vergrößernverkleinern
Kevin Großkreutz (l.) spielt seit 2009 für Borussia Dortmund © getty

Die Bayern sehen sich von Dortmund und Gladbach gejagt, Bayens Mittelfeldmann Toni Kroos setzt eine Spitze gegen Dortmund.

Von Mathias Frohnapfel

München - Die DFL hat Glück.

Denn die Regularien der Bundesliga müssen nicht umgeschrieben werden und es muss auch kein Sonderpokal für den zweiten Platz ausgelobt werden.

Dass der FC Bayern Deutscher Meister wird, ist nach der Münchner 0:1-Niederlage gegen Dortmund (Nachbericht) längst nicht mehr "so sicher wie das Amen in der Kirche". Dabei hatte genau dies das Dortmunder Oberschlitzohr Hans-Joachim Watzke prophezeit.

Der Spruch ist inzwischen als Finte des BVB-Geschäftsführers entlarvt, genauso wie Rudi Völlers Seufzer "Die Bayern sind eine Klasse für sich" ein Update benötigt.

Leverkusen war im Frühherbst in München beim 0:3 chancenlos, doch seit dem Ausfall von Bastian Schweinsteiger ist der Rekordmeister angreifbar geworden (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Offenes Rennen um den Titel

Und aus der lockeren Fahrt Richtung 23. Meistertitel ist längst ein offenes Rennen mit Titelverteidiger Borussia Dortmund und Überraschungsteam Borussia Mönchengladbach geworden. Beide Teams haben nur zwei Punkte weniger als der FCB 484426(DIASHOW: Der 13. Spieltag).

"Es ist enger als wir uns das erhofft haben, wir werden aber unsere Ziele nicht verändern", kommentierte Toni Kroos die neue Ausgangsposition im Gespräch mit SPORT1.

Er fordert vom Team jetzt mehr zu investieren und hält für Dortmund ein versalzenes Kompliment bereit.

"Dortmund kann verteidigen, sie sind nicht die größte Fußballmannschaft, das hat man auch gesehen, aber sie können verteidigen."

Bayern mühen sich um Ruhe

Unmittelbar nach der Schlappe im Spitzenspiel machte Kroos einen durchaus geschockten Eindruck und beteuerte dennoch, dass dies keine Auswirkung aufs Selbstvertrauen habe.

Das wünscht sich auch Karl-Heinz Rummenigge. Schließlich, so der FCB-Boss, könne sich das Team weiterhin "aus der Position der Stärke heraus die Dinge von oben anschauen".

Jupp Heynckes dürfte trotzdem genau darauf achten, vor den Spielen gegen Villarreal am Dienstag sowie Mainz am Sonntag die richtige Ansprache zu finden.

Heynckes erwartet "enge Kiste"

"Es wird für Dortmund wie für uns eine ganz enge Kiste da oben", räumte der Bayern-Coach ein.

Und er hat die weitere Konkurrenz im Blick. "Mit Gladbach und Schalke gibt es auch Teams, die überraschen."

FCB-Sportdirektor Christian Nerlinger bekräftigte am Sonntagabend bei "Sky" ebenfalls, dass die Münchner die Gladbacher als Meisterschaftskonkurrenten "ernst" nehmen.

Und Schalke liegt mit 25 Zählern nur drei hinter Bayern, mischt im Meisterrennen somit auch kräftig mit.

[kaltura id="0_hugzrnl9" class="full_size" title="Doppelpass Das Spitzenspiel FCB BVB in der Analyse"]

Helmer traut Dortmund viel zu

SPORT1-Experte Thomas Helmer kalkuliert auf jeden Fall mit Schwarzgelb.

"Der BVB kommt jetzt nach den anfänglichen Problemen wieder ins Rollen", meint der ehemalige Profi, der sowohl das Bayern- als auch das BVB-Trikot trug.

"Dass es nach der Meisterschaft auch einmal Rückschläge setzt, war erwartbar. Aber die Borussia ist nicht von ihrem Weg abgegangen und hat weiter an sich geglaubt."

Die Dortmunder selbst haben wenig Lust, mit Kampfansagen das Titelrennen zu befeuern, lassen lieber wie in München Taten sprechen.

"Für die Liga ist es schön, das Ganze jetzt noch spannender. Für unser Selbstvertrauen ist es auch ganz gut", kommentierte Watzke auf SPORT1-Nachfrage den aktuellen Höhenflug.

Großkreutz: "Ziehen unser Ding durch?"

Meisterfavorit seien trotzdem weiter die Bayern, das meint auch der inoffizielle BVB-Lautsprecher Kevin Großkreutz.

"Wir bleiben aber ruhig und ziehen unser Ding durch", sagte er bei LIGA total!.

"Jeder hat für den anderen gekämpft - wir sind einfach eine geile Truppe."

Borussias auf ähnlichem Weg

Dieses Attribut darf getrost genauso Borussia Mönchengladbach zugeteilt werden.

Die "Fohlen" haben mit Dortmund nicht nur einen Sieg über den FCB gemein, sondern auch in Marco Reus ein Supertalent. Bei Dortmund heißt das Mario Götze.

Und wie der BVB verfügt Gladbach über beeindruckenden Teamgeist innerhalb der jungen Truppe.

Beim 5:0 über Werder tat sich Reus als Dreierpacker hervor und gab einen dezenten Hinweis, warum für die Borussia so viel möglich scheint in dieser Spielzeit.

Meyer preist Favre

Der Erfolg des Fast-Absteigers der Vorsaison ist allerdings nicht nur auf Reus, sondern auch auf den Trainer zurückzuführen: "Den Namen Lucien Favre muss man auch erwähnen", sagte Borussia Mönchengladbachs Präsidiumsmitglied Hans Meyer im KIA Doppelpass. (NEWS: Meyer warnt vor Gezerre um Reus)

"In dieser Mannschaft ist ein sehr, sehr guter Geist."

Überflieger Reus lassen die aktuellen Lobpreisungen cool.

"Es ist kein Zufall, dass wir so spielen. Aber uns fehlt noch ein bisschen zu einer Spitzenmannschaft", stellt er fest.

Dennoch: Dank der beiden Borussias ist aus Bayerns Spazierfahrt zum Titel ein spannender Dreikampf geworden.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel