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Michael Ballack (r.) wurde 1998 mit dem FCK Deutscher Meister © imago

Bei ihrer Rückkehr nach Lautern wollen die Leverkusener Sam und Ballack ihren Ex-Klub ärgern. Letzterer spricht von Abschied.

Kaiserslautern/München - "Für ganz oben wird es sicherlich schwer". Von den ganz großen Zielen mit Bayer Leverkusen hat sich Michael Ballack offenbar schon verabschiedet.

Und er schiebt auch noch die Gründe hinterher. Der 35-Jährige hält fest, dass "wir uns intern mehr reiben müssen."

Damit erneuert er die altbekannte Phlegma-Diskussion um "Vizekusen".

Zurückfallen in eine gewisse Lethargie kostete Bayer in der Vergangenheit gleich mehrere Deutsche Meisterschaften.

Ballack war gekommen, um dieses Leverkusener Problem zu beheben. Bislang ist ihm das nicht gelungen und es wird ihm wohl aich nicht mehr gelingen.

Abschied naht

Vor dem Gastspiel in Kaiserslautern (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) hat der 98-malige Nationalspieler noch einmal unterstrichen, dass er sein Engagament unterm Bayer-Kreuz am Saisonende wohl beenden wird.

Damit wäre auch die Begegnung der Werkself am Freitag der letzte Auftritt des ehemaligen FCK-Meisterspielers (1998) auf dem Betzenberg.

"Derzeit habe ich wenig Überlegungen dahingehend, dass ich meinen Vertrag verlängern will. Im Moment gehe ich davon aus, dass es meine letzte Saison bei Leverkusen sein wird", sagte der 35-Jährige jetzt gegenüber "Sky".

Rückkehr zum FCK?

Ob ein Abschied aus Leverkusen gleichbedeutend ein Karrierende ist, ließ Ballack noch offen. "Ich fühle mich noch gut, aber was ich mache, weiß ich noch nicht. Wenn ich gesund bleibe, möchte ich noch ein, zwei Jahre auf gutem Niveau spielen. Wo das sein wird, werde ich sehen."(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Können sich die FCK-Fans vielleicht Hoffnung machen, dass der ehemalige "Capitano" der Nationalelf seine Karriere als "Roter Teufel" beenden wird? In der Pfalz darf ab jetzt spekuliert werden.

Neben Ballack feiert mit Sidney Sam ein weiterer Leverkusener seine Rückkehr nach Kaiserslautern. Er avancierte zuletzt zum regelrechten Schreckgespenst.

Drei Tore in zwei Duellen mit seinem Ex-Klub hat der Offensivspieler von Bayer Leverkusen erzielt.

"Phantom Sam" allgegenwärtig

Kein Wunder also, dass schon in den Tagen vor der zweiten Rückkehr des 23-Jährigen in die Pfalz das "Phantom Sam" allgegenwärtig ist. "Wir wissen ja alle um Sidneys Qualität.

Und weil er gegen uns immer so aufgetrumpft hat, habe ich einen umso größeren Ehrgeiz, dass er diesmal nicht trifft", meinte FCK-Abwehrspieler Mathias Abel vor dem Spiel gegen den Tabellenachten aus Leverkusen.

Die Chancen sind gut. denn Sam steckt in der Krise - wie das gesamte Bayer-Team.

"Uns fehlt die Konstanz

"Momentan läuft es nicht so gut. Uns fehlt noch die Konstanz aus dem Vorjahr", sagte Sam und will deshalb bei seiner Rückkehr keine Geschenke verteilen: "Wir brauchen die Punkte dringend selbst. Es wird ein heißer Tanz."

Zu allem Überfluss droht auch noch Nationalspieler Andre Schürrle (Erkältung) auszufallen (Bericht).

Löw hat Turboläufer Sam im Blick

Auch Sam selbst ist etwas von der Durchschlagskraft der vergangenen Runde abhandengekommen. Zwei Tore gelangen dem gebürtigen Kieler bis zum zwölften Spieltag - in der zurückliegenden Saison waren es zu diesem Zeitpunkt doppelt so viele.

Leverkusens Sportchef Rudi Völler hat dennoch großes Vertrauen in den nur 1,74 Meter großen Sam, auf dessen Turboläufe über die rechte Seite auch schon Bundestrainer Joachim Löw aufmerksam geworden ist.

Völler lobt Sam

"Sidney ist mit dem Ball schneller als die meisten anderen ohne", lobte Völler Leverkusens sprintstarke Nummer 18, der in Kaiserslautern einst erfolgreich in die Lehre ging.

Nachdem er den Durchbruch beim Hamburger SV nicht geschafft hatte, liehen die Norddeutschen Sam 2008 zum FCK aus. In der beschaulichen Pfalz reifte der früher auch als "Bruder Leichtfuß" titulierte Spieler zum leistungsstarken und disziplinierten Profi. Mit zehn Treffern war er maßgeblich am Bundesliga-Aufstieg der Roten Teufel beteiligt.

Kurz lässt Spielsystem offen

Offen ließ derweil Lauterns Trainer Marco Kurz noch das Spielsystem. In den beiden zurückliegenden Partien bei 1899 Hoffenheim (1:1) und beim Hamburger SV (1:1) trat der FCK mit Dorge Kouemaha als einziger Spitze an.

Der bislang treffsicherste Lauterer Itay Shechter (3 Tore) rückte in die Joker-Rolle. Dass die Entscheidung pro Ein-Mann-Sturm nichts mit der Qualität von Shechter zu tun hatte, versuchte Kurz mit einem Beispiel vom Länderspiel am Dienstag gegen die Niederlande (3:0) zu belegen: "Da saß mit Mario Gomez ein Weltklassestürmer auf der Bank."

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Kaiserslautern: Trapp - Dick, Amedick, Abel, Bugera - Sahan, Kirch, Tiffert, Fortounis - Shechter, Kouemaha

Leverkusen: Leno - Castro, Friedrich, Toprak, Kadlec - Bender, Rolfes - Sam, Ballack, Derdiyok - Kießling

Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)

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