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Marco Reus (l.) (gegen Philipp Lahm) bestritt bislang drei Länderspiele © imago

Der Kampf um die zwei Jung-Nationalspieler hat begonnen. Bayerns Interesse wird immer konkreter. Reus sendet positive Signale.

Von Reinhard Franke

München - Mit dem Verkuppeln ist das immer so eine Sache. Meist ist der, der verkuppelt werden soll, der Arme, der gar nicht weiß, was passiert. Im Fußball ist das sicher anders - und auch neu.

Doch jetzt wird es immer mehr ein Thema, wenn es um zwei Jung-Nationalspieler geht: Dortmunds Mario Götze und Gladbachs Marco Reus.

Im Vorfeld zum Top-Spiel zwischen Bayern und Borussia Dortmund am Samstag (ab 18 Uhr im LIVE-TICKER) werden beide Namen immer häufiger genannt.

Die Partie des aktuellen Meisters beim Rekordmeister (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle) ist auch ein Duell der beiden Vereine um die beiden Stars. Das Interesse von Bayern an beiden Spielern ist groß. Und es wird schon fleißig rumgebaggert an den Emporkömmlingen.

Flachs beim DFB-Team

"Natürlich ziehen mich die Bayern bei der Nationalelf auf, wie Toni Kroos oder Thomas Müller, und flachsen, wann ich denn komme", sagt Götze in der "Sport Bild".

Tatsächlich scheint es so, als wenn die Bayern-Stars offensiver als je zuvor um Götze buhlen. Und es ist mehr als nur ein Flachs.

Sowohl Götze als auch Reus stehen im Notizblock von Bayerns Sportdirektor Christian Nerlinger. Götze für 2013, ein Jahr bevor sein Vertrag beim BVB ausläuft. Reus bereits für 2012, wenn seine Ausstiegsklausel bei Mönchengladbach über 17,5 Millionen Euro greift.

Hohe Ablösesumme für Reus

Beide Avancen können den "Schwarz-Gelben" nicht recht sein. Bei Götze versucht der BVB mit vereinten Kräften, das Jungtalent länger an den Verein zu binden, den Vertrag am liebsten bis 2014 zu verlängern.

Und Reus würde als gebürtiger Dortmunder auch gut zum Deutschen Meister passen.

Doch die Borussia darf sich nur wenig Hoffnung machen.

Grund dafür ist die im Sommer festgelegte Ablösesumme von 17,5 Millionen Euro. "Diesen Preis kann nicht jeder Verein zahlen", sagt Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge auch mit Blick auf Dortmund.

Schweinsteiger dementiert

Reus selbst widerspricht der Meinung seines Trainers Lucien Favre, ein Wechsel käme zu früh: "Ich bin spätestens im nächsten Sommer nicht mehr in dem Alter, dass ich als Talent gelte.

Er schwärmt vom FC Bayern: "Das Interesse ehrt mich. Bayern ist der beste deutsche Klub. Klar wird man bei der Nationalelf schon einmal angestupst", erzählt er in der "Sport Bild".

Bastian Schweinsteiger jedoch dementierte am Mittwoch mit Reus und Götze gesprochen zu haben: "Ich habe zu Beiden nichts gesagt, das ist lachhaft."

Er fügt aber hinzu: "Jeder, der Fußball versteht, weiß, sie sind gute Spieler. Ich habe aber nicht zu entscheiden, wer zu Bayern München kommt

[kaltura id="0_6vg8y3cq" class="full_size" title="Lahm: "Götze gehört zu den Besten""]

Gomez und Lahm schwärmen

Seine Mitspieler äußern ihren Wunsch nach Götze da schon deutlicher: "Mario Götze ist ein Ausnahme-Spieler. Der Verein wird schon versuchen, die besten deutschen Spieler zu bekommen. Und Mario gehört sicher dazu", sagt beispielsweise Mario Gomez.

Auch Philipp Lahm kann sich Götze sehr gut beim FC Bayern vorstellen: "Götze ist ein exzellenter Spieler und die Besten gehören zum FC Bayern", stellte der Kapitän im SPORT1-Interview klar.

Doch Sätze wie von Lahm und Gomez wird Watzke nicht gerne hören. Zuletzt ärgerte er sich schon über das öffentliche Interesse von Bayern-Präsident Uli Hoeneß ("So einen sympathischen Spieler beim FC Bayern, das wäre doch eine feine Sache") an Götze.

Watzke verärgert über Bayern-Interesse

Watzke nannte das "nicht gerade stilbildend". Rummenigges (BERICHT: Das Wechselverbot wackelt) Konter ließ nicht lange auf sich warten: "Dass man seine eigenen Spieler nicht gerne von anderen Klubs gelobt sieht, mag stimmen.

Aber das zeigt doch nur die Qualität der eigenen Mannschaft. Und Mario Götze hat eine sehr, sehr hohe Qualität."

Sein Rat an Watzke: "Damit sollte man souverän umgehen." Dann fügt Rummenigge noch hinzu: "Der Junge verdient es, dass er gelobt wird. Er ist ein sehr guter Spieler. Seine Aussagen haben wir gelesen und zur Kenntnis genommen, aber ein Transfer ist immer ein Drei-Parteien-Geschäft. Man sollte damit zum jetzigen Zeitpunkt entspannt umgehen."

Götze selbst will einen Wechsel nicht ausschließen. Zum Bayern-Interesse sagt er: "Das ehrt mich. Grundsätzlich will und kann ich nichts ausschließen. Mein Plan sieht vor, dauerhaft Champions League zu spielen."

Großkreutz will lieber zum FC

Götzes BVB-Kollege Kevin Großkreutz verspürt dagegen keine große Lust auf den FC Bayern. In der Bundesliga gibt es für den 23 Jahre alten Nationalspieler aber grundsätzlich nur eine Alternative zum BVB - und es ist nicht der Rekordmeister.

"Ich gehe nicht irgendwo hin, nur weil ich da mehr Geld verdienen kann. So bin ich nicht. Wenn, dann käme Stand jetzt sowieso nur der 1. FC Köln infrage", sagte Großkreutz der "Sport Bild".

Dieser Klub habe Ähnlichkeiten zu seiner Liebe BVB. "Die haben auch ein geiles Stadion, eine große Historie, dazu geile Fans, von denen ich viele kenne."

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