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Karl-Heinz Rummenigge ist seit 2002 Vorstandsboss des FC Bayern © getty

Karl-Heinz Rummenigge spricht im Interview über die Folgen der Niederlage gegen Dortmund, das Titelrennen und BVB-Juwel Götze.

Aus der Allianz Arena berichtet Mathias Frohnapfel

München - Wie wohltuend ein Sieg über Dortmund wäre, das hatte Karl-Heinz Rummenigge noch auf der FCB-Jahreshauptversammlung beschworen.

Statt einer geglückten Revanche gab es am Samstagabend aber die dritte Pleite in Folge gegen den BVB 484426(DIASHOW: Der 13. Spieltag).

Und den Vorstandsboss des FC Bayern wurmte es gewaltig, nach Gründen für diese 0:1-Niederlage (Bericht) suchen zu müssen.

Mit kühlem Kopf analysierte er dennoch die veränderte Ausgangslage des Rekordmeisters im Titelrennen, der als Spitzenreiter nun den BVB mit nur zwei Punkten Abstand im Nacken spürt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Im Bauch der Allianz Arena sprach Rummenigge zudem über den Abwehrschnitzer vor dem Tor von Mario Götze, die Auswirkungen auf die Champions-League-Partie gegen Villarreal und Rückkehrer Arjen Robben 485008(DIASHOW: Die Teams in der Einzelkritik).

Frage: Herr Rummenigge, wie erklären Sie sich die 0:1-Niederlage gegen Dortmund?

Karl-Heinz Rummenigge: Es war klar, dass es ein enges Spiel auf Augenhöhe wird, das haben wir vorher schon gesagt. Wir haben uns leider ein Tor gefangen, es war aber eine unglückliche Niederlage, weil wir die ein oder andere Chance hatten. Es ist aber ein großer Unterschied zu dem 1:3 aus der letzten Saison, weil wir jetzt zumindest noch zwei Punkte Vorsprung auf Dortmund haben.

Frage: Welche Folgen sehen Sie für die Bundesliga?

Rummenigge: Wir sind Tabellenführer, wir können aus der Position der Stärke heraus noch die Dinge von oben anschauen. Jede Niederlage schmerzt natürlich, doch die schmerzt besonders.

Frage: Sie haben vor Wochen gesagt, man darf im Titelkampf Dortmund nicht vergessen. Fühlen Sie sich bestätigt?

Rummenigge: Jeder, der Dortmund nach ein paar Spielen nicht auf der Rechnung hatte, hat sie zu früh abgeschrieben. Es ist eine gute Mannschaft, die sind nicht zufällig Meister geworden. Man muss Respekt vor Dortmund haben, den haben wir. Dass wir es verloren haben, müssen wir akzeptieren.

Frage: Muss der FC Bayern jetzt vor Dortmund zittern?

Rummenigge: Respekt ja, aber Zittern nein.

Frage: Fürchten Sie Auswirkungen auf das Spiel gegen Villarreal in der Champions League?

Rummenigge: Nein. Ich habe die Mannschaft nach der Niederlage in der Kabine gesehen. Klar sind die Spieler enttäuscht, das ist normal und in Ordnung so. Jetzt heißt es Schnauze abputzen und am Dienstag gewinnen. Dann können wir in das Achtelfinale der Champions League einziehen, das ist jetzt unserer Verpflichtung. Und am Sonntag geht es in Mainz weiter mit der Bundesliga.

Frage: Der BVB ist Bayern auf die Pelle gerückt. Wie sehr hängt die Niederlage nach?

Rummenigge: Die Dortmunder sind näher gekommen, aber auch Gladbach. Die Spitze ist mehr zusammengewachsen. Es war sicher kein guter Spieltag für den FC Bayern.

Frage: Beim Tor wirkt Jerome Boateng desorientiert. Oder war es Mario Götzes Klasse, die Situation so schnell zu nutzen?

Rummenigge: Es passiert eben, dass man in einem Moment einen Schritt zu spät kommt. Wahrscheinlich hat er nicht gesehen, wo der Ball ist. Mario Götze hat das dann klasse gemacht.

Frage: Ist Götze so noch etwas interessanter für Bayern geworden?

Rummenigge: Ich glaube, wir sollten diese Dinge zu den Akten legen, da sie überhaupt keine Aktualität wiedergeben.

Frage: Wie bewerten Sie Arjen Robben bei seinem Comeback nach der langen Pause?

Rummenigge: Das soll der Trainer entscheiden. Wir sind sehr zufrieden, dass er wieder da ist. Dass er nach so einer langen Pause nicht das Spiel im Alleingang entscheidet, ist doch völlig normal. Man muss jetzt etwas Geduld haben.

Frage: Wie sehr hat Bastian Schweinsteiger gefehlt?

Rummenigge: Es nützt nichts, er wird am Dienstag und Sonntag auch nicht spielen. Lamentieren bringt uns nicht weiter, wir müssen einfach versuchen die Spiele trotzdem zu gewinnen. Die Mannschaft ist dazu in der Lage.

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