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Torhüter Toni Schumacher absolvierte in seiner Karriere 464 Bundesliga-Spiele © getty

Toni Schumacher redet Klartext: Er lobt Huub Stevens als Idealbesetzung und macht den Bayern-Jägern wenig Hoffnung.

Von Jakob Gajdzik

München - Toni Schumacher ist zurück!

Der frühere Weltklasse-Torhüter arbeitet seit dem vergangenen Spieltag wieder als Bundesliga-Kolumnist für SPORT1, was er bereits von 2007 bis 2009 getan hat.

Wie in seiner Zeit als Profi wird der 57-Jährige kein Blatt vor den Mund nehmen. Der 76-malige Nationalspieler wurde 1980 Europameister und danach zweimal Vize-Weltmeister sowie Deutscher Meister mit dem 1. FC Köln und Borussia Dortmund, dreimal DFB-Pokalsieger und türkischer Meister mit Fenerbahce Istanbul.

In der Saison 1991/92 absolvierte er außerdem acht Spiele im Bayern-Tor.

Im Interview erklärt Schumacher, was die User von ihm erwarten können und checkt die Situation in der Liga nach rund einem Drittel der Saison. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

SPORT1: Hallo Herr Schumacher, willkommen zurück als SPORT1-Kolumnist. Was hat Sie dazu bewogen, diese Aufgabe anzunehmen?

Toni Schumacher: Ich bin wieder dabei, weil es mir einfach Spaß macht. Ich habe es ja auch schon bis 2009 sehr gerne gemacht. Außerdem ergänzt es sich wunderbar mit meiner Arbeit bei LIGA total! Ich werde weiter klar meine Meinung sagen, wie die Leute das von mir kennen und erwarten. So war ich schon während meiner aktiven Zeit als Fußballer und werde auch hier nichts daran ändern.

SPORT1: Sie sind als SPORT1-Kolumnist Nachfolger von Huub Stevens, der Ihren Ex-Klub Schalke 04 wieder nach oben geführt hat. Wie bewerten Sie seine bisherige Arbeit?

Schumacher: Bei SPORT1 war ich ja auch sein Vorgänger (lacht). Auf Schalke hat er großen Anteil am Erfolg. Stevens ist ein Trainer mit klaren Richtlinien und die zieht er durch. Er ist eine sehr autoritäre Person, aber so etwas brauchen die Spieler. Auf Schalke ist er die Idealbesetzung.

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SPORT1: Trauen Sie den Schalkern in dieser Saison zu, ganz oben anzuklopfen und sich zum Bayern-Jäger aufzuschwingen?

Schumacher: Bayern-Jäger heißt ja auch, Platz zwei oder drei zu belegen. Das traue ich der Mannschaft durchaus zu - genauso wie Borussia Dortmund. Allerdings spielen die Bayern eine derart hervorragende Saison, dass sich die anderen Teams meiner Meinung nach auf die Rolle der Jäger beschränken müssen. Aber es ist ja keine Schande, am Ende hinter den Bayern zu landen.

SPORT1: Was hebt den FC Bayern vom Rest der Liga ab?

Schumacher: Die Bayern sind auf allen Positionen überdurchschnittlich besetzt. Wenn dort jemand ausfällt, wird er ersetzt, ohne dass ein Leistungsabfall zu spüren ist. Das können sich die Münchner natürlich auch wegen ihrer finanziellen Stärke leisten. Deshalb rechne ich auch mit einem Heimsieg im Spitzenspiel gegen den BVB.

SPORT1: Was erwarten Sie vom Spitzenspiel?

Schumacher: Ich erwarte ein echtes Fußball-Schmankerl! 90 Minuten Spannung, Spiel und Kampf auf hohem Niveau.

SPORT1: Welche Mannschaften sehen Sie noch im Kampf ums internationale Geschäft?

Schumacher: Die Situation da oben ist momentan sehr in Bewegung, so richtig setzt sich da momentan keine Mannschaft fest. Hannover spielt zum Beispiel wiederum eine hervorragende Saison. Das ist besonders ein Verdienst von Mirko Slomka und auch Jörg Schmadtke, den ich sehr schätze.

SPORT1: Kommen wir zum anderen Ende der Tabelle, zum Abstiegskampf. Wen sehen Sie dort besonders gefährdet?

Schumacher: Für so eine Einschätzung ist es noch viel zu früh. Als Profi habe ich zu diesem Zeitpunkt nie an den Abstieg gedacht, auch wenn wir mal im Tabellenkeller standen. Es sind noch viele Partien zu spielen, da sollte man sich noch nicht aufgeben.

SPORT1: Wie schätzen Sie die Bundesliga im internationalen Vergleich ein? Kommt sie von der Qualität an die englische Premier League heran?

Schumacher: Die Bundesliga gehört mit Sicherheit zu den besten Ligen in Europa. Wenn überhaupt, dann ist die Premier League noch etwas vor uns. Alle anderen Ligen sind dahinter.

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