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Lewis Holtby hat zwei Länderspiele für Deutschland absolviert © getty

Lewis Holtby brilliert beim Schalker Sieg gegen den 1. FC Nürnberg. Das Derby gegen Dortmund kann kommen. Manager Heldt warnt aber.

Gelsenkirchen - Die Fans stimmten schon lange vor dem Schlusspfiff Schmähgesänge auf den BVB an, und Lewis Holtby freute sich auf "ein richtig geiles Spiel".

Der mühelose 4:0 (2:0)-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg (BERICHT: "Masken-Hunter" schießt Club ab) war bei Anhängern und Spielern von Schalke 04 schnell vergessen, alle blickten bereits auf das 139. Revierderby bei Borussia Dortmund.

"Ich bin zwar komplett im Eimer von der Kraft her, aber ich bin jetzt schon sehr heiß", sagte der überragende Holtby, der am kommenden Samstag (15.30 Uhr) seinen ersten Ruhrpottklassiker in der Bundesliga bestreitet. 484426(DIASHOW: Der 13. Spieltag).

"Auf Augenhöhe mit BVB"

"Wir sind auf Augenhöhe in der Tabelle. Beide Mannschaften stehen nicht ohne Grund da oben", befand der U-21-Nationalspieler und erläuterte seine Derby-Vorbereitung: "Ich werde die ganze Woche früh schlafen gehen."

Nur den Dortmunder Auftritt in der Champions League am Mittwoch beim FC Arsenal will er sich "noch reinziehen - das ist ein Leckerbissen". (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Ein Leckerbissen war die Schalker Derby-Generalprobe nur phasenweise - meist aber wegen Holtby.

Holtby prägt S04-Spiel

Der 21-Jährige bereitete nicht nur das 1:0 durch Klaas-Jan Huntelaar mit einem Traumpass vor (13.) und setzte nach einem Doppelpass mit Raul selbst den Schlusspunkt (84.).

Er war auch an fast allen Offensivaktionen des DFB-Pokal-Siegers mit viel Spielübersicht und Lauffreude beteiligt.

"Jeder sieht, dass ich mit einem Lächeln spiele", sagte Holtby, "gerade für diesen Verein, in dem so viel Emotionen drinstecken."

Mit Selbstkritik ins Derby

Einen Vorgeschmack auf die Emotionen, die ihn am Samstag in Dortmund erwarten, bekam der Mittelfeldspieler schon in der zweiten Hälfte gegen Nürnberg.

60.000 Schalke-Fans beschäftigten sich verbal schon längst mit dem BVB, als ihre Mannschaft noch den achten Saisonsieg einfuhr.

So leicht, wie es der Club den Schalkern machte, wird es in Dortmund indes sicher nicht.

"Wir haben nicht 100 Prozent unserer Leistung ausgeschöpft", erkannte Holtby selbstkritisch, "aber das Gute ist doch, dass wir noch riesig Luft nach oben haben."

Lob an den "Hunter"

Gegen harmlose Nürnberger reichte neben einem starken Holtby vor allem die unglaubliche Effizienz von Torjäger Huntelaar, der seinem 22. Pflichtspieltreffer der Saison nach der Pause die Nummer 23 folgen ließ (66.).

"Das ist nicht normal", sagte Holtby, "normalerweise sagt man ja, die Holländer haben einen Riecher für Käse - er hat einen für Tore. Er ist ein Phänomen."

Farfan und Höwedes ersetzt

Da auch noch Schalkes zweiter Stürmerstar Raul traf (38.), fiel der Ausfall der verletzten Nationalspieler Jefferson Farfan und Benedikt Höwedes gar nicht ins Gewicht.

"Das sind Weltklassespieler, aber wir haben genug Qualität im Kader", meinte Holtby. Allerdings fielen Atsuto Uchida und Alexander Baumjohann, die die beiden ersetzten, doch ab.

Manager Horst Heldt hatte indes längst nicht alles gefallen, was er beim siebten Sieg im zehnten Pflichtspiel unter dem neuen, alten Trainer Huub Stevens - bei nur einer Niederlage - gesehen hatte.

Heldt warnt sein Team

"In Dortmund müssen wir ein anderes Gesicht zeigen", mahnte er. "Das eine oder andere Mal hat es gebrannt im Sechzehner, solche Fehler werden nächste Woche bestraft."

Schon auf Schalke bestraft worden waren die Nürnberger, die zwar ansehnlich mitspielten, vor dem gegnerischen Tor aber harmlos und in der Defensive zu unbedarft waren.

"Es geht nicht, dass man nur ein bisschen das Füßchen hinstellt und sonst mitschwimmt", kritisierte Trainer Dieter Hecking nach dem achten Spiel in Folge ohne Sieg, "das war zu einfach, zu billig - nicht bundesligareif."

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