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Bastian Schweinsteiger wurde bei der WM 2010 ins All-Star-Team berufen © getty

Schweinsteiger verpasst den Dortmund-Kracher, liefert aber eine Kampfansage. Bayerns "Super-Chef" hofft auf Robben und lobt.

Vom FC Bayern berichtet Eric Böhm

München - Natürlich wäre er in Hamburg gerne dabei gewesen.

Doch Bastian Schweinsteiger hat aus seinem Schlüsselbeinbruch das Beste gemacht und besuchte während des Glanzauftritts der Nationalelf gegen die Niederlande (Bericht) das internationale Debüt der vereinseigenen Basketballer (Bericht).

Dass aber auch der Bundesliga-Kracher seiner Bayern gegen Borussia Dortmund (ab 18 Uhr im LIVE-TICKER) ohne ihn stattfindet, macht ihm deutlich mehr zu schaffen.

Von einer Kampfansage an den Titelverteidiger hält das "Schweini" aber nicht ab. "Wir sind der Überzeugung, dass wir qualitativ stärker sind, Dortmund weiß das auch", sagt Schweinsteiger auf SPORT1-Nachfrage.

Blamage ist abgehakt

Die Demütigung vor eigener Kulisse in der vergangenen Saison spielt für den Rekordmeister dabei keine Rolle mehr.

"Das Spiel ist vergessen. Wir hatten damals das schwere Champions-League-Spiel in Mailand und keine Vorbereitung. Es war nicht unser bester Tag. Jetzt ist die Situation völlig anders", wiegelt der Mittelfeldspieler ab.

Seit dem furiosen 3:1-Erfolg des BVB in München hat sich auf beiden Seiten tatsächlich einiges getan.

FCB enorm heimstark

Dortmund hat durch die Doppelbelastung mit der Champions League ein wenig die Leichtigkeit der vergangenen Saison verloren, tritt aber effizienter auf.

Die Bayern sind dagegen wieder die Gejagten und treten unter Coach Jupp Heynckes speziell in den Heimspielen unfassbar dominant auf (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Seit der 0:1-Pleite zum Saisonauftakt gegen Mönchengladbach gab es wettbewerbsübergreifend acht Siege, wobei es nur dem SSC Neapel gelang, Torhüter Manuel Neuer zu bezwingen.

[kaltura id="0_j45rslhp" class="full_size" title="FCB gegen BVB: Optimismus überall"]

Neue Kompaktheit

Als Grund dafür nennt Schweinsteiger eine neue Qualität des Tabellenführers.

"Unsere Spielweise hat sich stark verändert. Die offensiven Spieler arbeiten viel in der Defensive mit, dadurch kannst du dich als Mittelfeldspieler auf deinen Gegner konzentrieren und wir stehen kompakter", erklärt der 90-malige Nationalspieler.

Der "Super-Chef", so hatte ihn jüngst Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge getauft, gibt dabei aus dem Krankenstand die Marschroute vor (BERICHT: Winter-Transfers: Rummenigge sagt Nein).

"Wir müssen unsere Qualitäten abrufen. Dann wird es für Dortmund schwer, uns zu stoppen. Die große Chance, auf acht Punkte wegzuziehen, wollen wir nutzen", meint Schweinsteiger.

"Schweini" hat Respekt

Kapitän Philipp Lahm hatte unlängst betont, dass die Bayern den BVB als ihren "schärfsten Widersacher" auf die Meisterschaft sehen, entsprechend ernst nehmen sie das direkte Duell.

"Der BVB kommt über die mannschaftliche Geschlossenheit und wird sich nicht verstecken. Die starke Offensive mit Kagawa, Götze und Lewandowski müssen wir ausschalten", analysiert Schweinsteiger.

Ob der FCB mit Arjen Robben einen Trumpf aus dem Ärmel ziehen kann, ist noch nicht klar. Nach seiner Leisten-OP trainiert der Niederländer wieder mit dem Team.

"Schweini" warnt mit einem Schmunzeln: "Es sind ja noch ein paar Tage, bei Arjen weiß man nie, ob da noch was passiert. Nein, es wäre ein Vorteil so einen Spieler von der Bank bringen zu können. Wenn er dabei ist, bin ich siegessicher."

Comeback offen

Der Dirigent des rot-weißen Orchesters muss in jedem Fall von der Tribüne aus zuschauen. Am Mittwochnachmittag wurden ihm die Fäden der etwa zehn Zentimeter langen Operationswunde gezogen.

"Es gibt noch keinen Plan, wann ich wieder einsteigen kann. Es fühlt sich ganz gut an. Ich habe keine Schmerzen und kann die Schlinge abnehmen", erzählt der Vize-Europameister von 2008.

Lob für Kroos

Als sein Vertreter wird wieder Youngster David Alaba auflaufen, aber Toni Kroos soll den Taktstock schwingen - ähnlich wie in der DFB-Elf.

"Es war ein tolles Spiel gegen Holland. Toni ist sehr gut drauf. Er ist ballsicher, spielt starke Pässe und arbeitet jetzt auch besser nach hinten. Dadurch ist er noch wichtiger für uns geworden", lobt Schweinsteiger.

Den Gipfel von draußen verfolgen zu müssen fällt dem fünfmaligen Deutschen Meister trotzdem besonders schwer.

"Vielleicht ist die Pause am Saisonende ein Vorteil, aber ich würde lieber spielen. Es tut weh, aber ich habe Vertrauen in die Mannschaft. Ich gehe davon aus, dass sie das Spiel gewinnt."

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