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Karl-Heinz Rummenigge ist seit 2002 Vorstandsvorsitzender des FC Bayern © getty

Die Münchner Bosse beschwören auf der Jahreshauptversammlung den internen Zusammenhalt. Ein Final-Fluch soll gebrochen werden.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Die Mannschaft fehlte, war aber entschuldigt.

Statt den Berichten der Sportkegler, Schachspieler und Kunstturner zu lauschen, sollten die Bayern-Profis entspannen.

Auf der Jahreshauptversammlung im "Audi Dome" trat das Team daher nur in Form von kleinen Videoschnipseln auf (Bericht).

Schweinsteiger als Zuhörer

Lediglich Bastian Schweinsteiger war erschienen, mittlerweile ohne Armschlinge nach seinem Schlüsselbeinbruch .

Der Vize-Kapitän bekam so die angespannte Stimmung zwischen Teilen der Südkurven-Fans und den Vereinsbossen von der ersten Reihe aus mit, aber auch die Finanzkraft des Klubs (129,1 Millionen Euro freie Liquidität zum 30. Juni) und die gewaltige Vorfreude auf das Kräftemessen mit dem BVB.

"Ich gehe davon aus, dass wir die drei Punkte holen", kündigte Schweinsteiger selbst via "Bild" an und beteuerte: "Die Mannschaft ist nicht kopflos ohne mich."

Hoeneß lässt Heynckes hochleben

Beinahe jeder Fan, der am Freitagabend per Wortmeldung seinen Auftritt vor den 3235 Mitgliedern hatte, ließ sich den Hinweis nicht entgehen, dass gegen Schwarzgelb ein Sieg und bitteschön ein "2:0 oder 3:0" hermüsse.

Die Botschaft dürfte das Team genauso erreicht haben wie die Vertragsverlängerung mit Sportdirektor Christian Nerlinger (bis 2014) und die maximale Anerkennung, die ihr Trainer schon nach viereinhalb Monaten als Chefdirigent erfährt.

"Jupp Heynckes passt zum Verein wie die Faust aufs Auge", formulierte Uli Hoeneß in Hauruckmanier.

"Er ist ein seriöser Mann, ein akribischer Mann, einer, der sich keiner Arbeit zu schade ist."

[kaltura id="0_clgyrbnv" class="full_size" title="Hoeneß: "Ihr könnt zu Hause bleiben!""]

Heynckes hat Bayerns Potenzial weiterveredelt, die Darbietungen derart verfeinert, dass Hoeneß zuletzt schwärmerisch gar von "Kunst" sprach.

Aus seiner Sicht gleicht der FCB dank der Tabellenführung und der neuen Harmonie zwischen Trainer und Vorstand derzeit quasi einem "Hort der Glückseligkeit".

"Eine sehr reizvolle Partie"

Eine Momentaufnahme, die nun um keinen Preis Borussia Dortmund stören soll.

"Alle fiebern dem Spiel entgegen. Das wird eine schwere, aber sehr reizvolle Partie!", stellte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge fest.

Und er gab angesichts der 1:3-Heimpleite aus der Vorsaison zu: "Letztes Jahr haben wir etwas gelitten, speziell Uli Hoeneß ist immer tiefer in den Sitz gerutscht neben mir. Umso motivierter werden Trainer und Team die Partie angehen."

Aus Motivationszwecken hätte Rummenigge am liebsten ein Plakat aus der Allianz Arena mit in die Jahreshauptversammlung gebracht. "Packma's", berichtete er, stehe darauf. Für Rummenigge muss dies das Motto für den Wettkampf mit dem BVB sein.

Ein Sieg und die Bayern hätten acht Punkte Vorsprung auf den amtierenden Meister (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Meistertitel als erstes Ziel

Nach Auffassung des früheren Weltklasse-Stürmers soll der erhoffte Sieg über den BVB ohnehin nur der erste Schritt Richtung Meistertitel sein. Den gibt Rummenigge unumstößlich als oberstes Ziel aus.

Weniger unerbittlich gab er sich beim Wunsch nach dem Champions-League-Finale im Mai 2012 in München.

"Es ist noch keiner Mannschaft gelungen, im eigenen Stadion das Finale zu spielen. Aber man kann jede Statistik brechen", sagte Rummenigge.

Aufmunterung in Versform

Dem großen Ziel steuert er äußerst relaxt entgegen. "Ich gebe die Parole aus: Versuchen ja, Verlangen nein. Druck ist im Fußball auch manchmal kontraproduktiv."

Druck gibt es dagegen vor dem Spitzenspiel der Liga in spezieller Form.

Ein Fan in Tracht formulierte seinen Anspruch in Versform: "Macht weiter so, ihr macht uns froh". Damit dürfte für die Mannschaft von Jupp Heynckes alles gesagt sein.

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