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Nach dem Spiel beglückwünschen sich die Torschützen Sam (l.) und Ballack (r.) © getty

Der Leverkusener ist beim Sieg in Kaiserslautern stärkster Mann auf dem Platz. Mit seiner Mannschaft hat er noch viel vor.

Kaiserslautern - Nach seinem Führungstreffer beim 1. FC Kaiserslautern begrub die halbe Mannschaft von Bayer Leverkusen Michael Ballack unter sich.

Der so Geherzte genoss die Huldigungen sichtlich - und bedankte sich nach Schlusspfiff auf seine eigene Art und Weise. "Vielleicht war es ja doch nicht mein letztes Spiel hier", sagte Ballack nach dem 2:0 (0:0)-Erfolg auf dem Betzenberg und ließ viel Raum für Spekulationen offen (Bericht).

Eigentlich hatte Ballack bereits vor der Partie seinen Abschied bei der Werkself zum Saisonende angekündigt.

Hintertürchen offen

Doch in den Katakomben des Stadions blieb ein Hintertürchen offen. "Ich habe nie gesagt, dass ich aufhören will. Wenn man 35 Jahre alt ist und der Vertrag ausläuft ist es normal, dass man sich Gedanken machen muss. Mal sehen", sagte Ballack.

FCK-Keeper Kevin Trapp hatte zuvor den durchaus haltbaren Weitschuss des besten Spielers auf dem Platz durch die Finger schlüpfen lassen.

Ein Grund für diesen Sinneswandel dürfte wohl die Atmosphäre auf dem Betzenberg gewesen sein 484426(DIASHOW: Der 13. Spieltag).

"Für solche Spiele lebt man als Fußballer"

Die Stimmung auf den Rängen an seiner alten Wirkungsstätte spornte Ballack, der nach seinem Nasenbeinbruch erneut als Maskenmann auflief, zu seiner überragenden Leistung an. "Ich habe die Atmosphäre aufgesogen. Für solche Spiele lebt man als Fußballer", zeigte sich der 35-Jährige begeistert und fügte hinzu, derartige Partien "im Herbst der Karriere" besonders zu genießen.

Zwischen den Zeilen hörte man heraus: Ballack hat richtig Lust auf die Bundesliga.

Ballack als Leader

Da Nationalspieler Simon Rolfes bei Anpfiff nur auf der Ersatzbank Platz nahm, durfte Ballack das Team wieder als Kapitän auf den Betzenberg führen.

Auf dem Platz übernahm er dann auch die Rolle des Leaders, war an fast jeder guten Szene der Leverkusener beteiligt und stemmte sich vor allem in der schwächeren ersten Halbzeit gegen eine drohende Niederlage.

Ginge es nach seinen Mitspielern, könnte Ballack ohnehin auch in der kommenden Saison für Leverkusen spielen. "Es wäre schade, wenn er aufhört. Er wird von Spiel zu Spiel wichtiger für uns", sagt Bayer-Keeper Bernd Leno und hielt ein kleines Plädoyer für den "absoluten Teamplayer".

Dutt zollt Ballack Respekt

Der Wunsch, auch in der kommenden Saison auf Ballack setzen zu können, kam Trainer Robin Dutt zwar nicht über die Lippen, aber auch der 46-Jährige zollte Ballack Respekt: "Er geht seit Wochen mit guter Leistung voran. Ich habe viele Wünsche, aber noch ist ja nicht Weihnachten."

Leverkusen zeigte in Lautern endlich das von Dutt propagierte Kurzpassspiel und wurde durch die beiden Ex-Lauterer Ballack (54.) und Sidney Sam (70.) belohnt.

Ziel: Champions-League-Platz

Rundum zufrieden war Ballack trotz seines Tores und der vielen Komplimente jedoch nicht. "Wir haben endlich über 90 Minuten gezeigt, was wir können. Aber ein Sieg alleine darf uns nicht

reichen. Wir wollen wieder auf die Champions-League-Plätze. Dafür müssen wir jetzt nachlegen. Das haben wir zuletzt nicht getan", sagte Ballack (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

In der "Königsklasse" wartet für Balack mit dem Heimspiel gegen den FC Chelsea die nächste Partie gegen einen Ex-Verein.

"Das ist ein wichtiges Spiel, da wollen wir etwas holen", sagte der ehemalige England-Legionär. Kein Zweifel: Michael Ballack hat noch einiges vor.

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