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Felix Magath trainiert den VfL Wolfsburg seit März 2011 zum zweiten Mal © getty

Felix Magath verblüfft mit neuer Taktik gegen Hannover 96 und führt den VfL Wolfsburg im Derby wieder in die Erfolgsspur.

Wolfsburg - Als der passionierte Schachspieler Felix Magath mit einer ausgefeilten Taktik Hannover 96 matt gesetzt hatte, konnte sich der Trainerfuchs bereits vor dem Schlusspfiff ein schelmisches Lächeln nicht verkneifen.

Denn beim 4:1 (2:1)-Erfolg in einem hitzigen Niedersachsenderby (Bericht) hatte Magath nicht seine harte Hand gezeigt, sondern die Hannoveraner von Konzepttrainer Mirko Slomka mit ausgefeilten Winkelzügen vor unlösbare Aufgaben gestellt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Das war die beste Begegnung in der Bundesliga. Wir standen so kompakt wie noch nie. Wir haben eine Formation gefunden, auf die wir bauen können", sagte Magath. 484426(DIASHOW: Der 13. Spieltag)

"Das war das beste Spiel der Saison", erklärte der Trainer bei SPORT1: "Chris hat gezeigt, warum wir ihn geholt haben. 'Brazzo' habe ich geholt weil er auf vielen Positionen einsetzbar ist, aber er wird nicht immer zwei Tore machen."

Offenbar hatte auch Joachim Löw seinen Anteil am Sieg der Wolfsburger. "Ich bedanke mich beim Bundestrainer, der hat mir den Tipp gegeben, Träsch so aufzustellen", sagte Magath: "Das Spiel von ihm war länderspielreif. Träsch ist gesetzt auf der Außenposition.?

Dagegen wirkte Slomka nach der Begegnung genauso ratlos, wie seine Mannschaft in den 90 Minuten zuvor.

Magath verblüfft alle

"Wir sind in der ersten Halbzeit auf einen sehr starken, sehr gut eingestellten Gegner getroffen. Diese neue Ordnung hat uns Probleme bereitet, und wir haben wenig Zugriff auf den Gegner bekommen", gab Slomka offen zu.

Mit seinem 4-3-3-System hatte Magath alle Beobachter verblüfft.

Träsch verteidigte auf der rechten Seite, neben Mario Mandzukic stürmten Ashkan Dejagah und Koo Ja-Cheol - und "Altstar" Hasan Salihamidzic zog überraschend im Mittelfeld die Fäden.

Was der Bosnier seinem Lehrmeister mit seinen beiden ersten Bundesligatoren seit mehr als viereinhalb Jahren dankte (22., 36.).

Chris und Madlung treffen

Weil Innenverteidiger Chris (55.) und Alexander Madlung (74.) ebenfalls trafen, gab es für die Gastgeber nicht nur den neunten Sieg im zehnten Bundesligaduell vor eigenem Publikum gegen Hannover, sondern auch den höchsten Saisonerfolg.

Den Anschlusstreffer für 96 erzielte Christian Schulz (43.).

Während der Länderspielpause hatte Magath allerdings nicht mit ausgeklügelten Taktiken, sondern mit hartem Durchgreifen für Aufregung gesorgt.

Der 58-Jährige hatte Abwehrspieler Sotirios Kyrgiakos, Mittelfeldspieler Jan Polak und Stürmer Patrick Helmes aus dem Kader der ersten Mannschaft verbannt.

Kampfstarke "Wölfe"

Ganz offensichtlich hat die Mannschaft die Zeichen der Zeit verstanden. Neben den taktischen Finessen des Trainer waren die Wolfsburger auch in punkto Einsatzwille und Laufbereitschaft nicht wiederzuerkennen.

Mit nun 16 Punkten schaffte der VfL den Sprung ins Mittelfeld.

"Wir wollten den Gegner von Anfang an bekämpfen. Die Situation war für alle nicht schön. Wir standen alle unter Druck", betonte Salihamidzic, der seinen ersten Bundesliga-Doppelpack seit 2001 erzielte: "Wir stecken immer noch in einer schwierigen Situation, aber wir wissen jetzt, wie wir auftreten müssen."

96-Ärger wegen Roter Karte

Völlig konsterniert zeigten sich dagegen die als Favoriten ins Derby gegangenen Hannoveraner nach der bitteren Pleite - und haderten vor allem mit Schiedsrichter Deniz Aytekin.

In der 57. Minute hatte der Unparteiische Didier Ya Konan die Rote Karte gezeigt, nachdem dieser den auf dem Boden sitzenden Makoto Hasebe den Ball an den Kopf geworfen hatte.

"Für mich war es eine klare Fehlentscheidung. Ich gehe davon aus, dass Didier Ya Konan freigesprochen wird", sagte Slomka. Und Sportdirektor Jörg Schmadtke kündigte bereits an, gegen jede Sperre des Ivorers Einspruch einlegen zu wollen.

"Zur Schiedsrichterleistung sage ich generell nichts, aber die heute muss man wohl auch nicht kommentieren", erklärte Mohammed Abdellauoe bei SPORT1.

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