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Hans-Joachim Watzke ist seit 2005 Geschäftsführer von Borussia Dortmund © getty

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke übt sich vor dem Gipfel bei den Bayern bei SPORT1 in Understatement. Demut ? oder alles nur Kalkül?

Von Matthias Becker und Martin Volkmar

München - Dass Sportler abergläubisch sind, ist keine Neuigkeit.

Bei Borussia Dortmund scheint dieses Phänomen vor dem Bundesliga-Gipfel beim FC Bayern (Sa., ab 18 Uhr im LIVE-TICKER) aber auch Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke erfasst zu haben.

Wie schon in der Vorsaison, als sein Team auf dem Weg zur Meisterschaft sowohl zuhause als auch in München gegen die Bayern siegte, lud Watzke jüngst zur Presserunde - in München.

Ausgerechnet in den "Südtiroler Stuben" von Bayerns Leib- und Magenkoch Alfons Schuhbeck stellte sich Watzke zum Gespräch. Eine gezielte Provokation um das Topspiel anzuheizen?

Vielleicht. Offiziell macht der BVB-Boss aber in Understatement. "Bayern hat die Pole Position und wird aus meiner Sicht ohnehin Meister", erklärte Watzke im Gespräch mit SPORT1 (DATENCENTER: Bundesliga).

Schweinsteiger stichelt zurück

Eine Aussage, die angesichts von fünf Punkten Vorsprung des Tabellenführers aus München unverfänglich erscheint, aber doch gezielt gesetzt ist.

Nachdem die Atmosphäre vor dem 3:1 des BVB in der Allianz Arena in der letzten Saison mächtig aufgeheizt war, versucht Watzke, den Druck auf die Bayern nun subtil zu erhöhen. Der Borussia-Geschäftsführer füllt die Rolle des Gegenspielers zur bayerischen Vereinsführung gekonnt und gerne aus - und die Münchner zeigen sogar ein bisschen Wirkung.

"Das ist mir doch egal, ob der (Watzke, Anm. d. Red.) seine Presserunde hier oder auf Hawaii macht", kommentierte der derzeit verletzte Bastian Schweinsteiger im "Bayerischen Rundfunk" Watzkes München-Tour.

[kaltura id="0_j45rslhp" class="full_size" title="FCB vs BVB Optimismus auf beiden Seiten"]

Aufwärtstrend beim BVB

Der oberste Borusse hat offenbar Spaß an diesen eher harmlosen Pieksereien. "Bayern ist Tabellenführer, hat eine sehr, sehr gute Mannschaft und ist deswegen in diesem Spiel auch Favorit. Das ist ja klar", sagte er SPORT1, nur um hinterher zuschieben: "Wir können auch Fußball spielen, und wenn wir einen guten Tag haben, sind wir sehr schwer zu spielen."

Auch Abwehrspieler Mats Hummels rechnet sich Chancen beim Münchner Gastspiel aus: "Wir werden nicht nur hinten drin stehen. Auch unsere Chance liegt in der Offensive", verspricht er in der "Bild".

Der Aufwärtstrend des BVB ist unverkennbar. Aus den letzten sechs Ligaspielen holten die Schwarz-Gelben 16 von 18 möglichen Punkten, liegen allerdings noch fünf Zähler hinter den Bayern.

"Wir sind gerüstet"

"Wir sind nicht auf Augenhöhe, weil wir fünf Punkte Rückstand haben. Aber wir sind gerüstet, das ist keine Frage", so Watzke.

Im Umkehrschluss bedeutet die Ausgangslage aber auch: Verliert der Meister in München, liegt er in der Tabelle schon acht Zähler hinter dem Titelrivalen.

Eine Vorentscheidung befürchtet Watzke aber nicht: "Jedenfalls ist die Meisterschaft noch nie am 13. Spieltag entschieden worden, und das wird auch in Zukunft so sein."

Watzke: Denke nur an Bayern

Die drei anstehenden Spiele können für die Borussia aber schon eine ganz wichtige Weichenstellung für den weiteren Saisonverlauf bringen. Nach dem Bayern-Spiel geht es in der Champions League gegen den FC Arsenal, danach im Derby gegen Schalke 04.

Von den folgenden Herausforderungen will Watzke aber noch nichts wissen. "Damit beschäftige ich mich momentan noch keinen Millimeter mit. Das einzige, was mich interessiert, ist das Spiel bei den Bayern."

Und damit ist der BVB-Boss diese Woche in Deutschland ganz sicher nicht alleine.

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