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Jubel über den ersten Heimsieg der Saison: Sportdirektor Arnesen (l.) und Trainer Fink © dapd

Gegen Hoffenheim bejubelt Hamburg den ersten Sieg unter Fink. Westermann dankt den Fans. "Stani" macht seiner TSG keine Vorwürfe.

Von Björn Seitner und Jürgen Blöhs

München/Hamburg - "Oh, wie ist das schön", skandierten die HSV-Anhänger auf den Rängen, während die Spieler auf dem Rasen tanzten.

Mit dem 2:0 gegen 1899 Hoffenheim (Bericht) gelang den Hamburgern der erste Sieg unter Trainer Thorsten Fink.

Gleichzeitig bedeutete der erste Sieg vor den eigenen Fans das Ende des seit über acht Monaten anhaltenden "Heimfluchs".

"Das war auch wichtig für die treuen Fans, die immer an uns geglaubt haben. Heute haben wir uns endlich belohnt", erklärte Kapitän Heiko Westermann bei SPORT1 nach dem Ende der Durststrecke.

Auch bei Sportdirektor Frank Arnesen war die Erleichterung deutlich zu spüren: "Das ist ein fantastisches Gefühl, mir ist ein Stein vom Herzen gefallen." 484426(DIASHOW: Der 13. Spieltag)

"Es war nur eine Frage der Zeit"

So richtig überrascht war in der Hansestadt aber niemand (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Es war für mich nur eine Frage der Zeit. Wir haben in den letzten sieben Spielen zwölf Punkte geholt, heute hat die junge Mannschaft die Entwicklung der letzten Wochen bestätigt", ergänzte Arnesen.

Und auch Fink, der seit dem 17. Oktober im Amt ist, erklärte den dritten Saisonsieg bei "Sky" mit einer Leistungssteigerung "von Woche zu Woche": "Wir haben daran geglaubt. Wichtig ist, dass die Mannschaft fightet, Fußball spielen kann sie ja."

Guerrero trifft zur Führung

Bis zur 25. Minute dauerte es, bis sich der 41-Jährige über den ersten Führungstreffer freuen durfte - in den bisherigen drei Partien unter Fink lief der HSV jedes Mal einem Rückstand hinterher.

Paolo Guerrero traf zunächst den Pfosten, nutzte den Abpraller dann aber zu seinem dritten Saisontreffer..

"Dass der Ball wiederkommt habe ich sofort erkannt", erklärte er SPORT1: "Und dann musste ich ihn ja nur noch reinschieben."

Negativrekord verhindert

"Paolo ist im Moment in einer super Form", lobte Arnesen die Kaltschnäuzigkeit des Torschützen, der den wegen eines Muskelfaserriss fehlenden Mladen Petric glänzend vertrat: "Das Tor freut mich sehr für ihn."

Marcell Jansen machte den Sieg mit einem Sololauf (65. Minute) perfekt und verhinderte somit die Egalisierung des Negativrekords, den der HSV unter Thomas Doll mit elf sieglosen Heimspielen (April 2006 bis Januar 2007) aufstellte.

"Es war ja klar, dass wir das Fußballspielen nicht verlernt haben", erklärte Jansen mit dem neugewonnenem Selbstvertrauen nach dem Sprung von Tabellenplatz 17 auf 14.

Und auch Fink gab an, sich "noch nie nach unten orientiert" zu haben.

1899 ohne Fortschritt

Mit weiterhin 17 Punkten und Platz neun muss das Hoffenheim und Trainer Holger Stanislawski sicherlich auch nicht. Fortschritt sieht allerdings anders aus.

Die TSG bleibt die "Graue Maus" der Liga - das musste auch Kapitän Andreas Beck bei seinem 100. Bundesligaspiel für 1899 zugeben:

"Das spiegelt natürlich die Tabelle wieder. Aus diesem Loch der letzten Wochen müssen wir schnellstmöglich raus."

Keine Vorwürfe von "Stani"

Stanislawski wollte seiner Mannschaft trotz der vierten Auswärtspleite in Serie und einer über 80. Minuten einfallslosen Offensivabteilung bei LIGA total! dennoch keine Vorwürfe machen:

"Wir haben fußballerisch nicht so schlecht gespielt. Was wir in den letzten sechs, sieben Minuten an Torchancen verballert haben, hätte noch zum Ausgleich gereicht."

Man müsse nun trotzdem zusehen, sich schnellstmöglich "ein Erfolgserlebnis zurückzuholen".

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