt wieder stabil nach vorne drängt", sagte Rummenigge.

Hans-Joachim Watzke, der BVB-Geschäftsführer, weiß um die Wunden, die die vergangene Saison bei den Bayern gerissen hat.

"Bayerns Spiel des Jahres"

"Sie hatten dran zu knabbern, dass wir die Liga letzte Saison so dominiert haben", sagte Watzke der "Bild"-Zeitung.

Und er glaubt durchaus selbstbewusst: "Für Bayern ist es das Spiel des Jahres. Sie mussten neun Monate warten, um Revanche nehmen zu können."

Rummenigge hofft, dass dabei der lange verletzte Arjen Robben zumindest wieder im Kader steht. "Das wäre wunderbar", sagte Rummenigge, "und sowohl die Ärzte als auch er sind da durchaus optimistisch."

Der Niederländer hatte nach seiner Leisten-OP zuletzt einen erneuten Rückschlag erlitten, als er leichte Schmerzen nach dem Mannschaftstraining verspürte.

Doch nun steht sein Comeback offenbar tatsächlich kurz bevor. Am Dienstag trainierte Robben engagiert und unter voller Belastung mit den nicht zu den Nationalteams gereisten Profis an der Säbener Straße.

Vom Chefchen zum Superchef

Auf Bastian Schweinsteiger werden die Bayern nach dessen Schlüsselbeinbruch dagegen noch bis zur Winterpause verzichten müssen.

"Natürlich tut uns diese Verletzung weh", sagte Rummenigge, aber auch dieses Thema möchte er kleinhalten.

"Vor einem halben Jahr war Bastian Schweinsteiger in gewissen Medien noch 'ein Chefchen', jetzt ist er der Superchef", befand der 56-Jährige und empfahl, diese Ausschläge nicht zu ernst zu nehmen.

"Für viele ein Vorbild"

Wenn es um die Wahrnehmung der gesamten Münchner Fußball-AG geht, verhält sich das allerdings ein wenig anders.

Auf einer Fußballmesse zuletzt in Zürich, wo sämtliche Großklubs wie der FC Barcelona, Real Madrid, Manchester United und City sowie Inter und AC Mailand vertreten gewesen seien, "hatte ich den Eindruck, dass wir im Moment in dieser Fußballwelt für viele ein Vorbild sind", sagte Rummenigge. Nicht allein wegen der finanziellen Unabhängigkeit, sondern weil gleichzeitig der Erfolg da sei.

"Beim gefühlten deutschen Meister"

Das bestätigt indirekt auch Watzke vom nationalen Konkurrenten Dortmund:

"Uns ist schon klar, dass wir am Samstag beim gefühlten deutschen Meister spielen und wir einen sehr guten Tag erwischen müssen, um was zu holen."

Auf acht Punkte könnten die Bayern den Vorsprung ausbauen - oder der BVB auf zwei verkürzen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

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