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Augsburgs Manager Andreas Rettig (M.) tröstet Akaki Gogia (l.) © getty

Die Chancenverwertung der Augsburger in Stuttgart lässt Luhukay verzweifeln. Labbadia freut sich über einen "brutalen Arbeitssieg"

Von Barnabas Szöcs

München/Stuttgart - Trainer Bruno Labbadia atmete tief durch, seine Spieler ließen sich derweil in der Fan-Kurve feiern. "Sieg!" skandierten die Anhänger des VfB Stuttgart nach dem Erfolg über Aufsteiger Augsburg (Spielbericht) im Schwaben-Derby.

Dass dieser glanzlos und schwer erkämpft war, störte offensichtlich niemand.

Hauptsache gewonnen, war das Motto bei den Schwaben, während der FCA einmal mehr trotz ansprechender Leistung ohne Punkte dastand.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die Verzweiflung war Luhukay nach dem Abpfiff deutlich anzumerken 484426(DIASHOW: Der 13. Spieltag):

"Wenn man heute in der ersten Halbzeit sechs, sieben, acht Chancen nicht nutzt, dann weiß man, wo uns der Schuh drückt. Hier sitzt ein schwer frustrierter und enttäuschter Trainer", klagte Luhukay aufgrund der mangelhaften Chancenverwertung seines Teams.

Nur Tobias Werner traf zum zwischenzeitlichen Ausgleich für die Augsburger. Doch auch der Torschütze haderte mit dem Schicksal: "Es ist nicht zu glauben, dass wir am Ende wieder mit leeren Händen und weiterhin mit nur acht Punkten dastehen. Es fehlt uns auch ein bisschen Glück."

Harnik zeigt sich erleichtert

Wie es mit dem Tore schießen geht, zeigte dagegen Stuttgarts Martin Harnik - der 24 Jahre alte Stürmer machte den Unterschied.

Mit seinen Saisontoren Nummer fünf und sechs (41. und 51.) besiegelte der Österreicher den 2:1 (1:0)-Erfolg und beendete die Mini-Krise des VfB nach zuletzt drei Spielen ohne Dreier.

"Wir sind froh, dass wir den Schalter in der 2. Halbzeit umlegen konnten", sagte Matchwinner Harnik bei LIGAtotal! und ergänzte recht erleichtert: "Ich freue mich natürlich über die zwei Tore, aber die drei Punkte sind wichtiger."

Labbadia: "Brutaler Arbeitssieg"

Wie schwer es die Augsburger den favorisierten Stuttgartern machten, zeigte die Wortwahl Labbadias nach Abpfiff:

"Der Gegner hat das heute sehr gut gemacht, wir sind schwer ins Spiel gekommen. Es werden sich noch einige schwer tun gegen Augsburg. Ich bin froh, dass wir den brutalen Arbeitssieg gelandet haben - und das tut uns sehr gut."

Für den VfB indes war es der sechste Saisonsieg, durch den die Gastgeber in der Tabelle auf Platz sechs kletterten und Kontakt zur Bundesliga-Spitze halten.

VfB zunächst bestimmend

Beim ersten Aufeinandertreffen beider Mannschaften in der Bundesliga war das Spiel aber vor allem in der ersten Halbzeit eine Geduldsprobe für die 60.000 Zuschauer in der ausverkauften Stuttgarter WM-Arena.

Der VfB übernahm von Beginn an das Kommando, spielte aber mit zu wenig Tempo und erregte durch zahlreiche Fehler im Spiel nach vorne früh den Unmut der eigenen Fans.

Am Ende war dies jedoch vergessen.

"Das war ein schwerer Arbeitssieg", gestand auch VfB-Sportdirektor Fredi Bobic: "Wir waren in der ersten Halbzeit zu passiv. Wir haben uns schwer getan und es uns selbst schwer gemacht. Die zweite Hälfte war wesentlich besser, vielleicht hat uns der Führungstreffer geweckt."

FCA will sich verstärken

Wecken muss den FCA derweil nichts und niemand, das beweisen die letzten Spiele - allerdings nicht die Resultate. Der Aufsteiger braucht allerdings dringend mehr Durchschlagskraft im Angriff.

Einen Verbleib in der Bundesliga knüpft Trainer Luhukay eng an das Ende der Hinrunde:

"Eine realistische Chance bedeutet, dass man in der Winterpause keinen zu großen Abstand auf Platz 17 und 16 haben darf", sagt der Niederländer bei LIGAtotal!: "Wir richten uns nach diesen Plätzen. Ansonsten hoffen wir, dass wir mit der einen oder anderen Verstärkung noch die Möglichkeit haben, in der Rückrunde die Klasse zu halten."

Solche Sorgen plagen Bruno Labbadia nicht, er will mit dem VfB auf einem Europa-League-Platz überwintern.

"Das wird an den nächsten fünf Spielen liegen", erklärte der Coach: "Den ersten Schritt haben wir heute gemacht. Ich hoffe, dass in den nächsten Wochen einige dazu kommen."

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