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Thorsten Fink war vor seinem Amtsantritt beim HSV Trainer vom FC Basel aus der Schweiz © getty

Der HSV-Trainer will gegen Hoffenheim endlich einen Dreier einfahren. Hoffnung macht ein Stürmer. Ein Routinier hat schlechte Karten.

Aus Hamburg berichtet Thorsten Mesch

Hamburg - Am Sonntag soll es endlich klappen.

Im Spiel gegen 1899 Hoffenheim (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER) will Thorsten Fink mit dem Hamburger SV den ersten Bundesliga-Sieg seit seinem Dienstantritt am 17. Oktober einfahren.

"Natürlich müssen und wollen wir gewinnen", sagt der Trainer in der Cafeteria der Hamburger Arena in kleiner Runde.

Aber er sagt nicht: "Wir werden gewinnen", wie vor dem Spiel gegen Kaiserslautern, das dann 1:1 endete.

"Dann geht die Welt nicht unter"

"Wenn es nicht klappt, dann geht die Welt auch nicht unter", gibt sich Fink nach außen hin sehr gelassen.

Doch er weiß auch: Der Druck steigt.

Siege konnte er bislang nur im DFB-Pokal (2:1 nach Verlängerung in Trier) und bei Testspielen feiern. Am Mittwochabend mühten sich die Hamburger beim Landesligisten TSV Winsen zu einem 3:1-Erfolg.

Unter Fink noch ungeschlagen

Immerhin: Unter Fink ist der HSV noch ungeschlagen. In den bisher drei Bundesligaspielen unter seiner Regie spielten die Norddeutschen dreimal unentschieden, wie zuletzt beim 2:2 in Leverkusen, als die Mannschaft in Unterzahl spielte und ein 0:2 aufholte (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Die Mannschaft hat in Leverkusen gezeigt, wozu sie fähig ist. Wir haben gesehen, dass wir das Potenzial haben", lobt der Coach.

Sonderlob für Berg

Der 44-Jährige ist von seinen Spielern überzeugt und weiß als Ex-Profi genau, was seinem Team noch fehlt, "Wir brauchen auch mal eine schnelle Führung. Wenn das gelingt, trägt einen auch das Selbstvertrauen."

Den Glauben an seine eigenen Fähigkeiten schien Marcus Berg schon fast verloren zu haben. Unter Fink hat der Stürmer eine neue Chance bekommen und blüht auf.

"Marcus ist sehr agil und gibt auf dem Platz Gas. Genau das will ich von ihm sehen", sagt Fink über den Angreifer, der 2009 für zehn Millionen Euro vom FC Groningen zum HSV kam.

"Er ist schnell, fleißig und torgefährlich", schwärmt Fink und gibt dem Schweden als Ersatz für den angeschlagenen Mladen Petric eine Einsatzgarantie: "Er soll spielen. Wenn er so weitermacht, führt kein Weg an ihm vorbei."

Während viele seiner Teamkollegen bei ihren Nationalmannschaften waren, trainierte Berg während der Länderspielpause mit der Mannschaft und traf in zwei Testspielen insgesamt vier Mal.

"Viel im taktischen Bereich gearbeitet"

In der Länderspielpause habe er mit den in Hamburg gebliebenen Spielen "viel gearbeitet, vor allem im taktischen Bereich", gibt Fink SPORT1 einen Einblick in sein Training.

Vor allem die Freundschaftsspiele seien "optimal, um Laufwege einzuüben". Von daher sei die Bundesligapause "für die, die hier geblieben sind, sehr, sehr gut" gewesen.

Bruma kehrt zurück

Zum Spiel gegen Hoffenheim kann Fink den zuletzt angeschlagenen Jeffrey Bruma wieder einsetzen. Er bildet gemeinsam mit Heiko Westermann die Innenverteidigung.

Ansonsten will Fink mit der Mannschaft "keine Experimente" starten. "Man muss die Mannschaft sich einspielen lassen und nicht immer wieder wechseln", betont er.

"Jarolim kann gerne bleiben"

Schlechte Aussichten für David Jarolim also. Der Ex-Kapitän spielt keine Rolle mehr, wurde von Fink erst einmal, beim 2:2 in Leverkusen, eingewechselt. Der Tscheche könne den Verein im Winter ablösefrei verlassen, kündigte Sportdirektor Frank Arnesen an.

"Wenn er gehen will, wollen wir ihm keine Steine in den Weg legen", meint Fink. Jarolim könne aber auch "gerne bleiben. Er ist erfahren und ein Spieler, den man im Abstiegskampf braucht", erklärt der Trainer.

Finks Weihnachts-Wunsch

"Spätestens Weihnachten" will Fink mit dem HSV nicht mehr auf den Abstiegsrängen stehen. "Das gilt auch für Platz 16", betont er. Für dieses Vorhaben wäre ein Sieg gegen Hoffenheim äußerst hilfreich.

"Ich will keinen Druck aufbauen", sagt Fink, "aber es ist an der Zeit, dass wir die Negativserie bei Heimspielen beenden."

Die Heimbilanz unter Fink lautet bisher: 1:1 gegen Wolfsburg, 1:1 gegen Kaiserslautern. Sind am Sonntag aller guten Dinge also drei?

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